Ist mein Olivenbäumchen noch zu retten?

jora0815

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11. Juli 2026
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Hallo!

Ich habe voriges Jahr, ich denke im September, mein Olivenbäumchen vom Topf in den Garten gesetzt. Laut dem Verkäufer wäre das eine Art, die unsere Witterungen aushält. Im Winter habe ich ihn eingehüllt, sowohl den Kronenbereich mit Vlies als auch den Boden um den Wurzelbereich mit Reisig und Laub. Gegossen habe ich ihn regelmäßig, aber moderat. Im Winter hatten wir ca. 2 relativ kalte Wochen. Nach dem Winter trieb er nicht mehr aus und verlor alle Blätter. Ich habe etwas zurückgeschnitten, zumindest die Ästchehn, die innen nur braun und vertrocknet waren. Ein bisschen grün im inneren konnte ich dann zumindest erkennen. Bis jetzt trieb aber nichts neues aus, bis auf den unteren Stammbereich, da treibt er jetzt ordentlich aus.
Ist der jetzt komplett hinüber? Soll ich da weiter warten und/oder kräftig zurück schneiden? Kann mir da bitte jemand weiterhelfen?

Vielen Dank im Voraus!
 

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  • Hallo Jora,
    was da genau schief gelaufen ist, ist schwer zu sagen im Nachhinein. Die Krone, bzw. der Stamm sieht nicht gut aus.
    Im September auspflanzen war halt nicht die prallste aller Ideen. So hatte sie keine Zeit mehr, sich zu etablieren. Und auch die „härteste“ aller Oliven braucht eine Chance, sich an das Klima zu gewöhnen. Ein zwei Jahre im Topf mit „betreutem Wohnen“, also Schutz vor den allerhärtesten Tagen, brauchen sie schon. Im Übrigen gilt, je älter die Pflanze, desto schwerer tut sie sich mit der Umstellung. Dein Exemplar schätze ich auf gut 50 Jahre. Und dann *zack* innerst 3 Monaten Temperaturen, die dieser Baum in seinem ganzen Leben noch nie mitmachen musste….

    Du kannst mit einem scharfen Messer (Taschenmesser, Cutter) mal unten am Stamm ein kleines (!) Stückchen Rinde abheben und schauen, ob es darunter noch grün ist. Dann bestünde noch Hoffnung, dass der Hauptstamm noch lebt. Viel Hoffnung habe ich allerdings nicht.

    Immerhin treibt sie aus dem Wurzelbereich neu heraus. Das wird allerdings dauern, bis das wieder ein Olivenstämmchen geworden ist, das den Namen verdient. Falls du die Geduld aufbringen möchtest, solltest du dich bald entscheiden, den kräftigsten der Triebe auswählen, einen stabilen Stab einschlagen und den Trieb daran senkrecht aufbinden. Die Anderen, die du nicht behalten möchtest, entfernen.

    Falls du die Geduld nicht aufbringen möchtest, nimm ein ganz normales Stämmchen, so dick wie ein Besenstiel. Ein, zwei Jahre im Topf kultivieren und im Winter an die Hauswand rücken. Danach eventuell auspflanzen. Ausgepflanzt geht das Wachstum deutlich schneller, als im Topf.
     
    Vielen Dank für die Antwort!
    Verstehe :(
    Naja, dann werde ich das mal probieren.
    Wenn ich versuche, einen kräftigen Trieb auszusuchen und diesen an einen Stab binde, soll ich dann den Stamm darüber abschneiden?
    Und ich denke, du meinst, dass ich bei der "ungeduldigen" Vorgehensweise einfach ein kleines, neues Bäumchen kaufe und dann so vorgehe, wie von dir vorgeschlagen?
    Vielen Dank!
     
  • Erst mal überprüfen, ob der Stamm noch Leben aufweist! 😏
    Falls tot, dann entfernen. Aber noch besteht die Chance, dass der Stamm noch lebt. Er braucht halt u.U. länger bis er austreibt…..
    Für ungeduldige….ja, so war’s gemeint. Dann tuts auch finanziell nicht so weh!
    Kleine Frage, wo gärtnerst du denn in etwa?
     
