Seidenbaum richtig schneiden

Tayla88

Neuling
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04. Aug. 2026
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Hallo in die Runde,

ich bräuchte Hilfe beim Formschnitt unseres neuen Seidenbaumes.
Ich habe keine passenden Themen dazu gefunden.
Er ist gut angegangenen und wächst sehr schön.

Jetzt hätten wir gerne, dass er noch nicht so sehr in die Breite geht, sondern erstmal mehr in die Höhe wächst und die Verzweigungen erst weiter oben beginnen.
Mein Mann und ich haben da zwei völlig verschiedene Ansätze.

Er würde gerne nur die äußeren Blätter an den Ästen stehen lassen und die beiden Hauptäste nach oben mehr zusammen binden, dass die Äste nach oben stärker werden und dort die Verzweigungen erst mehr stattfinden.

Ich dachte, man würde beide Äste kürzen. Und dann hätte ich das an zwei Blättern auf ungefähr der selben Höhe gemacht deren Knospen/Blatt nach innen zeigt.
Für mich wäre dabei die Logik, dass die stehengelassenen Blätter die weitere Wuchsrichtung des Baumes (in meiner Logik nach oben mittig) vorgeben.
Mein Mann hält dagegen, dass kürzen der Zweige genau unserem Wunsch entgegen wirken würde und das buschige Wachstum auf dieser Höhe forcieren würde.

Könnte mir hier jemand weiterhelfen wie wir das am besten angehen?

Herzlichen Dank schon vorab und liebe Grüße
Tayla
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  • Wenn das ein Baum werden soll, dann sind weder die Vorgehensweise deines Mannes, noch Deine die richtigen.

    Der braucht erst mal einen Leittrieb. Also einen Ast, der senkrecht nach oben geht und den zukünftigen Stamm bildet.
    Noch sind die beiden Äste so weich und biegsam, dass du jeden von Beiden verwenden kannst. Der linke ist stärker, den würde ich bevorzugen, wenn er nicht schon zu starr ist.

    Neben den Baum einen starken Pflock einrammen, nicht so einen labberigen Bambusstab. Daran den ausgewählten Ast senkrecht anbinden. Mit Gefühl vorgehen! Das Bindematerial darf nicht scheuern, muss aber reißfest sein. Ein ausgedienter Perlonstrumpf eignet sich prima.

    In dem Maß, wie der Stamm an Höhe gewinnt, kann man alle Äste unterhalb der gewünschten Kronenhöhe abschneiden. Aufasten nennt sich das. Noch aber braucht der alles, was er an grün hat. Ist ja eh nicht so viel.
     
  • Und stell dann noch mal ein Foto ein, auf dem man den Ansatz des hoch gebundenen Astes gut erkennen kann. Dann können wir dir sagen, ob das ausreichend ist, oder ob du dir da einen unschönen Knick bastelst. 😏
     
    Mein Mann ist zwar nicht amused, aber da mach ich mich mal an den Versuch. Herzlichen Dank :)
     
  • Beide Hauptäste auf dieselbe Höhe zu kürzen, käme mir hier eher falsch vor. Vor allem, wenn der Baum zunächst noch Höhe gewinnen soll. Er könnte dann ausgerechnet an den Schnittstellen wieder stärker austreiben und noch breiter werden. Mit ein paar stehen gelassenen Blättern lässt sich die Richtung vermutlich auch nicht wirklich steuern. Zusammenbinden würde ich die Äste allerdings ebenso wenig.

    Der geradere Trieb sieht für mich noch am ehesten nach dem künftigen Haupttrieb aus. Den könnte man locker an einem Stab führen. Am anderen würde ich vorerst gar nicht viel machen, die unteren Verzweigungen können später Stück für Stück weg. Im August würde ich daran ohnehin kaum noch schneiden.

    Ganz schmal wird der Seidenbaum später vermutlich nicht. Seine Krone geht normalerweise deutlich in die Breite. Auf einem Gesamtfoto würde man besser sehen, welcher Trieb sich anbietet, besonders unten am Ansatz.
     
    Der braucht erst mal einen Leittrieb. Also einen Ast, der senkrecht nach oben geht und den zukünftigen Stamm bildet.
    Platero hat recht!
    Hier ein Beispiel für den Aufbau eines Leittriebes ...

    Edit: @Tayla88 jetzt nicht schneiden, damit maxiaml Reservestoffe in die Wurzel eingelagert werden – Rückschnitt zur Leittrieberziehung erst im Februar oder März
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Hallo zusammen,

    herzlichen Dank für die ganzen Tipps und Anleitungen :)

    Mein Mann hat mir jetzt kooperativ einen Pflock eingeschlagen.

