Dünger oder nicht? Der Garten - eine Trauerstory

Sooooo

Die Bodenanalyse ist da.

Kurzfassung

PH: 6,5 -7,5 (normal bis zu hoch)
Bodenart: leicht, stark humos

(1= extrem niedrig, 5= extrem hoch)
Phosphor: 4
Kalium: 4
Magnesium: 5
Bor: 4
Kupfer: 4
Eisen: 2
Zink: 5

Gedüngt ist wahrlich genug :orr:
Aber der niedrige Eisenwert könnte erklären, warum einige Beerensträucher Chlorosen entwickelt haben.
Was eignet sich zur reinen Eisendüngung? Möglichst natürlich und für Bioanbau geeignet.

Aber wisst ihr, was Erbsen benötigen? Die Kübelerbsen sind inzwischen 150 cm hoch gewachsen. Die Erbsen im Beet haben es noch nichtmal über 15 cm hinaus geschafft.
Ist der Boden für sie vielleicht zu nährstoffreich?

Kurios ist auch, dass die eine Brombeere, die ich im März gepflanzt habe, seit dem nicht ein Stück gewachsen ist. Ich hab ihr vor einer Woche leicht genervt eine handvoll Beerendünger vor die Füße gekippt und jetzt sind tatsächlich neue Triebe gewachsen.


Ach und was mach ich gegen zu hohen pH-Wert?
Ich hab ja dieses eine Beet hinterm Schuppen, wo der Vorbesitzer seinen Bauschutt verbuddelt hat. Da wachsen im Moment eine Brombeere, zwei Haselnüsse und zwei Holunder. Wobei die Holunder nicht wirklich wachsen... aber immerhin blühen sie. Der pH-Wert liegt dort bei 8 :rolleyes: Ich hab dort dieses Jahr fast ausschließlich Kaffeesatz und Kompost als Dünger hin geworfen.
 
  • werte für ammoniumnitrat gibts nicht? stickstoff auch nicht...

    düngen ist eine schwierige sache, man darf die komponenten nicht isoliert betrachten: bekannt ist, dass z.b. ein hoher ammoniumnitratgehalt, aber auch ein hoher kaliumwert die aufnahme von lebenswichtigem magnesium (umgekehrt besteht dieser antagonismus nicht) erschwert.
    der kaliumwert ist ja zumindest eher hoch...
     
    Neee, ich hatte jetzt nur eine reine Mineralienanalyse vornehmen lassen. Die große Analyse hätte auch gleich mehr gekostet und das Geld hab ich im Moment einfach nicht.

    Alsooo, können Kalium und Magnesium zusammen ein Problem sein? Da kann ich ja im Moment herzlich wenig an den hohen Werten ändern, oder?

    Mein Düngejahr sah ja so aus, dass ich die Beete im Februar das erste Mal umgegraben habe. So ca. Anfang März hab ich das erste mal eine Düngemischung aus Hornspäne, Rinderdungpellets und Urgesteinsmehl ausgebracht.
    Ende März hab ich fatalerweise mit Dolomitkalk gekalkt und Mitte April hab ich den Kompost, vermischt mit Rindenhumus auf die Beete gebracht.
    Anfang Mai hab ich vom Nachbarn einen ganzen Eimer Kaffeesatz aus der Firmenkantine bekommen. Den hab ich dann auch auf allen Beeten verteilt, am meisten aber in der Bauschuttecke.
    Mitte Mai ging mir zwischenzeitlich der eine Pinovaapfel in die Knie. Hat plötzlich gelbe Blätter bekommen. Ich hab ihm Obstdünger verpasst, jetzt hat er wieder Farbe bekommen.

    Vielleicht liegt es wirklich am mangelnden Eisen? Ich dachte immer, dass Hornspäne, Dung und Gesteinsmehl genug Nährstoffe enthält.

    Kann ich eigentlich normales Eisensulfat (Rasendünger) nehmen?
     
  • Du hast nicht gedüngt, Du hast da irgendwas auf Deine Beete gekippt.

    Urgesteinsmehl hat ein paar wertvolle Spurenelemente und ist nie verkehrt. Ersetzt aber keinen vollwertigen Dünger.

    Kalk macht sauren Boden wieder heile, hebt den PH Wert. Der ist inzwischen ziemlich hoch, wie Du inzwischen weißt. Warum auch immer. zuviel Kalk? Ich glaube, eine Methode, den absichtlich zu senken, gibt es nicht wirklich. Das bindet übrigens bei hohen Werten um die 8 dann auch Eisen, könnte also den Eisenmangel erklären.

    Hornspäne ist ein guter Stickstofflieferant, kein Volldünger. Damit würde ich vorsichtig umgehen.

    Aber Du hast ja, was die Bodenanalyse so sagt ausreichend Kalium und Phosphor, da würde ich einfach mal gar nicht düngen.

