Flüssiger Bio-Dünger?

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Hallo zusammen!

Ich wollte die Töpfe meiner Balkonpflanzen (Tomaten, Paprika, Gurken, diverse Beeren und Kräuter) in dieser Saison wieder mit einer großzügigen Mulchschicht aus Blähton abdecken, um den Gießaufwand einzugrenzen. Leider macht das das Düngen etwas umständlich, weswegen ich zu einem Bio-Flüssigdünger greifen wollte. Nur, gibt es da etwas Geeignetes?

Ich persönlich kenne nur Vinasse, aber die ist ja bloß ein NK-Dünger. Würde das als alleiniger Dünger trotzdem reichen (das Substrat - Mischung aus Kokosfaser, Perlite, Kompost - stammt größtenteils aus dem Vorjahr)? Welche Alternativen bzw. Ergänzungen in flüssiger oder wasserlöslicher Form stünden bereit?

Danke für eure Hilfe!

Gruß,
Raffzahn
 
  • Ich persönlich kenne nur Vinasse, aber die ist ja bloß ein NK-Dünger.


    Es gibt unterschiedliche Vinassedünger kaufen, in denen das Phosphat mehr oder weniger stark gefällt wurde und die mehr oder weniger stark entschwefelt wurden. z.B. mit N-P-K-Gehalt von 4-0-6 oder 3-1-5 oder 3-2-5 usw...

    Grundsätzlich solltest du jedoch versuchen, den Phosphatbedarf mit Kompost zu decken, da der Bedarf der meisten Pflanzen sehr gering ist. Mit Blick auf den tatsächlichen Nährstoffbedarf stellt sich die alte Leier "Ganz viel Phosphor für viele Blüten" leider als völlig blödsinnig heraus.
     
    Danke, das wusste ich gar nicht. Beim Kompost nehme ich den, den es quasi umsonst hier beim Recyclinghof gibt (genau, das Zeug, das immer voller Plastikfetzen ist; immerhin hat es so ein Gütesiegel). Die Düngewirkung wird mit

    0,60 % N Gesamtstickstoff
    0,28 % P 2 O 5 Gesamtphosphat
    0,39 % K 2 O Gesamtkaliumoxid
    0,27 % Fe Eisen
    0,01 % Mn Mangan
    Volumengewicht: 780 g/l
    Körnung: 0-10 mm
    löslicher Salzgehalt: 2,56 g/l
    pH-Wert (CaCI 2 ): 7,4

    beziffert. Wie viel nehme ich denn prozentual am besten, wenn wir einfach mal davon ausgehen, dass die Erde vom Vorjahr im Wesentlichen ausgelutscht ist?
     
  • Der Stickstoffgehalt ist überraschend hoch. Ich würde nicht mehr als 1/3 zusetzen, bei sehr kleinen Gefäßen auch mehr.
     
  • Danke für deine Antwort, das liefert für mich einen guten Richtwert.

    Ich verwende Töpfe mit einem Volumen von 14-70l, wobei dabei noch etwas wegen Drainage- und Mulchschicht subtrahiert werden muss. Da kommen dann jeweils maximal drei Starkzehrer rein.

    Dann werde ich das Substrat entsprechend erneuern und aufdüngen (by the way, ist eine zusätzliche Gabe eines stickstoffbetonten Düngers angesichts der verbliebenen Wurzelreste aus dem Vorjahr sinnvoll?) und später - nach Auftragen der Mulchschicht - mit Vinasse düngen.
     
    Ich würde nicht aufdüngen, weil der Nährstoffgehalt deines Kompostes schon sehr hoch ist. Es sei denn, es handele sich um Kürbis o.ä., wobei dann ein größerer Kompostanteil besser wäre.
    Etwas Kalk ist möglicherweise ganz sinnvoll, je nach Anspruch der Kultur.

    Verkleckerter Vinassedünger (dunkel, sirupartig, klebrig, riecht nach Pumpernickel) kann anfangen zu schimmeln, daher die Reste immer gut abwischen und Gießkanne direkt nachfüllen.
     
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