    Nachfolgend ein paar Bilder.

    Passt das so? Lass ich den rechten Trieb jetzt erstmal so? Und wann und wie schneide ich? Klang für mich nach Frühjahr.

    Herzliche Grüße
    Tayla
     

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  • Im Prinzip passt das so…..ein paar kleine, aber wichtige Änderungen sind nötig.
    Der Pflock sollte GERADE stehen. Da sich der Seidenbaum auf daran orientiert, wird er sonst genauso windschief, wie der Pflock. 😉
    Die Gefriertütenverschlüsse zum Anbinden gehen gar nicht! Die scheuern die Rinde ab und wenn der Ast in der Dicke zunimmt, schnüren sie ein. Das kann bis zum Exitus führen, mindestens aber mal eine „Sollbruchstelle“ erzeugen.
    Wenn euch Perlonstrümpfe zu hässlich sind, dann ein Stück alten Fahrradschlauch um den Trieb legen (als Rindenschutz) und mit einer weichen Schnur (Gartenschnur, Gartenbast) anbinden.

    Die Übergangsstelle zum aufgebundenen Ast ist euch gut gelungen. Das kann so bleiben (finde ich).
    Schnitt erst, wenn das Bäumchen an Höhe gewonnen hat und es „oben“ dann mehr Äste hat. Dann kann der Unterste komplett weg. Ganz nah am Stamm entfernen! Das kann aber durchaus noch 1-2 Jahre dauern, kommt ein bisschen auf die weitere Entwicklung der Albitzia an.

    P.S.auf dem Foto sieht es so aus, als hätte der Baum mal einen Leittrieb gehabt. Was ist mit dem passiert? Habt ihr den abgeschnitten? 😳
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Die Gefriertütenverschlüsse zum Anbinden gehen gar nicht! Die scheuern die Rinde ab und wenn der Ast in der Dicke zunimmt, schnüren sie ein. Das kann bis zum Exitus führen, mindestens aber mal eine „Sollbruchstelle“ erzeugen.
    Wenn euch Perlonstrümpfe zu hässlich sind, dann ein Stück alten Fahrradschlauch um den Trieb legen (als Rindenschutz) und mit einer weichen Schnur (Gartenschnur, Gartenbast) anbinden.
    (y):D
    Ich nehme Isolierband ohne Gewebeverstärkung – das dehnt sich etwas, wenn der Trieb dicker wird.
    Klebeseite nehme ich nach außen.
     
    Das war extra Bindedraht für Pflanzen. Für mich laienhaft gedacht, was passendes.
    Das mit dem Ausrichten müssen wir wahrscheinlich noch mal nachjustieren, aber ich war positiv überrascht, dass sich die Äste noch so gut formen lassen.

    Was den Wuchs und scheinbaren Cute angeht: gefühlt sah der Kleine bei Lieferung wie ein Stock aus. Aus dem glücklicherweise sich recht schnell aus den Knospen Blätter und Äste gebildet haben. Nur halt leider nicht an der "Stockspitze".

    Auf jeden Fall herzlichen Dank für die ganzen Impulse. Ich bin zuversichtlich, dass wir ihn in die richtige Richtung bekommen :)
     
    Das war extra Bindedraht für Pflanzen. Für mich laienhaft gedacht, was passendes.
    Wenn wir mal ne Rosenranke anbinden müssen, nehmen wir so was auch schon mal. Aber nicht bei Bäumen….jedenfalls nicht ohne Polsterung!
    Was den Wuchs und scheinbaren Cute angeht: gefühlt sah der Kleine bei Lieferung wie ein Stock aus.
    Das wäre halt genau das Richtige gewesen! Der „Stock“ wäre weiter in die Höhe gewachsen und hätte irgendwann oben Seitenäste gemacht. Ein Baum halt!
    Dadurch, dass ihr den Stock abgeschnitten habt, hat die Albitzia natürlich aus Hilfsknospen neu Äste gemacht. Ohne weiteres Zutun wäre das nun ein Busch geworden (und geblieben).
    Aus dem glücklicherweise sich recht schnell aus den Knospen Blätter und Äste gebildet haben. Nur halt leider nicht an der "Stockspitze".
    Das Ganze Prozedere jetzt dient dazu, einen neuen Stock zu produzieren. Nicht schlimm, aber ein unnötiger Umweg….
    😉
     
    Die werden ja ständig nachproduziert! Ich flicke meine Fahrradschläuche, aber wenn irgendwann Flicken auf Flicken sitzt, muss ein Neuer her. 👆🏼
    Wenn am Reifen das Profil runter ist und das blaue Felgenband durch guckt, wirds auch Zeit. 😆
     
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