    Du versuchst aus einem sauren Sandboden einen PH neutralen Humusboden zu machen... Oha. Ich würde an Deiner Stelle jetzt erst einmal aufhören, in dem Garten auch nur irgendwas zu verteilen und abwarten, was sich da so tut. Das kann schon mal etwas dauern, wenn Du umgegraben hast, bis sich die ganzen Organismen da wieder bekrabbelt haben. Ein Garten im Gleichgewicht ist wie ein ruhendes Pendel. Du glaubst, dass Du da ein heftig ausschlagendes Pendel hast und versuchst, durch kräftige Schläge dagegen Besserung zu erreichen. Dabei ist es fraglich, ob das überhaupt so sehr aus dem Gleichgewicht war, wie Du glaubst und vor allem, ob es die Schläge in die richtige Richtung sind.


    Idealerweise verteilt man bei einem völlig verhunzten Boden oder z.B. auf einem Baugrundstück eine dicke Schicht Mutterboden im Garten und wartet dann mal ab, bis sich da ein Gleichgewicht einstellt. Ich vermute, bei Dir war die Schicht zu dünn.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Ich denke auch, dass du mir organischer Masse in Form von Mulch (Heu, Stroh, Rasenschnitt, Blätter, Holzschnitzen, was immer du findest) wenig falsch und viel gut machen kannst. So fütterst du im Prinzip das ganze Bodenleben und führst gaaaanz langsam und dezent Nährstoffe zu. Bei mir wirkt Mulch in kurzer Zeit schon echt gut. Ich versuche alles was geht schön zuzudecken :)
     
    ralph12345, ne ich versuch den Garten nicht zu entsäuern. Er ist ja nicht zu sauer, sondern jetzt im Moment gut so... bzw. tendenziell zu alkalisch.

    Sorge hat mir allerdings die nach wie vor vorhandene Chlorose an 50% der Büsche bereitet. Ich hatte letzte Woche dann Eisendünger augebracht. Die Hauszwetschge hat jetzt wieder dunkelgrüne Blätter, genauso wie die japanische Weinbeere.

    Die beiden Johannisbeeren haben nach wie vor hellgrüne bis hellgelbe Blätter. Da die rote Johannisbeere ganz typische hoch gerollte braune Blattränder bekommt, vermute ich bei ihr die Blattfallkrankheit. Warum die gelbe Johannisbeere kaum noch Farbe in den Blättern hat, weiß ich nicht. Sie verliert inzwischen die ganz frisch augestriebenen Blätter.

    Die Himbeeren sind jetzt zwar auch wieder grüner geworden, aber jetzt von Spinnmilben befallen. Alle 4 Himbeerbüsche und auch die 20 Erdbeeren. Die Spinnmilben haben sich innerhalb einer Woche expolsionsartig vermehrt.

    Ähm... ach und die 3 Stachelbeeren werden mir von den Raupen der Stachelbeerfliege kahl gefressen. Ich renn da jeden Tag lang und pflück gefühlt 10 Raupen von jedem Zweig.
    Wobei das Stachelbeerhochstämmchen scheinbar Herbstlaub bekommt und kahl wird.

    Die neuen Blätter der einen Brombeere sind völlig verkrüppelt. Sie sehen aus, wie Blätter von einem Oregon Ahorn. Also nicht mehr diese typischen 5 Einzelblätter an einem Blattstiel, sondern irgendwie zusammengewachsen.

    Ja... jetzt hab ich zwar meine Bodenanalyse und weiß, dass ich nicht mehr Düngen brauch... hab aber das Gefühl mit dem Garten auf einem sinkenden Schiff zu hocken und nur einen Teelöffel zum Wasser schöpfen hab.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Ich weiß ja nicht, wie das Wetter die letzten Wochen bei dir war - hier war es lange zu trocken und zu warm, also bestes Spinnmilbenwetter. Sobald es wieder feuchter wird, sollte sich das Problem draußen im Garten von selber geben.

    Können das an deinen Johannisbeeren nicht auch Trockenschäden sein?

    Statt täglich zehn Raupen zu sammeln könntest du auch einmal konzentriert sammeln, dann hast du und dein Stachelbeerstrauch das Leid hinter sich. Ich habe dieses Jahr aus der väterlichen Stachelbeere auch bestimmt über 100 Spinnerraupen rausgesammelt. Nachdem sie weg waren, hat der Strauch sich gut entwickelt und trägt jetzt überreich.

    Alles in allem rate ich dir, jetzt nicht in Panik zu verfallen. Dein sinkendes Schiff liegt im Flachwasser und kann deshalb nur ein paar Zentimeter absinken und das Ufer ist nah. ;)

    Ralphs Bild vom Pendel passt sehr gut. So ein Garten braucht Zeit, Ruhe und organisches Mulchmaterial um zur Ruhe und einem Gleichgewicht zu kommen. Dann entwickelt sich über die Jahre auch neuer Humus und deine Sträucher gedeihen.

