Keimbedingungen von Gras

Platero

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Hallo,
Ja, ich weiß wie man Rasen ansät. Das soll hier nicht Thema sein.
Was mich seit eh und je wundert, ist dass man den Rasensamen feucht halten muss, den Boden adäquat vorbereiten, etc.pp. Und das „Kuhgras“, also wild angewehte Samen von Irgendwoher, Keimen einfach so. Ist das einfach eine Funktion der Menge? Von 100 kommen 2 durch und von 1000 dann halt 20?
Ich habe jetzt mal ein Stück Rasen, dass so ein bisschen spärlich war, hoch werden lassen und Samenstände bilden. Kommen da von den zig-1000 eventuell auch genügend hoch? Natürlich habe ich drauf geachtet, nur Rasengräsen aussamen zu lassen! 😉
 
  • Für mich ist das schlichtweg eine Frage des Anspruchs, den man an einen Zierrasen / Englischen Rasen / Golfrasen bzw. an eine Kuhweide hat.
    Man kann auch edelstes Saatgut so aussäen, dass die Fläche später wie eine Kuhweide aussieht.
     
    Schon klar, die Frage ist, warum keimt das Eine ohne jegliches Zutun, oft auch gegen den eigenen Willen, und das Andere muss man hätscheln und pflegen.
    Ist doch Beides im Endeffekt Gras!
    Um den Zustand der Fläche im weiteren Verlauf geht es mir jetzt nicht.
     
  • Unterschiedliche Rasen-Arten, denke ich.
    Manche Gräser überleben in 2-3 mm schmalen Pflasterfugen in Sand jahrelang, z.B. bestimmte Festuca spec.
     
  • Was mich seit eh und je wundert, ist dass man den Rasensamen feucht halten muss, den Boden adäquat vorbereiten, etc.pp. Und das „Kuhgras“, also wild angewehte Samen von Irgendwoher, Keimen einfach so. Ist das einfach eine Funktion der Menge?
    Vermutlich auch, aber sicher nicht nur. Ich denke, es gibt Gräser, die eine längere feuchte Zeit bei einer bestimmten Temperatur brauchen um zu keimen, und andere sind flotter und anspruchsloser. Blöderweise ist das bei manchen der Fall, die man nicht im Rasen haben möchte.
    Ist doch Beides im Endeffekt Gras!
    Das ist so wie: sind doch alles Bäume / Sträucher / Kräuter ..
    Ich habe jetzt mal ein Stück Rasen, dass so ein bisschen spärlich war, hoch werden lassen und Samenstände bilden. Kommen da von den zig-1000 eventuell auch genügend hoch? Natürlich habe ich drauf geachtet, nur Rasengräsen aussamen zu lassen
    Interessanter Versuch. Ich schätze, Du wirst auch einiges an Gras sehen, das als Samen dahergeweht wurde.
     
  • Diese Frage hat mich jetzt auch sehr interessiert und ich habe die KI (Quelle ChatGPT) mal befragt:

    Ein paar Gründe:

    • Auf einer Weide wachsen viele verschiedene Grasarten und Kräuter. Es reicht, wenn ein Teil der Samen keimt. Die Natur hat Millionen Samen zur Verfügung, und über Monate oder Jahre setzen sich die Pflanzen durch, die am besten zum Standort passen.
    • Im Garten sät man meist eine ausgewählte Rasenmischung. Man möchte, dass fast jeder Samen keimt, damit schnell eine dichte, gleichmäßige Fläche entsteht. Deshalb muss der Boden feucht gehalten und gut vorbereitet werden.
    • Feuchtigkeit ist entscheidend. Ein Grassamen, der nach dem Keimen austrocknet, stirbt leicht ab. In der Natur fällt die Keimung oft in feuchte Jahreszeiten, und es gehen eben viele Samen verloren – das spielt dort keine große Rolle.
    • Walzen sorgt dafür, dass die Samen guten Kontakt zum Boden haben. Ohne diesen Kontakt trocknen sie schneller aus oder werden von Vögeln gefressen.
    • Dünger beschleunigt das Wachstum der jungen Gräser. Auf einer Weide wachsen die Pflanzen langsamer und beziehen ihre Nährstoffe aus dem Boden oder – daher der Name „Kuhrasen“ – aus dem Mist der Weidetiere.
    Kurz gesagt: Die Natur kann es sich leisten, dass 90 % der Samen scheitern. Der Gärtner möchte möglichst 90 % Erfolg haben. Deshalb wird bei der Rasenansaat so viel Aufwand betrieben.

    Für mich macht die Antwort der KI vollkommen Sinn. Das wären auch meine Gedanken gewesen.
     
    Und das „Kuhgras“, also wild angewehte Samen von Irgendwoher, Keimen einfach so. Ist das einfach eine Funktion der Menge?
    Wenn mit "Kuhgras" die pösen Poas gemeint sind, dann liegt es vermutlich daran, dass sie auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gedeihen. Wohl alle Gräser keimen in einem schon vorhandenen Rasen besser als auf einer kahlen Fläche, weil sie von den anderen Gräsern beschattet werden und deren Verdunstung die Luftfeuchtigkeit erhöht. Poa annua und Poa trivialis können als Untergräser aber gegen die Konkurrenz der umgebenden Gräser gut bestehen und wenn die Bedingungen für die guten Rasengräser schlechter werden, laufen sie zur Hochform auf.

    Übrigens halte ich die Verbreitung der Rasensamen durch Wind für bestenfalls zweitrangig. Sollte zur Reifezeit der Samen ein Gewittersturm aufziehen oder ein Feld mit tausenden Gräsern nebenan sein, mag das passieren, aber außer im Rasen habe ich hier in Beeten noch keine Poa trivialis gefunden. Ich denke, entweder hat man die Fremdgräser bereits mitgekauft, oder sie werden durch Tritt verbreitet.
     
