ausversehen Tomaten!

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Hallo ihr Lieben!
Vor einigen Wochen habe ich, nach dem wenig gekeimt ist, Prunkwinden Samen bei Amazon bestellt und in den Terrassenkübeln nachgesät.
Scheinbar war da jemand beim Samen "pflücken" nicht besonders achtsam, denn neben den Prunkwinden schlüpften einige Tomatenpflanzen in meinem Kübel (Schatten). Zuerst war ich nicht sicher, aber die Blätter riechen auch schon tomatig. Leider ist das nun nicht der beste Zeitpunkt für Tomaten!
Was soll ich tun?

LG
 
  • Hallo erstmal :)
    (- Tolle Signatur übrigens, das war jahrelang mein Lieblingsspruch! :cool:)


    Die Jahreszeit ist jetzt tatsächlich nicht so günstig für Tomaten, das stimmt. ;)

    Aber was du tun sollst, das kann dir vermutlich kaum jemand beantworten - die Frage ist eher: Was möchtest du tun..? :grins:

    Wenn du die Pflänzchen nicht sterben lassen möchtest (bei der drohenden Kälte ist ihnen der Tod auf absehbare Zeit sicher) könntest du sie ausgraben und in die Wohnung holen. Wobei das immer mit Vorsicht zu genießen ist, weil Pflanzen, die draußen stehen meist mit Schädlingen kontaminiert sind (auch ohne dass man zunächst etwas davon sieht - ein Läuseei, oder Eier von weißen Fliegen etc. kleben meistens irgendwo, auch wenn die Pflanze komplett "tierfrei" wirkt... )

    Auf jeden Fall hast du im Prinzip nur diese beiden Möglichkeiten - indoor-Pflege oder draußen sterben lassen.
    Für was du dich entscheidest, hängt also im Wesentlichen von deinen Vorstellungen (indoor-Tomaten ja/nein?) und Möglichkeiten ( --> helles, kühles Plätzchen? Kunstlicht? usw.) ab. :)
     
  • Wenn Du ernsthaft Tomaten ziehen willst, dann mach das im April, und vergiss die eine hier. Tomaten keimen wie blöd, das ist nicht seltenes kostbares, was man da aufheben müsste.
    Bei mir habe ich letzte Woche eine zwischen Thymian und Edelweiss im Steinbeet entdeckt. Keine Ahnung, wie die da hin gekommen ist. Und in der Nähe vom Gemüsebeet, so 2m weit weg hab ich haufenweise rausgerissen das Jahr über.
     
  • Wenn Du ernsthaft Tomaten ziehen willst, dann mach das im April, und vergiss die eine hier.
    nanana, willst du uns Winterzüchtern etwa sagen, dass wir hier nicht ernsthaft Tomaten ziehen würden..?! ;):-P

    Klar kann man eine Winteranzucht nicht mit einer Sommeranzucht vergleichen - natürlich wird man (ohne Erwerbsgartenbau-GWH-Bedingungen) niemals denselben Ertrag erzielen wie im Sommer.

    Aber den Spaß, im Winter mal eine Handvoll selbstgezogene Tomaten zu ernten... ganz zu schweigen von der Freude, ein paar Pflänzchen zum Betüddeln zu haben (beste Medizin gegen den Winterblues)... den wollen sich einige hier nicht nehmen lassen. ;)

    abgesehen davon muss man es natürlich auch nicht gleich als "Anzucht" bezeichnen, man kann die Sache auch einfach als "Keimprobe" tarnen. :grins:
    :pa:
     
    Naja, wirklich ernsthaft....

    April find ich persöhnlich arg spät. Anfang März sollte es wohl spätestens losgehen wenn man es ernsthaft machen will. Und selbst dann ist es für einige Sorten schon recht spät.
     
  • Mich persönlich würde auch die Sorte der unerwarteten Keimlinge interessieren...
    Und dafür mus man die großziehen :D
     
    Jaaa ich wüsste nämlich auch gerne, ob das stink normale Tomaten sind, oder vielleicht doch was exotischeres?
    Andererseits habe ich nur einen (auch im Winter hellen) Ort in der Wohnung und das ist leider das Wohnzimmerfenster mit Heizung drunter und ohne Fensterbank!
    Man müsste sie also direkt auf die Heizung stellen...
     
    Direkt auf der Heizung... - ich wage zu behaupten... das wird nix. :(

    Hast du nicht irgendein anderes Fenster in der Wohnung - notfalls auch ohne Fensterbank, aber Hauptsache ohne Heizung, wo du die Pflänzchen hinstellen könntest? :confused:
    Es gibt doch auch ganz billig so Beistelltischchen oder Pflanzenhocker... allein das wäre schon besser als direkt auf die Heizung (davon würde ich unbedingt abraten, das Ergebnis dürfte unschön sein).


