Tacho-Manipulation erkennbar?

tina1

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17. Juni 2008
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21.741
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Sachsen-Anhalt/Saalekreis
Hallo,

ich will mir, quatsch, ich will nicht-ich muß mir ein gebrauchtes Auto zulegen, da ich in einen Unfall verwickelt wurde. Nun ist mein Gefährt wohl nicht mehr zu retten. Wirtschaftlilcher Totalschaden höchstwahrscheinlich.
War wohl erst 8 Jahre jung, hätte mich auch nie getrennt.
Nach "Ersatz" hab ich auch schon geschaut. Für ein vergleichbares Modell muß ich doch recht tief in die Tasche greifen, jedenfalls tiefer, als ich es mir leisten kann.
Nun bin ich auf ein Fahrzeug gestoßen, welches bei einer Erstzulassung von 7/1999 nur 102 000 km auf dem Tacho hat.
Das ist doch nicht normal. Wird man da evt.über den Tisch gezogen und kann man als Laie eine Manipulation überhaupt erkennen?
 
  • 1. Hat das Auto bereits eine OBD oder OBD-2-Schnittstelle?
    2. Wieviele Vorbesitzer hatte der Wagen?
    3. Gibt es seriöse Rechnungen über durchgeführte Reparaturen/Kundendienste?
    4. Gibt es alte TÜV-Prüfberichte?
     
    Da kann ich überall nur sagen, ich bin (noch)unwissend. Nur, es ist 2.Hand.
    Hab es im Internet bei einem Händler gesehen und muß es erst noch besichtigen.

    Aber, ich kaufte vor einigen Jahren auch einen Gebrauchten. Es war 2.Hand, total wenig km, obwohl vom Typ eine Reiselimousine. Sie wurde von einem selbständigen Handwerker erworben, der mußte sie notverkaufen, wegen Konkurs der Firma. Dann erwarb sie ein Manager, der hatte auf Grund der Größe ständig Parkprobleme in den engen und kurzen Lücken der Innenstadt und nun ist Tina der Besitzer. Dieser Wagen hatte auch unüblich wenige km drauf.
    Und die wartet nun auf ein H-Kennzeichen.;)
     
  • Muss nicht unbedingt Manipulation sein. Ich fahre einen fast 19 Jahre alten Polo, der nur 130.000 km auf dem Buckel hat! Und ich bin der erste Besitzer. Vielleicht wurde dieses Auto, so wie mein Polo, auch hauptsächlich für den Stadtverkehr genutzt.
     
  • Dann muss ich Dir die Fragen selbst beantworten:

    1. Wenn das Fahrzeug eine serielle Schnittstelle für das Steuergerät besitzt, ist die Tachomanipulation ein sekundenschnelles Kinderspiel. Die Manipulation ist für den Laien nicht erkennbar.

    Deswegen:

    2. Evtl. Vorbesitzer nach dem Kilometerstand bei der damaligen Veräußerung fragen.
    3. Anhand von (seriösen) Rechnungen den Kilometerstand checken und vergleichen.
    4. Anhand von Prüfberichten den Kilometerstand checken und vergleichen.

    Zusätzliche Tipps:

    Abnutzungszustand der Pedalgummis, des Fahrersitzes und der Lenkradummantelung in Augenschein nehmen. Bei ca. 100.000 km dürften da noch keine großartigen Abriebe zu verzeichnen sein.
     
  • Das will ich auch sagen, Wir kommen trotz mehrfachen Fahrten nach Südsachsen im Jahr auf ca 5000 Km Fahrleistung weil der Astra eigentlich nur zum Einkaufen und Baumarktfahrten genutzt wird. Da wir ÖPNV Nutzer sind. Beruflich gefördert.

    Aber ich rate zum TÜV Testtermin bei sowas.

    Liebe Grüße
     
    He Beate,

    das ist echt schwierig. Als uns der TÜV von unserem ersten "Westauto" trennte, mußte auch ganz schnell ein anderes her.
    Unser Ford Escort hatte einen Riß in der Ölwanne, das war nach fast 15 Jahren der einzige Makel. Da hatten wir wohl im Skandinavien-Urlaub auf unbefestigter Piste den Unterboden beschädigt.
    In unserer Werkstatt stand dann ein Golf 3 zum Verkauf. Den Wagen hatte sich der Enkel einer Oma unerlaubt aus der Garage geholt und war ohne Lappen damit in eine Polizeikontrolle geraten. Der Wagen stammte aus der Nähe von Bonn und der junge Fahrer hier aus meiner Gegend, wo er auch aufgegriffen wurde.
    Die Oma hat dann erklärt, er stünde schon über ein Jahr ungefahren herum und sie wollte ihn eigentlilch verkaufen und da sie nicht wußte, wie sie das angehen soll und es auch nicht eilte, hätte sie sich nicht gekümmert. Nur Steuern und Versicherung hatte sie immer pünktlich gezahlt und den TÜV machen lassen.
    Die ist jahrelang einmal pro Woche ca.500 m bis zum Discounter gefahren. Das Auto hatte auch anfangs Schwierigkeiten, über 100 km/h zu fahren.:d
     
    Dann werd ich das gute Stück mal unter die Lupe nehmen. Ein Bekannter hat sich die Fotos angeschaut und ist der Meinung, für den Preis sollte man eine Besichtigung ruhig machen.
    Diese Typen von Fahrzeugen, fahre ich auch selbst-nur größer, haben innen so einen empfindlichen samtigen Bezug auf Sitzen und im Türinnenraum und der schaut gut aus(wie gesagt, auf dem Foto).
    Muß man halt aus der Nähe sehen.
    Ob dieses Baujahr schon diese Schnittstelle hat-weiß ich nicht.
     
  • Nun ja,
    die Motorengröße wird nicht nach der Leistung in kW gemessen, sondern nach dem Hubraum.

    900 cm³ = kleiner Motor
    4500 cm³ = sehr großer Motor

    ;)
     
    Eine Tachomanipulation wirst du nur über eine Werkstatthistorie nachweisen können. Dort sind Datum und km Stand hinterlegt. Selbst wenn das Fahrzeug über eine OBD Schnittstelle verfügt, wirst du es darüber niemals rausbekommen können. Es sei denn es waren Vollhonks die die Tachoeinhait manipuliert haben. Alle Servicestände werden im Falle einer Manipulation neu geschrieben und alle möglichen Steuergeräte und Speicher werden angepasst. Sicherlich wird es Spezialisten geben die den Eingriff in die Software beweisen können, aber das würde jeden Rahmen sprengen.
    Lass dir das Serviceheft zeigen. Ist das nicht vorhanden oder Lückenhaft, Finger weg. Achte auch darauf das z.B. die Eintragungen im Serviceheft eindeutig mit Zeitabständen geschrieben worden sind. Abgegriffene Seiten, unterschiedliche (farbige) Unterschriften hier und da mal ein kleiner Fleck vom antatschen in der WS.
    Wenn möglich die Eintragungen mit der WS abklären die den Eintrag gemacht hat.
    Betrüger schrecken auch nicht davor zurück ganze Servicehefte neu zu gestalten.
     
    Ein seriöser Händler liefert auch ein, für den Kunden kostenloses, Gebrauchtwagen Zertifikat mit ab. So geschehen bei meinem Wohnmobil Kauf.
     
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