Löchriger Rasen auf nassem, dichtem Boden. Was tun?

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Hallo!

Bevor ich zu meinem Anliegen komme, kurz zu mir:
Ich heiße Daniel und wohne seit kurzem in Mainz.
Da ich vorher keinen eigenen Garten hatte, bin ich "neu im Geschäft"
und habe natürlich die ersten Probleme..

Dies betrifft vor allem den Rasen. Wir wohnen hier in einem recht großen
Wohnblock und haben eine Terasse. Davor ist ein Betontrog (ca. 2 x 10 m).
Beim Bau des Hauses wurde dieser aufgefüllt.
Allerdings nicht mit gescheiter Erde, sondern mit dem billigsten was da war.
Irgendein Aushub, inklusive Steine, Glasscherben und rostige Metallteile.
Der Boden selbst besteht hauptsächlich aus Feinanteil ohne Organik.
Dementsprechend war das Zeug nach mehrmaligem draufrumlaufen so verdichtet,
daß das Wasser nach einem Regen stundenlang nicht abgelaufen ist.
Ich hab mir dann einen Motorgartenhacker ausgeliehen und das durchgepflügt,
was die Sache etwas verbessert hat.

Danach hab ich Schattenrollrasen ausgebracht (die Sonne geht hinterm Haus vorbei). nach ca. 5 Wochen ist dieser jetzt ziemlich löchrig, und der Boden ist immer feucht - siehe Bilder. Ansonsten wächst das gras aber sehr schnell.


IMG_3293.webpIMG_3291.webp

Kann man da was machen? Ich schwanke grade zwischen Regenwürmer ausbringen oder aerifizieren (Nagelschuhe, sind nur ca. 12 m2) und mit Sand bestreuen. Oder beides?
Es würde mich freuen, wenn mir jemand einen Tip geben könnte.

Danke im Voraus!
 
  • Wie hast Du den Rasen nach dem legen denn gepflegt?

    Hast Du nach dem pflügen Mutterboden aufgefüllt, Starterdünger aufgebracht o.ä.?
     
    Hallo,

    ich habe etwas Starterdünger aufgebracht. Mutterboden nicht.
    Das würde aber wohl auch nichts ändern. Ich denke das Hauptproblem ist der
    schlechte Boden. Das Wasser läuft einfach nicht richtig durch. Der Boden ist immer feucht. Auch nach einigen Tagen Sonne (da wachsen schon kleine Pilze..).
    So in ca. 15-17 cm Tiefe ist der Boden aber relativ trocken. Die Verdichtung scheint also nur oberflächlich zu sein.
     
  • Auf dem Foto versinkt das Gras ja regelrecht in dem "Morast" - und nach 5 Wochen sieht das schon echt bescheiden aus. Habt ihr auf der Fläche überhaupt mal Sonne, weil wenn es eine reine Schattenfläche ist, wird das mit dem Rasen, ob feucht oder nicht, generell schwierig.
    Um das Feuchtigkeitsproblem zu lösen könnte man es schon mit den Nagelschuhen versuchen, müsste halt relativ tief rein, damit es gut durchlaufen kann, nachdem die Löcher etwas mit Sand aufgefüllt wurden. Ob Regenwürmer auch helfen, puh, da kenn ich mich zu wenig mit Boden aus, aber sie lockern ja auf alle Fälle den Boden und schlecht sind sie nicht - ein guter Boden hat viele Regenwürmer.
     
  • Danke,

    also das Foto täuscht ein bißchen.
    Da ist jetzt kein Schlamm oder so. Eher eine dünne Schicht
    matschiger, vergammelter Grasschnitt (ca. 1-2 mm). Darunter
    ist einfach feuchter Boden. Wirklich Sonne kommt nur ab.
    ca. 16.30 Uhr hin; d. H. also dann schon recht schräg und mit wenig Energie.
    Daher hab ich extra Schattenrasen genommen.
     
