Planungs- und Kontrollmatrix + Monitoring + Wasserfiltersystem für meine Bäume

Zu meinen Euphorbien habe ich mir Ende 2025 noch große Exemplare einer Beaucarnea Recurvata, eines Ficus Microcarpa Ginseng Bonsai und eine kleinere Yucca Elephantipes zugelegt.
Diese habe ich nach knapp 2 Wochen Eingewöhnungszeit in Lechuza Classic 35 bzw. 28 mit ungedüngt mineralischen Substrat umgetopft.
Der Tank in Kombination mit mineralischen Substrat funktioniert gut, vorausgesetzt man hat das System verstanden und man überträgt es individuell auf den jeweiligen Baum.
Das auch zur jeweiligen Saison, und Pflanz- / Tankvolumen. Hilfreich dabei ist natürlich die Anzeige zum Tankfüllvolumen.

Was hierbei aber sonst auch immer aber fehlt ist ganz klar die Information über das Feuchtigkeitsgehalt des Substrats in der jeweiligen Tiefe.
Hierfür gibt es meist 0815 Sensoren die man ins Substrat steckt und dann die ungefähre Deutung angezeigt bekommt.
Diese funktionieren jedoch nur im organischen Substrat. Für mineralisches Substrat sind kapazitative Sensoren vonnöten.
Viele Angebote solcher gibt es nicht. Und wenn es sie gibt, dann einzeln, also nur der Sensor ohne jegliche Anzeige zum selbstbauen auf Adruino Basis, oder ganze Systeme mit Gateway & Co., oder ultra teuere Apparaturen für industrielle oder wissenschaftliche Zwecke wo einem direkt die Auswertung angezeigt wird.
Fragen die man sich auch noch stellen muss ist, ob man ein so großes Füllvolumen, oder Topf Diameter hat, dass möglicherweise mehr als ein Sensor notwendig sein könnten, und in welcher Tiefe sowie Ort der relevante Wert erhoben wird. Denn die Einstecktiefe ist begrenzt, und gemessen wird an der Spitze.
Frage ist auch, ist es ein Flachwurzler oder nicht, und welche Grundlage hat die Erhebung für möglich weitere Berechnungen und deren Aussagefähigkeit.

Ich benötigte für 5 Bäume mit ausschließlich mineralischen Substrat kapazitative Sensoren. Ich wollte mit möglichst einem Sensor pro Topf arbeiten, auch wenn fast alle Töpfe recht groß waren.
Gemessen sollte im Idealfall der Feuchtigkeitsgehalt irgendwo zwischen oberen Drittel bis ca. Mitte des Substrats. Das untere Drittel ist nicht relevant, da sich dort im Fall der Fälle durch Kondensation aus dem Tank zuletzt das feuchteste Substrat halten wird. Zudem ist das letzte Drittel fast Analog zur Tankfüllanzeige des Lechuza Topfs zu deuten.
Wenn derjenige sein Baum selbst umgetopft hat, weiß derjenige auch die Einstecktiefe und dessen Wurzelverhalten zu deuten.

Ich wollte keine (Meta)Daten in eine Pseudo Cloud auf irgend einer Plattformökonomie übertragen, auch wollte ich nicht daran gebunden sein irgendwelche Massenüberwachungssysteme wie sog. "Smartphones" oder Tablets nutzen zu müssen, nur weil irgend eine bescheuerte Äpp das erfordert.
Auch wollte ich keine permanente WLAN Funkfrequenzen in Betrieb haben, und ich wollte keine embedded Hersteller Software nutzen wollen, die dann vermutlich irgendwann nicht mehr gepflegt wird und somit der Betrieb eingestellt wird, obwohl die Hardware noch funktioniert.