  • Der Olivenbaum war ca. 1 1/2 Jahre im Topf, ich habe ihn zum Geburtstag bekommen. Und ich denke, es war auch nicht September sondern wesentlich früher, meinte meine Frau gerade. Dann wird es wohl ein-zwei Monate davor gewesen sein.
    Ich bin in Österreich, in der östlichen Steiermark, zuhause.
     
  • Hallo!

    Ich habe voriges Jahr, ich denke im September, mein Olivenbäumchen vom Topf in den Garten gesetzt. Laut dem Verkäufer wäre das eine Art, die unsere Witterungen aushält. Im Winter habe ich ihn eingehüllt, sowohl den Kronenbereich mit Vlies als auch den Boden um den Wurzelbereich mit Reisig und Laub. Gegossen habe ich ihn regelmäßig, aber moderat. Im Winter hatten wir ca. 2 relativ kalte Wochen. Nach dem Winter trieb er nicht mehr aus und verlor alle Blätter. Ich habe etwas zurückgeschnitten, zumindest die Ästchehn, die innen nur braun und vertrocknet waren. Ein bisschen grün im inneren konnte ich dann zumindest erkennen. Bis jetzt trieb aber nichts neues aus, bis auf den unteren Stammbereich, da treibt er jetzt ordentlich aus.
    Ist der jetzt komplett hinüber? Soll ich da weiter warten und/oder kräftig zurück schneiden? Kann mir da bitte jemand weiterhelfen?

    Vielen Dank im Voraus!
    Hallo Jora, den Stamm bis an der oberen Latte hin abschneiden, ich denke nicht, dass der restliche Stamm tot ist..
    Alles was unten austreibt lass mal so stehen, bis kräftige Triebe entstanden sind, dann kannst immer noch Austriebe weg nehmen.
    Gießen nicht vergessen bei großer Hitze.
     
    Ich bin in Österreich, in der östlichen Steiermark, zuhause.
    Ah, Danke. Ich fragte, um das Klima besser einschätzen zu können. In D-Land hätte ich mit Angaben wie „Rheinland“ o.ä. was anfangen können. In Ösi-Land kenne ich mich nicht gut genug aus. Das Klischee von „Skipisten“ trifft ja auch nicht überall zu….😇
     
    Der Olivenbaum war ca. 1 1/2 Jahre im Topf, ich habe ihn zum Geburtstag bekommen. Und ich denke, es war auch nicht September sondern wesentlich früher, meinte meine Frau gerade. Dann wird es wohl ein-zwei Monate davor gewesen sein.
    Ich bin in Österreich, in der östlichen Steiermark, zuhause.
    Östliche Steiermark ist ein Gebiet, wo man Olivenbäume auspflanzen kann und überwintern, alles besser als im warmen Haus.
    Ich wohn ja nicht so weit weg von dir und habe schon zwei ausgepflanzt, die den Winter gut überstehen!
     
  • Ah, Danke. Ich fragte, um das Klima besser einschätzen zu können. In D-Land hätte ich mit Angaben wie „Rheinland“ o.ä. was anfangen können. In Ösi-Land kenne ich mich nicht gut genug aus. Das Klischee von „Skipisten“ trifft ja auch nicht überall zu….😇
    Eigentlich haben wie mittlerweile relativ milde Winter, nur der letzte hatte eine ungewohnt kalte Phase. Bei uns gibt es fast keine Skipisten mehr, es ist nur mehr sanft hügelig 😊

    Nun, dann werde ich eure Ratschläge befolgen und mich heute Abend an die Arbeit machen. Mit etwas Glück finde ich wieder ein Bäumchen, dann werde ich das alles etwas anders angehen.

    Vielen Dank an alle!
     
