Kartoffel krank?

Registriert
04. Juli 2012
Beiträge
5
Moin Liebe Leute,

ich hab dieses Jahr Anfang April zum ersten Mal selber Kartoffeln gepflanzt (Sorte Belana), und hab nu ein wenig Sorge mit ihnen. Sie wachsen eigentlich super, üppig grün, ein paar erste vereinzelte Blüten waren auch zu sehen, nun fangen die ersten Pflanzen an zu "welken", die Blätter werden gelb und braun und die Pflanze wird schlaff. Bisher sinds nur drei oder vier in verschiedenen Stadien, zwei sind ganz hinüber(?) und die anderen haben erste Erscheinungen.
Für den "normalen Zerfall" der Kartoffelpflanze dürfte es doch noch zu früh sein, oder nicht?

Nach gestriger Recherche befürchte ich ja, mir diesen Pilz (Krautfäule) eingefangen zu haben. Da scheint ja nicht viel zu machen zu sein.

Ich hab mal ein paar Fotos gemacht, vielleicht kann ja jemand was damit anfangen und mir evtl weiterhelfen.


Dank vorweg und schönen Gruß!
Herr Hase
 

Anhänge

  • IMGP9166.webp
    IMGP9166.webp
    353,4 KB · Aufrufe: 474
  • IMGP9167.webp
    IMGP9167.webp
    108,5 KB · Aufrufe: 349
  • IMGP9169.webp
    IMGP9169.webp
    124,4 KB · Aufrufe: 360
  • Bei frühreifen Sorten wie die Belana sagt man im Schnitt 100 Tage bis zuir Ernte. Kommt bei deinen Kartoffeln doch fast schon hin .
     
    Krautfäule ist das nicht, allerdings ist es ein anderer Pilz: Und zwar die Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani / Alternaria alternata). Die ist nämlich sehr eindeutig erkennbar anhand der "Ringe" innerhalb der braunen, trockenen Stellen.

    Sie tritt meist vor der Krautfäule an Kartoffeln & Co. auf. Weshalb die Dürrfleckenkrankheit im Englischen als Early Blight und die Krautfäule ("Braunfäule") als Late Blight bezeichnet wird.

    Ich habe selber dieses Jahr große Probleme mit der Dürrfleckenkrankheit (an Tomaten, hab keine Kartoffeln). Ich weis leider nicht, was so recht dagegen helfen könnte. Allerdings hab ich festgestellt, dass durch penibles, gründliches, tägliches absuchen der Pflanzen und Entfernen befallener Blätter die Krankheit gut eindämmen & managen lässt. Da der Pilz so am Sporen bzw. verbreiten gehindet wird.

    Ansonsten finde ich, sollten die Pflanzen gut mit Nährstoffen versorgt sein. Dann hat es der Pilz schwieriger, wenn die Pflanzen gut gekräftigt sind. Insbesondere wenn Blätter gelb werden, weil sie Nährstoffmangel bekommen, ist Alternaria stehts an diesen Blättern zur Stelle. Die Pflanzen sollten daher weder Nährstoffmangel haben noch überdüngt sein.

    Google mal nach der Dürrfleckenkrankheit, ich glaube danach weist du mehr... :D

    Grüßle, Michi
     
  • Hmm, da hab ich den Feind erstmal erkannt, insofern weiß ich mehr. Aber was ich jetzt am Besten machen soll, hat mir unser Freund Google nun auch noch nicht verraten.
    Ich will mir nicht dick Chemie in Garten hauen, bin eigentlich froh, bisher komplett ohne ausgekommen zu sein.
    Wie siehts denn aus, wenn ich alles Befallene einfach raushole? Sprich, die zwei ganz kaputten Pflanzen komplett entsorgen und bei dem Rest die anfänglichen Stellen erstmal wegschneiden. Hat man damit ne Chance oder sitzt der Pilz schon komplett im Beet fest? Gibts da vielleicht Erfahrungswerte? Auf zwei, drei Pflanzen würds nicht unbedingt ankommen, es bleiben dann immer noch weit über 20 :grins:. Zur Not wachsen auch noch ein paar auf dem Kompost.
     