Die Entscheidung fiel dann auf das offene Ecowitt System, bestehend aus GW3000 Gateway und WH51 Sensoren.
Der Gateway hat zwar WLAN Integration, diese ist aber für den Betrieb nicht entscheidend und kann totgeschaltet werden. Ins LAN kann es über RJ45 Schnittstelle integriert werden.
Kommunizieren tut der Gateway mit den Sensoren über das ISM and SRD SUBG unter 1 GHz. Diese Frequenz ist eine komplkett andere als die herkömmlicher 4G Modems oder Wi-Fi Arbeitsfrequenzen.
Falls man das will kann man eine Micro SD Karte einstecken, dann schreibt der Gateway darauf .csv Dateien, mit denen man dann historische Werte analysieren kann.
Wer sich tiefer damit beschäftigen will, die Unterschiede sowie Möglichkeiten oder Beschränkungen der verscheidenen Systeme verstehen will, kann ich wärmstens das Wiki empfehlen: start [Wiki - Fine Offset Ecowitt Ambient Weather Stations (and clones)]

Der Hersteller geht davon aus, dass nach erfolgreicher Einrichtung deren Äpps genutzt wird. Das wollte ich aber nicht. Das Gateway hat aber auch einen lokalen Webserver am laufen, wo Livedaten rudimentär eingesehen werden können.
Für den Anfang war das sehr ausschlussreich, weil mir das erlaubte endlich zu sehen was im Topf los war, und was mir bspw. so ein tropischer und im Vergleich zu Euphorbien empfindlicher Baum wie eine Ficus Microcarpa mit seinem Verhalten eigentlich sagen möchte.
Denn genau der Baum war der ausschlaggebende Punkt weshalb ich damit anfing.

Am Rande möchte ich noch erwähnen, dass wir hier recht hartes Wasser haben. Das kann eine Euphorbia deutlich besser "ertragen" als bspw. ein Ficus Microcarpa. Aber auf Dauer ist die erhöhte Kalzium Mineralisierung für niemanden gut.
Anfangs dachte ich noch an Regenwasser und Tonne auf dem überdachten Balkon, aber nach Testaufbauten mit großen Einfangtrichter habe ich das als zu ineffizient schnell wieder verworfen.
Umkehrosmose wollte ich nicht, weil mir das zu Energieineffizient ist, und ich dann wieder damit beginnen müsste, jedem Baum durch individuelle Düngerrezepte die benötigten Mineralien in der jeweiligen Konzentration zuzuführen, was wiederum Kosten verursacht hätte und auch immer so eine Sache ist.
Die Anforderung war Kalk nicht ganz zu entfernen, sondern soweit zu senken, dass es tendentiell in Richtung Neutral kommt. Weiter wollte ich dass notwendige Mineralien nicht herausgefiltert werden, sondern erhalten bleiben. Sonstige Schadstoffe die ebenso entfernt werden, nehme ich gerne mit.
Zudem sollte es modular sein. Die Entscheidung fiel auf das Frizzlife TW15 System. Ich habe es an einem kleinen ungenutzten Waschbecken montiert um es nicht nonstop im Betrieb zu haben. Was ich anfangs eigentlich nur für die Bäume einsetzen wollte, nutze ich mittlerweile auch für mich zum trinken.
Die Messprobe gibt mir recht. Es ist nicht nur gutes Gießwasser, sondern auch für solche Kandidaten die eine wöchentliche Feuchtigkeitsbesprühung des Blattwerks erfordern. CAM Photosynthese Kadidaten profitieren dabei auch von weniger aggresive Kalkablagerungen auf dem Blattwerk.

Nachdem ich also über einige Wochen im Dezember verfolgen konnte wie sich der jeweilige Baum mit Feuchtigkeit umgeht, und wie schnell die Kurve fällt, konnte ich durch diesen Kipppunkt ziemlich gut ablesen wie eben nicht überreagiert werden soll, und wie die Wurzeln dahingehend trainiert werden können, weniger stets vom oberen oder mittleren Substrat abhängig zu sein, sondern weiter in die Tiefe zu wachsen.
Der Korridor zwischen, ich trockne aus oder ich rege den Wurzelwachstum in die Tiefe an, ist bei Kandidaten die keine Dehydrierungsmonster wie Euphorbien sind recht schmal.
Bei Flachwurzlern ist das nochmal fragiler, es sei denn es ist sowas wie eine Beaucarnea Recurvata die im Stamm einen Wassertank hat und dem erhaben ist.
Aber eine Yucca Elephantipes attestiert das in langsam austrocknende Blätter, und eine Microcarpa auch, nur diese haben schnell irreperable Schäden und werden schnell abgeworfen.
Durch diese Daten entstand praxisnah, nicht dogmatisch diese Planungs und Kontrollmatrix:

Pflanze
Topf
Sensor-Zielbereich Winter (%)
Untergrenze Winter (nicht unterschreiten)
Sensor-Zielbereich Sommer (%)
Untergrenze Sommer (nicht unterschreiten)
Tank Winter
Tank Sommer
Kommentar
Ficus MicrocarpaLC3527–36 %< 27 %30–40 %< 29 %30–50 %40–70 %Ganzjährig aktiv, im Sommer (Westbalkon) sehr hoher Verbrauch, reagiert sensibel unter 29 %
Yucca ElephantipesLC2820–30 %< 20 %22–32 %< 22 %20–30 %30–50 %Robust, aber Spitzen reagieren bei anhaltend < 22 %
Beaucarnea RecurvataLC3520–28 %< 20 %22–30 %< 22 %5–10 %20–30 %Caudex puffert, aber im Sommer aktive Feinwurzelphase
Euphorbia ingensLC4320–26 %< 20 %22–28 %< 22 %5–10 %20–30 %Tiefwurzelnd, Wachstumsschub nur bei optimaler Sommerkombination
Euphorbia Trigona (10×)LC4320–26 %< 20 %22–28 %< 22 %5–10 %20–30 %Mutter + Stecklinge → gleichmäßige Tiefe sinnvoll

Irgendwann wollte ich noch ein interaktives Monitoring System mit der Infrastruktur für meine Bäume auf Basis dieser Master Tabelle bauen. Das dann mit der Möglichkeit einer historischen Verlaufskurve aller Sensoren, und Live Daten dieser. Dann auch differenziert für die Sommer und Wintersaison.
Anfangs dachte ich noch an zwei unabhängige Dashboards für die jeweilige Saison, aber der menschliche Faktor könnte Fehler produzieren, so dass man unbemerkt auf falsche Vorgaben schaut.
Fertige Lösungen für solch offene IoT Systeme die sowas bieten sind mir nicht bekannt. Ich wollte das selbst lokal hosten. Meine Daten bleiben bei mir, keine Cloud.
Ich administriere das, und setze das auch selbst auf. Auch wenn ich hier bereits monitoring Lösungen einsetze, eignen sich solche wie für Rechenzentren weniger dafür.
Offene und flexible Lösungen bietet die Homeassistant Architektur. Sie funktioniert auch mit dem Ecowitt System bestens, da der Hersteller es erlaubt über eine API die Daten an Homeassistant zu senden.
Homeassistant wiederum bietet für alle mögliche Themen von Datenvisualisierung bis hin zur Steuerung und Automatisierung viele Module und individuelle Anpassungsmöglichkeiten.
Das Limit ist nur das Eigene Vorstellungsvermögen.

HA gibt es für verschiedenste Architekturen und Betriebssysteme und ist frei. Und es gibt meiner Kenntnis nach drei Versionen die darüber entscheiden wie es aufgesetzt wird.
Bei mir läuft es auf einem MacPro als Core Version in lokaler Instanz.
Ich wollte so wenig wie möglich spezielle add-ons oder Module einsetzen um zu verhindern, dass diese mit der Zeit womöglich nicht mehr unterstützt werden und man dann mit dysfunktionalen Monitoring dasteht.
Deshalb so viel Auslieferungszustand wie möglich. Ich habe nur ein einziges Modul hinzugefügt, um diese halbrunden Kreise mit Nadel und Farbzonen darstellen zu können.
Herausgekommen nach ein paar Tagen Arbeit dabei ist das:

Winter.webp


Sommer.webp


Möglich sind für jeden Sensorwert auch solche historische Feuchtigkeits(vergleichs)kurven um genau ablesen zu können, wie sich neben den Livedaten auf dem Dashboard die Feuchtigkeitsentwicklung im Substrat nach dem Gießen in welcher Tiefe über welchen Zeitraum prozentual wie entwickelt hat.
Gleichzeitig kann man auch da herauslesen ob der Baum im Begriff ist, Energie darin zu investieren, Wurzeln Richtung Tank auszubilden.
Kennzeichen dafür ist bspw. dass er einen Wert im grünen oder gelben Bereich über einen längeren Zeitraum als üblich zu halten obwohl mittlerweile die obere und mittleren Substratschicht relativ trocken ist.
Auf diese Weise ist es möglich den Kipppunkt weiter hinauszuschieben, und den Baum dank dem Tanksystem dahingehend zu trainieren weniger durch Feuchtigkeitsgabe von oben abhängig zu sein.
Ideal für Zeiten wenn man im Sommer mal 2-3 Wochen weg ist:

Verlaufskurve.webp


Die Möglichkeiten sind durch die Lösungen weitaus umfangreicher als das was ich hier darstelle und beschreibe. Ich hoffe aber, das es als Ideenanreger dient.
Ich habe es so in dieser Form seit über einem Monat täglich im Einsatz, und möchte es nicht mehr missen.
 
  • Erstens habe ich weder Zeit noch Lust, so lange Beiträge zu Themen zu lesen, die mich nicht interessieren. Nun, das ist meine persönliche Sache und ich muss ja nicht, kann das Ganze einfach ignorieren (was ich auch tun werde).
    Grundsätzlich finde ich es - ich weiß kein Wort dafür - sagen wir mal absurd, die Freude an Besitz, Pflege und Aufzucht von Pflanzen, die Freude an und Beschäftigung mit der Natur so theoretisch, wissenschaftlich, abstrakt in Angriff zu nehmen.
     
    @eldxmgw

    Ich bin beeindruckt, wie tief Du in der Materie steckst.
    Das ist bei mir weder mit Lechuza noch mit der von Dir verwendeten Technik der Fall.

    Bin da eher der Erden-Typ, der nach Gefühl wässert, oder spätestens dann, wenn es mir die Pflanze anzeigt.
    Daher kann ich zu Deinen Ausführungen wohl nichts beitragen.

    Trotzdem verfolge ich Dein Thema weiter und bin gespannt, ob Du Feedback von Technik-Freaks bekommst oder von Mitgliedern mit Lechuza-Erfahrung.
    Von der Schwierigkeit, die Substratfeuchtigkeit in Lechuza einzuschätzen, ist hier im Forum jedenfalls öfter zu lesen.
     
  • Erstens habe ich weder Zeit noch Lust, so lange Beiträge zu Themen zu lesen, die mich nicht interessieren.
    ... und weshalb hast Du dich dann in #3 initial mitgeteilt? Galt das Verhalten der Selbstdarstellung, oder doch eher das des klassischen Prototyps eines Threadkontaminierers?
    Grundsätzlich finde ich es - ich weiß kein Wort dafür - sagen wir mal absurd, die Freude an Besitz, Pflege und Aufzucht von Pflanzen, die Freude an und Beschäftigung mit der Natur so theoretisch, wissenschaftlich, abstrakt in Angriff zu nehmen.
    Somit attestierst Du o.g. Annahme. Hättest Du auch nur den Deut gelesen, wüsstest Du dass Theorie, Wissenschaft und Abstraktes hier keine Anwendung findet. Zudem widersprichst Du dich im Wortlaut. Ich denke auch dir wird These / Antithese = Synthese geläuifig sein.

    Jedendalls ein netter Versuch ;)
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Erstens habe ich weder Zeit noch Lust, so lange Beiträge zu Themen zu lesen, die mich nicht interessieren. Nun, das ist meine persönliche Sache und ich muss ja nicht, kann das Ganze einfach ignorieren (was ich auch tun werde).
    Richtig.

    Grundsätzlich finde ich es - ich weiß kein Wort dafür - sagen wir mal absurd, die Freude an Besitz, Pflege und Aufzucht von Pflanzen, die Freude an und Beschäftigung mit der Natur so theoretisch, wissenschaftlich, abstrakt in Angriff zu nehmen.

    OK, das akzeptiere ich natürlich. Auch ich betreibe lange nicht alles, was mit Pflanzen zu tun hat, so akribisch.
    Trotzdem erkenne ich einen wissenschaftlichen Ansatz in den Versuchen des TS, was ich prinzipiell befürworte.