    Also habt ihr ab 16:30 Sonne auf der Fläche und sonst so gut wie nicht? Da wird's selbst bei perfekten Boden schwierig, den Rasen gut zu erhalten. Ist in dem Rasen Poa Supina enthalten gewesen? Das ist mit das so einzig wirklich schattenverträgliche Gras, ob das aber auch bei solchem Sonnenmangel gut wächst weiß ich nicht, keine meiner Flächen ist so schattig, da fehlt mir selbst die PRaxiserfahrung. Wichtig bei solchen Flächen: Nie kurz mähen, hier sind 5-6cm angebracht (eher 6 denke ich, aber da hat vllt. noch jemand hier praxiserfahrung), auf keinen Fall darunter, mit mehr Blattmasse kann das fehlende Sonnenlicht einigermaßen ausgeglichen werden.

    Aber ob die Sonne vielleicht nicht doch reicht werden wir erst sehen, wenn der Boden in Ordnung ist, vielleicht wird das ganze doch noch ganz gut :)
    Der Sonnenmangel wird halt jetzt natürlich immer schlimmer, da sie ja jetzt immer eher untergeht...
     
    Habt ihr den Rasen gemäht und das Schnittgut liegen gelassen?
    Sieht so aus, dann noch dazu das viele Wässern im eher Schatten liegender Grasfläche....
    Man sieht ja auf dem Foto dass da Grashalme vermodert, verfault sind an der Oberfläche...
    Das braune Zeug einmal rausrechen vom Gras und nur gießen wenn die Fläche abgetrocknet ist.
    Wenn du gießt, kann das Wasser auf dem oben liegenden braunen, abgestorbenen Gräsern nicht optimal durchsickern, außerdem behindert es das frisch austreibende Gras beim Wachsen.
    Für mich sieht es zu nass aus und mit regelmäßigen mähen 1x die Woche mindestens kriegt ihr das wieder hin.
    Ich würde das Gras auch nicht so hoch mähen, bei einer höhe von 6cm legen sich die Grashalme schon um, überhaupt wenn das Gras nicht dicht und nur sehr Spärlich wächst wie man auf dem Foto sieht.
     
    Mutterboden nicht.
    Das würde aber wohl auch nichts ändern. Ich denke das Hauptproblem ist der schlechte Boden.
    Siehst Du den Widerspruch?

    Ok, dafür ist es jetzt zu spät. Ich würde auch empfehlen den Rasen eher auf 4 cm zu schneiden, damit der Boden zwischen den Halmen besser abtrocknen kann.

    Dann würde ich gucken, ob ich fein gesiebten Kompost bekomme und diesen ausbringen (noch geht das zeitlich). Damit verbesserst Du den Boden.

    Auf keinen Fall würde ich bei diesem Boden Grasschnitt liegen lassen, sonst hast bald ein richtiges Fäulnisproblem...

    Im September/Oktober (je nach Witterung) dann einen kaliumbetonten Herbstrasendünger ausbringen.
     
  • @grasstreifen:
    Ja nur am Morgen und am Abend schräg einfallende Sonne.
    Es ist halt nur indirektes Licht. Andere Pflanzen wie Tomaten im Kübel
    wachsen ganz gut. Ob Poa Supina enthalten war weiß ich nicht.
    Ich hab den Rasen als Rollrasen bestellt. Den Tip mit den 5 cm prbiere ich mal.
    Über längere Blätter wird ja auch mehr Wasser verdunstet.

    @00Moni00:
    Natürlich wässern wir im Moment überhaupt nicht. Die Nässe kommt nur vom Regen.
    Ich trimme momentan den Rasen ca. 1 x pro Woche. Eigentlich hatte ich vor
    das Schnittgut (ist ja dann nur wenig) liegen zu lassen, damit sich der Boden wenigstens etwas selbst düngt. Der ist ja auch total nähstoffarm.

    @feiveline:
    Ich sehe das jetzt eigentlich nicht als Widerspruch.
    Natürlich ist Mutterboden in der Regel immer gut.
    Aber was hätte es in meinem Fall gebracht ein paar cm Muttererde auszubringen?
    Das ist ja nur sinnvoll, wenn der Boden darunter zumindest durchlässig ist.
    In meinem Fall wäre das Wasser dann zwar schnell durch die Muttererde gesickert,
    hätte sich dann aber an der dichten Schicht darunter wieder gestaut..

    Das mit dem Kompost und dem Dünger probiere ich mal. Zusätzlich werde ich noch Regenwürmer ausbringen..
     
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