Heidelbeeren schmecken nicht

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05. Juni 2007
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ich habe dieses jahr heidelbeeren in kübel gepflanzt (sorte "goldtraube"), die zwar nicht überwältigend, aber doch ganz vernünftig tragen. nur schmecken tun die....nach nüscht. bißchen säuerlich vielleicht. vollreif dann noch nicht mal das. ich bin da irgendwie enttäuscht. mir war schon klar, dass es nicht an waldheidelbeeren ran kommen wird, aber das so gar kein heidelbeeraroma zu schmecken ist....selbst nicht, wenn mann sich ne große hand voll auf einmal in den mund schaufelt. da ich auch noch immer ein paar himbeeren haben, fällt der geschmacksabfall besonders krass auf.
vielleicht mache ich irgendwas falsch?
 
  • Hallo,

    auch meine Erfahrung, wer den Geschmack von vollreifen Heidelbeeren aus'm Wald kennt ist von die Zuchtsorten enttäuscht. Wir pflücken unsere Heidelbeeren wieder im Wald und den letztverbliebenen Patriot fristet sein dasein im Beerengarten und die Vögel dürfen sich die Beeren holen.

    LG,
    Mark

    PS genausoverhält es sich mit die "Bio-Holunder" Plantagen die in unsere Gegend entstanden sind. Blüte riecht nach nichts, Beeren schmecken nach nichts - Hauptsache viel Lilafarbenen Saft.
     
    Meine Erfahrung mit Kulturheidelbeeren ist auch die, dass sie für mich kein Aroma haben. Ich war da auch enttäuscht als ich sie mal probiert habe.
    Die Früchte von Amelanchier, also der Felsenbirne sollen ja nahe an den Geschmack von Heidelbeeren herankommen. Stimmt das? Wenn ja, an den von Waldheidelbeeren oder an den von Kulturheidelbeeren? Kann da jemand etwas erhellendes beisteuern?

    Viele Grüße von Tuffi
     
  • Hallo !


    Wie schon öfters geschrieben, handelt es sich bei den sogenannten " Gartenheidelbeeren" nicht um die einheimische Europäische Art, sondern dessen Kanadischen Verwandten.

    Die ist zwar größer hat aber nur blaue Haut und grünes Fruchtfleisch.

    Der Geschmack geht eher in Richtung Weintrauben ...


    Servus !

    Kurt
     
  • Besser den Spatz in der Hand...

    Wer im Wald keine Heidelbeeren hat (und ich wüßte nicht, wo die hier wachsen. Brombeeren ja, Heidelbeeren: nein), der holt sich die überzüchteten, geschmacklosen. Besser als nüscht. Und mein Kind mag sie.

    Von daher...
     
    Heidelbeeren aus dem Wald haben zwei Probleme:

    1. Sie zu pflücken ist ein besonderes Vergnügen. Bei uns im Schwarzwald sind die Bestände gut, die Erträge eher mäßig. Alle Achtung für die, die es trotzdem tun.

    Ich kaufe sie lieber in Polen auf dem Markt, dort kostet ein Körbchen 7 Euronen.
    Das ist mir mein geschundener Rücken wert.

    2. Denkt bitte an den Fuchsbandwurm.
    Roh verzehren also eher nicht!!.

    Aber sie ergeben eine wunderbare Marmelade, nach der Erhitzung ist der Bandwurm tot, wenn er denn da war.

    Guten Appetit !
     
  • @ orni

    ein befreundeter biologe hat mir mal erklärt, wo heidelbeeren wachsen und wo nicht - im wesentlichen hängt das wohl vom drunter anstehenden gestein ab. buntsandstein oder granit, sonst nix heidelbeere...hier bei uns ist es auch komplett heidelbeerfrei (logisch, mitten im muschelkalk), bis nächste wilde heidelbeere sind es 50km :D dafür haben wir aber viele orchideen und sonstige seltenen blühpflanzen, da schön viel kalk. deine brombeeren klingen auch nach eher kalkhaltigen untergründen.

    ansomnsten bin ich dazu übergegenagen die heidelbeeren einfach nicht mehr so zu nennen, sie heißt jetzt "große rundbeere" - und wenn man nix erwartet bei einem solch nichtssagenden namen, schmeckt sie auch gleich viel besser :D ist die beste rundbeere, die ich je gegessen habe :d:rolleyes:
     
    Ich sammel meine Heidelbeeren auch im Wald. Ich koche daraus Marmelade (wenns reicht) esse die aber auch viel und gerne frisch.

    Das soll man natürlich nicht. Will ich auch keinem raten.

    Was ich allerdings hier erwähnen möchte, ist, dass es insgesamt bisher sehr viel weniger Fälle von Fuchsbandwurmbefall beim Menschen gab, als die Leute glauben. Laut Wikipedia: im Zeitraum von 1982 bis 2000 lediglich 559. Wer das für viel hält sollte sich mal die Zahlen für z.B. Boreliose (50.000 -160.000 pro Jahr!) ansehen.
    Und davon war kein einziger, der nachweislich durch den Verzehr von Waldfrüchten verursacht wurde.
    Am meisten gefährdet sind Hunde- und Katzenhalter. Katzenhalter besonders, weil Katzen sich gerne über gefangene Mäuse infizieren und die Katzen dem Menschen oft und lange sehr nah sind.
    Bei Wiki steht auch noch so schön: "So meint der Molekularbiologe und Fuchsbandwurm-Experte Klaus Brehm von der Universität Würzburg wörtlich: „Dass man sich von Beeren den Fuchsbandwurm holen kann, gehört ins Reich der Legenden.""

    Wenns einen doch erwischt, wirds übel. Katzen stecken das einfach besser weg als Menschen ;).

    Ich will die Gefahr der Ansteckung nicht runterspielen, wollte aber mal loswerden, dass da viel Panikmache hintersteckt....
     
    Hallo !

    Genau so ist es ... !

    Streichelt man einen Hund oder eine Katze hat man ein sehr großes Risiko ( auch Hunde- und Katzenbandwurm), eine Übertragung über Waldfrüchte wurde noch NIE nachgewiesen.

    Das gilt auch für Pilze, Kräuter etc ...


    Servus !

    Kurt
     
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