    Eine Frage habe ich noch, @eldxmgw:
    Machst Du Deine Experimente nur als Hobby, oder denkst Du an eine eventuelle Kommerzialisierung ?
     
    @eldxmgw

    Ich bin beeindruckt, wie tief Du in der Materie steckst.
    Das ist bei mir weder mit Lechuza noch mit der von Dir verwendeten Technik der Fall.

    Bin da eher der Erden-Typ, der nach Gefühl wässert, oder spätestens dann, wenn es mir die Pflanze anzeigt.
    Daher kann ich zu Deinen Ausführungen wohl nichts beitragen.

    Trotzdem verfolge ich Dein Thema weiter und bin gespannt, ob Du Feedback von Technik-Freaks bekommst oder von Mitgliedern mit Lechuza-Erfahrung.
    Von der Schwierigkeit, die Substratfeuchtigkeit in Lechuza einzuschätzen, ist hier im Forum jedenfalls öfter zu lesen.
    Danke, aber das würdest Du auch hinbekommen. Das ist kein Voodoo.
    Hier ist zwar nicht jeder einzelne Schritt erklärt, aber die grundlegende Herangehensweise.
    Es soll ja auch dazu dienen anzuregen, DIY in Angriff zu nehmen und Abstand von kommerziell embedded Systemen zu nehmen, wo ich auch sehr bezweifel, dass es das so feritg "out of the box" gibt.
    Jendenfalls hoffe ich, dass erkannt wird, welch mächtiges Werkzeug man mit so einem System in die Hand bekommt, und auch weiter ausbauen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Machst Du Deine Experimente nur als Hobby, oder denkst Du an eine eventuelle Kommerzialisierung ?
    Das ist reines Hobby. Ich wüsste nicht was hier zu kommerzialisieren sein würde?
    Ich bringe hier nur ein kommerzielles IoT System mit nicht kommerzieller Software logisch zusammen.

    Meine eigenen Erkenntnisse die in die Master Tabelle geflossen sind, resultierten nur durch wochenlanges Beobachten und Abgleichen der rudimentären Sensorwerte die der IoT Hersteller im Gateway Dashboard zur Verfügung stellt.

    Zu der Zeit existierte die Idee mit dem Monitoring aber noch nicht. Natürlich will ich nicht verheimlichen, dass ich das Lechuza System schon seit über einer Dekade erfolgreich anwende. Verständnis dafür ist natürlich Voraussetzung, um Schlüsse zusätzlich daher abzuleiten.

    Ich hätte nach der und anderen Tabellen ein Punkt setzen können, aber das bin nicht ich. Entweder ganz oder gar nich.
    Käme ich nicht aus der IT mit Infrastrukturellen Ansatz, wäre die Wahl vermutlich auf was anderes gefallen.

    Ich wollte halt Autonomie, und über das normale "Pflanzenpflegen" hinausgehen. Weiter wollte ich endlich mal verstehen, was mir die Bäume eigentlich sagen wollen.
    Denn zwischen dem ersten Anwendungsfehler oder menschlichen "(Über)reaktionismus" bis zu dem Zeitpunkt dass dir die Pflanze optisch darstellt "ups das war flasch" - da ist dir dein Bester Freund schon Meilenweit voraus, und kann u.U. irreperable Schäden davontragen.
    Es ist aus purer Verzweiflung wegen meiner anfänglich falschen Handhabe um den Ficus Microcarpa entstanden.
    Ich hab die anderen nur mit rein genommen, da ich ja nicht nur "ist mir alles egal" Euphorbien habe, und fast jeder andere (Feuchtigkeits-)Voraussetzungen hat um optimal durch die jeweilige Saison zu kommen.
    Und selbst die habe ich dadurch besser verstehen gelernt und weiter optimieren können.