    Wenn mit "Kuhgras" die pösen Poas gemeint sind, dann liegt es vermutlich daran, dass sie auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gedeihen. Wohl alle Gräser keimen in einem schon vorhandenen Rasen besser als auf einer kahlen Fläche, weil sie von den anderen Gräsern beschattet werden und deren Verdunstung die Luftfeuchtigkeit erhöht. Poa annua und Poa trivialis können als Untergräser aber gegen die Konkurrenz der umgebenden Gräser gut bestehen und wenn die Bedingungen für die guten Rasengräser schlechter werden, laufen sie zur Hochform auf.

    Übrigens halte ich die Verbreitung der Rasensamen durch Wind für bestenfalls zweitrangig. Sollte zur Reifezeit der Samen ein Gewittersturm aufziehen oder ein Feld mit tausenden Gräsern nebenan sein, mag das passieren, aber außer im Rasen habe ich hier in Beeten noch keine Poa trivialis gefunden. Ich denke, entweder hat man die Fremdgräser bereits mitgekauft, oder sie werden durch Tritt verbreitet.
    Nein, die Poas meinte ich nicht mit „Kuhgras“, sondern diverse Hochleistungsgräser, die auf Weiden gesät werden, weil sie schnell viel Masse bilden. Meistens haben sie auch breitere Blätter, als die Rasengräser.
    Und wir haben eben eine Pferdeweide direkt angrenzend.
     
    Nein, die Poas meinte ich nicht mit „Kuhgras“, sondern diverse Hochleistungsgräser, die auf Weiden gesät werden, weil sie schnell viel Masse bilden.
    Auf Weiden werden gern Weidelgräser genutzt (wen wunderts). Besonders schnell wachsend ist das Einjährige Weidelgras. Schnell wächst auch das Knauelgras.

    Welche Fremdgräser wachsen in deinem Rasen?
     
  • Sieht nach Poa annua aus, meistens.
    Dieses Gras finde ich auch in den Beeten. Aber wohl nicht, weil der Wind die Samen hergeleitet hat, sondern weil schon Samen im Boden lagen. Irgendwann mal eingeschleppt Sobald eine Pflanze schon vor dem Entfernen Samen verstreut hat, und das passiert bei Pa erschreckend schnell, kann man damit rechnen, dass die nächsten fünf Jahre Sämlinge davon wachsen werden. Wenn davon wieder Samen übersehen werden, verlängert sich die Zeit. So zumindest meine Beobachtungen.
     
    Hallo @Pluto, anbei mal ein Foto von dem, was ich so unkorrekt „Kuhgras“ genannt habe….
    Es ist mir jetzt auch gar nicht mal so wichtig zu wissen, welches Gras das gezeigte ist. Ich muss es ausstechen, aus die Maus. Wollte nur mal wissen, warum das ohne weiteres Zutun keimt, und die „gewollten“ Rasengräser eben nicht. Die Antwort von Linserich, dass es in der Natur schlicht eine Frage der Menge ist, scheint schlüssig. 😉
    IMG_1794.webp
     
    Hallo @Pluto, anbei mal ein Foto von dem, was ich so unkorrekt „Kuhgras“ genannt habe….
    Viele Details erkenne ich auf den Foto nicht. Nur dass die Blätter hellgrün, breitblättrig sind. Passend wäre da das Knaulgras. Bei uns ist es aber schon erwachsen und die Blütenstände bis über einen Meter hoch.

    Knaulgras (auch Knäuelgras, Dactylis glomerata) ist hellgrün, matt auf der Blattober-und unterseite, unbehaart, hat keine Blattöhrchen, eine lange, etwas ausgefranste Ligula und stark abgeplattete Blattscheiden.

    Bilder:
    Knaulgras Ligula 20220426.webp
    Knaulgras Rispe 20220426.webp

    Sind die Blätter aber kaum gekielt, mit deutlichen Blattöhrchen, kurzer Ligula und starken Rhizomen, könnte es die Quecke sein.
    Bilder:
    Quecke 20210907.webp

    Quecke Blattöhrchen+Ligula 20220501.webp

    Quecken 20230505.webp
     
    War mir klar, dass das Foto zur Bestimmung nicht geeignet ist! 😉
    Erwachsen ist es deswegen nicht, weil es ja immer wieder abgemäht wird. Legt aber im Vergleich zum Rasengras ein ordentliches Tempo vor. Es ist im Griff ganz weich und wollig-behaart. Egal, ich muss es halt Einzeln raus stechen.
    Das ist ein „Geschenk“ von meiner Nachbarin, die meint, wenn sie sich einfach null um ihren Garten kümmert, wäre das Resultat eine ökologisch wertvolle Blümchenwiese. 🙄
    Im Moment hat sie da ganz aparte rosa blühende Ackerwinden am Start…..🤮
     
    Also bei mir keimt Gras am besten, wenn der Boden schön feucht ist, aber nicht staunass. Ich halte die Erde immer ein bisschen feuchtig, besonders in den ersten Wochen nach der Aussaat.

    Wichtig ist auch, dass es nicht zu kalt sein darf. Bei Zimmertemperatur oder draußen im Frühling/Sommer geht es eigentlich ganz gut. Licht brauchst du nicht unbedingt für die Keimung, aber sobald die ersten Halme sprießen, sollte es hell sein.

    Und ehrlich gesagt bin ich der Typ, der einfach die Samen rein macht und dann regelmäßig gießt. Nach ner Woche oder zwei sieht man dann schon die ersten grünen Spitzen kommen.
     
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