  • Hallo Jora,
    ich hoffe , du schaust noch mal hier rein….habe eben mit etwas mehr Zeit dein Foto noch mal ganz groß gezoomt und genau betrachtet.
    Die Gute Nachricht, da kommen aus dem Stamm neue Triebe. Zwei kann ich an der linken Seite auf halber Höhe erkennen. Warte noch ab!
    Wenn diese Triebe weiter wachsen, dann solltest du unten alles entfernen, um den Stamm dazu zu „zwingen“ oben stärker auszutreiben. Ansonsten steckt der seine Kraft unten in die Wurzelaustriebe und „erspart“ sich die Arbeit aus schlafenden Knospen am Stamm / Krone neu auszutreiben.
    Dann könntest du den vorhandenen Stamm mit neuer Krone neu aufbauen. U.U. Etwas niedriger, als vorher, aber immerhin schon mit dickem Stamm. 😃
     
    Hm, also noch abwarten, gießen und beobachten? Sollte ich evtl auch leicht düngen, etwas mit Brennnesseljauche?
    Danke!
     
    Hm, also noch abwarten, gießen und beobachten? Sollte ich evtl auch leicht düngen, etwas mit Brennnesseljauche?
    Danke!
    Gießen unter Berücksichtigung, dass der Baum kaum Laub hat, ja.
    Düngen- nein. Der Austrieb am Fuß ist ja vital und zeigt keine Mangelerscheinungen. Mehr Dünger bewirkt nicht mehr Austrieb. 😏
    Du solltest allerdings bald die Entscheidung treffen, ob und wie du „oben“ weitermachen willst. Es ist schon Mitte Juli. Alles, was jetzt erst neu gebildet wird, hat keine Zeit mehr um ausgereift in den Winter zu gehen. Und wird dann ziemlich sicher Opfer der nächsten Fröste.

    Alternativ das Röckchen unten stehen lassen, als „Back-up“ und um die Wurzeln aktiv zu halten. Und sich erst mal damit zufrieden geben, dass der Hauptstamm noch lebt, auch wenn er nur mickrig getrieben hat. Dann aber nächstes Jahr im Vorfrühling (März/April) das Röckchen direkt entfernen, damit der Hauptaustrieb oben rum stattfindet.

    Und hoffen, dass der nächste Winter milder wird, als dieser. Ggf.mit etwas zusätzlicher Wärme (Kerzen, Heizkabel) ain den kältesten Nächten die Temperaturspitzen kappen. Auch wenn das sonst nicht nötig ist, die Olive befindet sich aktuell nicht in der besten Verfassung, um weitere Stresssituationen zu meistern.
     
    Gießen unter Berücksichtigung, dass der Baum kaum Laub hat, ja.
    Düngen- nein. Der Austrieb am Fuß ist ja vital und zeigt keine Mangelerscheinungen. Mehr Dünger bewirkt nicht mehr Austrieb. 😏
    Du solltest allerdings bald die Entscheidung treffen, ob und wie du „oben“ weitermachen willst. Es ist schon Mitte Juli. Alles, was jetzt erst neu gebildet wird, hat keine Zeit mehr um ausgereift in den Winter zu gehen. Und wird dann ziemlich sicher Opfer der nächsten Fröste.

    Alternativ das Röckchen unten stehen lassen, als „Back-up“ und um die Wurzeln aktiv zu halten. Und sich erst mal damit zufrieden geben, dass der Hauptstamm noch lebt, auch wenn er nur mickrig getrieben hat. Dann aber nächstes Jahr im Vorfrühling (März/April) das Röckchen direkt entfernen, damit der Hauptaustrieb oben rum stattfindet.

    Und hoffen, dass der nächste Winter milder wird, als dieser. Ggf.mit etwas zusätzlicher Wärme (Kerzen, Heizkabel) ain den kältesten Nächten die Temperaturspitzen kappen. Auch wenn das sonst nicht nötig ist, die Olive befindet sich aktuell nicht in der besten Verfassung, um weitere Stresssituationen zu meistern.
    Alles klar, dann werde ich sehr behutsam sein und gut aufpassen. Herzlichen Dank für die gute Anleitung!
     
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