    Es kann sein, dass jetzt, im ersten Jahr, noch nicht alles eingependelt ist und die Sträucher etwas geschwächt sind. In diesem Zustand sind sie viel anfälliger für Schädlinge. Das bringt dich vielleicht um die Ernte eines Jahres, wird aber höchtwahrscheinlich deine Sträucher nicht umbringen.

    Liebe Grüße, Pyromella
     
    Ja und obs nicht genug wäre, hats hier angefangen zu stürmen. Heute morgen habe ich die ganzen Tomaten- und Paprikakübel direkt an die Hauswand geschoben, damit sie da leicht windgeschützt stehen. Direkter Westwind wird vom Nachbarhaus gut abgeschirmt.
    Dann hat vorhin der Wind gedreht und wehte aus der einzig gefährlichen Richtung... 5 der 7 Tomaten haben alle Triebe mit Tomaten dran verloren. Sind direkt an der Stelle abgeknickt, an denen ich sie an den Bambusstäben fest gebunden hab.
    Eine Tomate und zwei Paprikas sind samt Kübel umgekippt und direkt über der Erde abgeknickt.
    Gleich geh ich nochmal schauen, ob ich irgendwo noch Stäbe zum stabilisieren finde... obwohl jeder Geiztrieb schon seinen eigenen Rankstab hat.

    Ich hab jetzt das Trampolin meiner Kinder vor die Kübel gezogen. Eine andere Schutzmöglichkeit hab ich nicht.


    Jaaaa, es ist manchmal nicht wirklich leicht positiv ins Gartenjahr zu blicken, geschweige denn postiv aufs nächste Gartenjahr zu schauen :mad: Jetzt ist mal wieder so ein Moment, wo ich am liebsten einmal mit nem Flammenwerfer warm sanieren und danach alles zu betonieren möchte :mad:
     
    Die Stoffe, die bei dir um hohen Bereich sind, sind hat die, die bei diesem pH Wert optimal verfügbar ist.
    Eisen hingegen ist eher im Bereich zwischen 4 und 6 verfügbar(Mangan sogar noch darunter).

    Da die Messungen bei dir aber hauptsächlich Momentaufnahmen sind, würde ich auch erstmal alles zur Ruhe kommen lassen und nächstes Jahr noch mal messen.

    Wenn du das Gefühl hast irgendein Strauch kommt jetzt gar nicht zurecht, grab ihn aus, hebe das Loch mindestens in der doppelten Ballengröße aus und setzte den Strauch mit und in gekaufter passender Erde wieder ein.
    Dann hat er erstmal alles was er braucht.

    Das wäre aber jetzt nur meine ganz persönliche Vorgehensweise.
     
    Es hatte sich überschnitten.

    Verzweifel nicht, das wird schon alles wieder.
    Die abgeknickten Tomaten lässt du neu bewurzeln, die Paprika stellst wieder auf, wenn der Sturm vorbei ist und dann sieht alles nur noch halb so schlimm aus:o
     
  • Sorge hat mir allerdings die nach wie vor vorhandene Chlorose an 50% der Büsche bereitet. Ich hatte letzte Woche dann Eisendünger augebracht. Die Hauszwetschge hat jetzt wieder dunkelgrüne Blätter, genauso wie die japanische Weinbeere.
    Man müsste mal Bilder sehen, um da einen Mangel zu differenzieren. Aber Eisenmangel kann sein. Bei Dir im Boden zuwenig vorhanden und dann bei einem PH Wert, der die Aufnahme hemmt... Eisendünger kann man machen. Gibt's als Blattdünger, das wäre vermutlich sinnvoller, als noch was am Boden zu machen.
    Hier mal Bilder zu Mangelsymptomen, find ich extrem hilfreich.
    http://6e.plantphys.net/topic05.01.html

    Die Himbeeren sind jetzt zwar auch wieder grüner geworden, aber jetzt von Spinnmilben befallen. Alle 4 Himbeerbüsche und auch die 20 Erdbeeren. Die Spinnmilben haben sich innerhalb einer Woche expolsionsartig vermehrt.

    Ähm... ach und die 3 Stachelbeeren werden mir von den Raupen der Stachelbeerfliege kahl gefressen. Ich renn da jeden Tag lang und pflück gefühlt 10 Raupen von jedem Zweig.
    Ein neu angelegter Garten braucht eine ganze Weile, bis sie die natürlichen Fressfreinde der Schädlinge da eingefunden haben. Wir hatten im 1. Jahr massiv Blattläuse im garten, mittlerweile ist das kein Thema mehr, Marienkäfer und Flirfliegen erledigen das. Die Nützlinge kann man kaufen, Gegen Spinnmilben gibt's Raubmilben. Einfach online bestellen. Spinnmilben mögen es trocken. Die Himbeeren mal abduschen kann auch helfen. Aber den Boden nicht zu nass, sonst erkranken die Wurzeln. Da sind Himbeeren sensibel.
     
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