  • Hallo,

    Michi hat Dir gesagt was zu tun ist.......

    Allerdings hab ich festgestellt, dass durch penibles, gründliches, tägliches absuchen der Pflanzen und Entfernen befallener Blätter die Krankheit gut eindämmen & managen lässt. Da der Pilz so am Sporen bzw. verbreiten gehindet wird.

    für die kommenden Jahren: Kartoffel nicht so bald legen, die Reihen etwas weiter auseinander und immer sehr gut anhäufeln beugt einiges vor.

    Gruß,
    Mark
     
    Ja, mir geht es ähnlich. Man liest immer, dass Alternaria durch Spritzen von Braunfäule-Fungiziden mit erfasst wird. Und damit endet meine Recherche...

    Was aber nicht der vollen Wahrheit entspricht. Bayer Infinito z.B. (der letzte Schrei unter den Braunfäule-Fungiziden) wirkt nicht gegen Alternaria.

    Aber wiegesagt, bei mir ist Alternaria rückläufig, seit ich dem Pilz nicht mehr nur zugucke, wie er sich wohl fühlt und verbreitet. Sondern aktiv alles befallene entferne. Durch das Entfernen befallener Blätter wird auch verhindert, dass der Pilz vom Blatt über den Blattstiel in den Stamm reinwächst (das geschieht im inneren des Blattstiels, von außen nicht zu erkennen). Am Stamm löst Alternaria dann Stängelfäule aus. Das ist bei Tomaten sehr ärgerlich. Und bei Kartoffeln auch, wenn der Pilz weiter (von außen nicht sichtbar) runter zu den Knollen wächst und dort Knollenfäule verursacht.

    Ansonsten soll helfen, meine ich gelesen zu haben, die Pflanzen trocken zu halten. Für Braunfäule schützt es das ganz gut. Da Braunfäule-Sporen nur auskeimen können, wenn das Blatt nass ist. Und für Alternaria solls auch helfen, wenn ich das richtig gelesen hab. Daher überleg mal, ob es irgendwie möglich ist, irgendwas drüber zu machen, damit die Pflanzen trocken bleiben. Wichtig aber so, dass die Pflanzen bei warmen Wetter nicht schwitzen (sonst hat man erst wieder nasse Pflanzen und nix erreicht).

    Grüßle, Michi
     
  • Hallo Michi,

    Dach über die Kartoffel wäre mir zu aufwendig, aber wenn die Kultur nicht zu groß ist.....

    Mir ist auch noch ein Tip eingefallen, wenn man die Reihen Nord/Süd ausrichtet dann trocknet alles schneller ab als bei Ost/West Ausrichtung.

    LG,
    Mark

    der trotz das ungünstige Witterung bis jetzt keinerlei Probleme im Garten hat (auch ohne vorsorgliche Behandlung) ausser den Hagelschaden.
     
    Hmm, Nord-Süd ausgerichtet hab ich immerhin schon mal, wenn auch vollkommen unbewusst. Aber Dach komplett über die Kartoffeln? Jetzt mal ne dumme Frage: auch die brauchen doch Wasser, oder nicht?

    Zu meinen: Bin gestern, wie gesagt, noch dabei gegangen und hab zwei Pflänzchen ganz entfernt und den Rest ganz schön mit der Schere bearbeitet. Mal gucken, wie's wird.

    Die knollen der entfernten Pflanzen sehen zumindest soweit erstmal gut aus. Zwei hab ich gleich weggeschmissen (gammelig) aber gute 20 hab ich noch. Zwar größtenteils noch recht klein und natürlich noch keine Schale, aber immerhin. Wirds wohl die Tage geben bei mir.
     