    Ansonsten würde ich es an deiner Stelle auf jeden Fall mal probieren und gucken zu was die Pflänzchen sich entwickeln - gibt ja nix zu verlieren, nur zu gewinnen. :)
     
    Ich würde den Kleinen in einen Topf setzen und in einen warmen Raum stellen. (Warm, weil ich einfach keinen kühlen mit viel Licht und Platz habe :-)) Allerdings nicht direkt über die Heizung. Dann wachen lassen, und wenn die Pflanze zu groß wird, à la Bonsai beschneiden. Dann muss sie sich neu regenerieren, ist wieder kleiner, kommt mit den Temperaturen besser klar und für das Frühjahr hätte ich - sofern alles funktioniert - eine gut vorgezogene Pflanze.
     
  • Wenn man sie recht warm aber eher dunkel stellt, vergeilen die Pflanzen so extrem, dass man auch mit Beschneiden nicht viel Freude daran hat. Stiele + Blätter werden dann sehr lang und dünn. Man kann sie auf diese Weise sicherlich irgendwie am Leben erhalten, aber ob man eine große Freude daran hat, sei dahingestellt.

    Ein normal helles Fenster ohne Heizung darunter (wenn man kein Fensterbrett hat, kann die Pflanze ebensogut auf den Boden oder einen Pflanzenhocker gestellt werden:confused:) kann aber durchaus ausreichen - und es besteht immer die Möglichkeit, für ein paar Stunden täglich mit Kunstlicht nachzuhelfen. Verwendet man dabei eine Sparlampe (z.B. 15 Watt) und lässt sie nicht 24 Stunden am Stück laufen, kann man die Kosten so gut wie vernachlässigen.


    Nur mal als Beispiel...
    Bei einer 15-Watt-Energiesparlampe liegt der Verbrauch umgerechnet von Watt in kWh bei 0,015kWh.
    Wenn die Lampe 10 Stunden pro Tag läuft, werden dabei 0,15kWh Strom verbraucht.
    Zu berücksichtigen ist hier, dass die Strompreise nicht überall gleich sind.
    Da ich für das Beispiel eine Zahl brauche, gehe ich einfach von einem fiktiven Strompreis von 25ct/kWh aus (kann natürlich je nach regionalem Tarif billiger oder teurer sein)
    ... die Kosten für die Pflanzenbeleuchtung würden sich also bei 10 Stunden Beleuchtung pro Tag auf ~3,7 CENT pro Tag belaufen.
    Im Monat (~30 Tage) läge man preislich bei ~1,12 Euro.

    Dabei gilt: Unter eine Lampe passt natürlich mehr als eine einzige Pflanze.
    Die 1,50€ (bei mir läuft die Lampe momentan ~16h, und es stehen relativ viele Pflanzen darunter) ist mir mein Vergnügen wert... und die Pflanzen wachsen mit dem Licht sehr schön kompakt. :)

    Wie gesagt - wenn ein helles Fenster vorhanden ist, und möglichst moderate Temperaturen (ideal wären dann wohl so um die 18-20°C), kann es bestimmt auch ohne Kunstlicht gehen. Aber speziell in den Monaten Dezember + Januar ist das Tageslicht doch schon sehr spärlich...
     
  • Ich dachte für künstliche Beleuchtung bräuchte man spezielle Lampen?
    Kann ich die Tomate (und zwei Bananen, für die ich auch noch eine Lösung suche) tatsächlich mit einer "normalen", dh ja inzwischen halogen "Glüh"birne über den Winter retten?
     
    Speziell müssen die Lampen nicht unbedingt sein, sie müssen nur das "richtige" Lichtspektrum aufweisen, d.h. das Licht muss die erforderlichen blau- und rot-Anteile enthalten.
    Einige 6500k-Sparlampen (hatte z.B. längere Zeit eine 15-Watt-Sparlampe von Philipps) erfüllen diese Voraussetzungen tatsächlich auch, ohne dass man zu etwas besonderem greifen müsste. Bekommt man problemlos in jedem Baumarkt oder Elektrofachgeschäft.

    Seit letztem Winter verwende ich u.A. auch Osram-Fluora-Pflanzenleuchten, das sind im Prinzip ganz "normale" Leuchtstoffröhren (nur dass das Licht ein bisschen "violetter" wirkt, eben aufgrund des speziell auf den Pflanzenbedarf zugeschnittenen Lichtspektrums), die in jede für diesen Lampentyp geeignete Standard-Fassung passen (gemeint sind diese Leuchtstoffröhren-Fassungen).
    Hatte die Röhren für 8-9 Euro gekauft. Fand ich preislich völlig i.O., habe die Ausgabe nicht bereut.
     
    Ich hab sonen Spot von Ikea und zwei unterschiedliche Birnen die passen.
    Ist eine von denen vielleicht einigermaßen geeignet?

    Birne von Ikea:7W 50/60Hz 260lm 220-240V 0,061A
    Birne von Osram: Classic Eco 230V 33W
     
    Die erste Lampe könnte evtl. gerade passen, obwohl sie deinen Angaben nach wahrscheinlich eher "nur" bis zu 6000k haben könnte. Ob das "ausreicht", weiß ich leider nicht. (Könntest du, wenn es 6000k sind, ja aber einfach mal ausprobieren.)
    Bei der zweiten Lampe kann ich es anhand von Volt und Watt nicht beurteilen - es müsste auf der Verpackung eigentlich auch noch eine lm oder Kelvin-Angabe sein :confused:


    6500k-Lampen sind übrigens die Lampen, die auch als "Tageslichtlampen" bzw. daylight white-lampen verkauft werden. Speziell sind sie nicht (gibt's ganz normal zu kaufen), aber nicht jede Lampe hat dieses Spektrum.
    Es ist auch, davon abgesehen, nicht zwangsläufig so, dass jede 6500k-Lampe das richtige Lichtspektrum bietet, aber viele tun es wohl.
    Ich hatte mit Lampen zweier unterschiedlicher Hersteller jedenfalls positive Ergebnisse (Pflanzen vergeilten nicht).
     
    Wie gesagt, im Prinzip theoretisch fast jede "normale" Lampe, auf der 6500k steht.

    Wenn du aber ganz sicher gehen willst, dass deine Pflanzen das passende Lichtspektrum bekommen, nimm einfach eine Osram Fluora.
    Den Preis von 8-10 Euro finde ich wirklich ok, da kann man eigentlich nicht meckern. Vor Allem passen, wie gesagt, ja auch mehrere Pflanzen darunter, nicht nur eine. :)
     
    Es gibt zwar spezielle Systeme, m.E. ist das aber grundsätzlich nicht notwendig (auch wenn die Systeme durchaus sehr gut sein mögen) - ich selbst habe noch nie unterschiedliche Beleuchtung für Keimlinge, größere Jungpflanzen und "fertige" Austopf-Pflanzen verwendet, und stets sehr gute Ergebnisse erzielt. (Weder fehlte es meinen Pflanzen an Kompaktheit, noch an Chlorophyll noch an Blühfreudigkeit).

    Wenn der (Kosten-)Aufwand für ein Spezialsystem etwas schreckt (es hat nicht jeder, der 1-2 Pflänzchen anzüchten möchte mal eben 80-400 Euro rumliegen), der ist bestens mit einer 4-5-Euro daylight white-Sparlampe bedient, oder mit einer Osram Fluora für 8-10 Euro.
    Damit erzielt man (zumindest bei Tomaten und Paprika) genau dieselben Ergebnisse wie mit dafür ausgewiesenem Spezialzubehör, nur sehr viel günstiger.
     
    Die Osram Fluora ist eine Leuchtstoffröhre, die im verlinkten Shop angebotenen auch. Kostet das gleiche...
    Teuer wird das, weil Leuchtstoffröhren halt eine Lampe mit etwas Elektronik brauchen, wo man sie reinsteckt, während der Energiesparlampen eine Fassung für 'nen Euro aus dem Baumarkt reicht. Die Variante 2 Röhren mit samt Lampe und Reflektor kostet knapp 70€, ist wie gesagt nur etwas für diejenigen, die das öfter und in grösserem Masstab machen wollen. 3 verschiedene Leuchten für jede Wuchsphase finde ich nun allerdings auch übertrieben. Die Blütenstimulierenden Rot-Anteile gibt's von der normalen Zimmer Glühbirne oder vom Tageslicht im Frühjahr.

    Bei den normalen Tageslicht Energiesparlampen hab ich etwas bedenken, weil die Ihr Licht quasi in den ganzen Raum verteilen, kommt da noch genug an bei den Pflanzen? Kein Strahler, kein Reflektor, keine grössere Fläche wie die Neonröhre...

    Aber ich schätze mit der Beleuchtung ist es wie mit allem, man kann klein anfangen und probieren und man kann es übertreiben
    :-)
     
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