    Dach über die Kartoffel wäre mir zu aufwendig, aber wenn die Kultur nicht zu groß ist.....

    Denk ich mir. Aber ich werfs trotzdem mal in den Raum. Über die Realisierbarkeit darf sich dann jeder einzelne Kartoffelgärtner Gedanken drüber machen.

    Wär natürlich die ultimative Lösung... ;)

    Natürlich müssten die Kartoffeln dann von Hand gegossen, wenn sie unter Regenschutz stehen. Das müsste dann miteinkalkuliert werden...

    Grüßle, Michi
     
    hmm, es wird nicht besser, leider ganz im gegenteil. hab alles befallene entfernt, war aber nu zwei tage leider nicht vor ort, vorhin in garten geschaut und es sieht nicht gut aus...

    wie kann man denn da noch was retten, wenn befallenes absuchen nicht wirklich hilft? ernte ich jetzt das meiste schon, ist es natürlich noch ziemlich klein (was jetzt aber nicht soo tragisch wäre), hat aber natürlich noch kaum schale und ist daher vermutlich auch nur sehr begrenzt lagerfähig!? Hab da echt keine Erfahrung.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, zieht der Pilz, ist die gesamte Pflanze erstmal befallen, dann auch in die Knollen. Wenn ich aber jetzt bei fast komplett befallenen Pflanzen einfach das ganze Kraut wegschneide und die Knollen erstmal in der Erde lasse, könnten diese theoretisch doch gesund, wenn auch klein, bleiben und nebenbei auch noch ne dickere Schale ausbilden. Ist jetzt einfach mal der erste Gedankengang von mir;). Schlau oder Denkfehler?
     
  • sowas habe ich weder gehört noch selber ausprobiert, das kannst Du gerne machen wenn Du für den Kultur keine Zukunft mehr siehst und uns dann mitteilen wie es gelaufen ist.

    Ich personlich wurde gleich roden und alle Freunde und Bekannten zum Pellkartoffelessen einladen.

    Schade um die Kultur.

    Gruß,
    Mark
     
  • ja, so hat es unser Gemüsepflanzenverkäufer gemacht. Also einfach das Kraut entfernt und die Kartoffeln hat er noch unter der Erde, aber wie die noch wachsen oder ob die nicht faulen, kann ich ihn erst das nächste Mal fragen.

    Wir wussten das nicht, dass das anscheinend möglich ist, und haben alle befallenen Kartoffeln nach und nach abgeerntet, klar mit Verlusten, weil sehr viele Minikartöffelchen bei waren. Sobald aber auch der Stiel befallen ist, würde ich dann aber hurtig ernten.

    LG, Marlis
     
    ach so, hab gerade gelesen, dass du sie ja schon Anfang April gesetzt hast, also da dürfte doch schon einiges an normal grossen Kartoffeln bei sein oder? Kenn zwar jetzt die Sorte Belana nicht, aber so ewig wachsen die Kartoffeln doch auch nicht
     
    Hab gestern die ersten abgeernteten gegessen, lecker wars auf jeden fall schon mal sehr.
    Ich sag mal, es waren einige mit annäherend normaler Kartoffelgröße dabei, der Rest war halt noch ziemlich klein. Ich hatte mittlerweile drei Pflanzen rausgenommen, zwei oder drei Knollen hab ich gleich weggeschmissen. Von den drei Pflanzen haben wir gestern abend zu zweit gegessen, ein ganz paar sind noch übriggeblieben. Es ist also nicht ganz das, was ich mir erhofft habe. Sieht es jetzt überall so aus, brauch ich mir auch keine Gedanken über lange Lagerfähigkeit machen, dann sind sie eh schnell weggefuttert.

    Werd nachher noch mal kräftig Pilz wegschneiden gehen, und bei ein, zwei Pflänzchen mal das ganze Kraut runterholen und einfach schauen, was dann passiert.
     
  • Zurück
    Oben Unten