    Dass das Ganze über das normale Pflanzenpflegen hinaus geht ist gewollt.
    Das was ich hier betreibe ist Zonenmanagement, zeitversetzte Reaktion und artenabhängige Automnomie ohne jedem ständig die Brust geben zu müssen.
    Keine widersprüchlichen Entscheidungen mehr, kein Aktionismus.
    So gibt es auch kein Problem mehr selbst so einen Säufer wie den Ficus Microcarpa mal im Sommer durch bereits jetzt stattfindendes Wurzeltraining mal für 2-3 Wochen im Sommer auf dem Balkon allein zu lassen.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Gut möglich, dann aber nur mit viel Einarbeitungszeit. ;)
    Naaah, du musst hier nicht von Null anfangen und das Rad Neu erfinden.
    Dafür dient die Vorlage.
    Das Aufzubauen ist eine Sache, muss aber nicht überdramatisiert werden.
    Erkennst du für dich den Sinn darin, ergibt sich der Fortschritt von allein.
    Das was Du (wenn fertig) dann mit den Informationen anfängst, ist ein ein gewisser Lernprozess, aber auch nichts überdramatisches.
    Es hilft dir dabei zu verstehen was deine Pflanzen dir eigentlich sagen wollen.
    Das System kann eigentlich als blödes Kommunikationsmedium für dich gesehen werden um die Zustande richtig zu deuten, und durch gezielte Maßnahmen Wirkung zu erzielen und zu planen.
     
    Ich weiß auch so was meine Pflanzen mir sagen wollen.

    Da muss ich nicht erst am Laptop oder am Handy schauen.
    Was machst du wenn dir kein solches Gerät zur Verfügung steht ?
     
    Von der Schwierigkeit, die Substratfeuchtigkeit in Lechuza einzuschätzen, ist hier im Forum jedenfalls öfter zu lesen.
    Nun, das Eine ist das Feutchtigkeitsgehalt des mineralischen Substrats, das Andere... womit das verlässlich in der jeweiligen Tiefe zu messen ist.

    Ich nutze für alle nur aufgrund Erfahrungswerte ausschließlich mineralisches Substrat. Die Frage käme aber auch bei organischen Substrat im Lechuza System oder anderswo auf.

    Tatsächlich ist die Suche nach einem passenden Feuchtigkeitsmessgerät für mineralische Substrate wie Blähton, Perlite oder Hydrokultur eine echte Herausforderung. Die meisten Feuchtigkeitsmesser, die man im Handel findet, sind für organische Böden ausgelegt und basieren auf widerstandsbasierten Messmethoden was bei mineralischen Substraten leider nicht zuverlässig funktioniert.

    Kapazitive Feuchtigkeitsmessung wäre ideal für mineralische Substrate, aber solche Geräte sind eher selten auf dem Markt und finden sich meistens bei speziellen Hydroponik- oder Gartentechnikanbietern.
    Widerstandsbasiertes Messen ist in den meisten Geräten Standard, funktioniert aber nur gut in organischen Böden und nicht zuverlässig bei mineralischen Substraten.

    Der Lechuza Topf ist gar nicht dafür ausgelegt, dir die Feuchtigkeit in der jeweiligen Tiefe darzustellen. Es zeigt dir nur den Füllstand des Wassertanks an.
    Dass hier ein Kondensationseffekt eintritt, und das letzte Drittel immer feuchter ist, als die Mitte oder das obere Drittel sollte denke ich klar sein.
    Deshalb ist es nicht notwendig Sensoren einzusetzen die über die mittlere Einstecktiefe hinaus gehen (vorausgesetzt es gäbe diese).
    Das letzte Drittel kann fast analog zum Füllstand des Lechuza Tank gedeutet werden.

    Wichtig ist auch zu beachten was die Einstecktiefe der jeweiligen Pflanze im Substrat ist. Ist es ein Flach- oder ein Tiefwurzler? Bei der Annahme eines Flachwurzlers wie bspw. einer Beaucarnea Recurvata... wie lange steckt er schon in dem Substrat, und wurden die Wurzeln schon durch weniger typische Wassergaben von oben dahingehend gezielt trainiert mehr in die Tiefe zu wachsen um weniger von den typsichen Wassergaben von oben abhängig zu sein? .... hier gibt es genügend Stellschrauben an denen gedreht werden kann.

    Nur teilt dir das die Pflanze auf herkömmlichen Weg nicht rechtzeitig mit. Von Typ zu Typ ist der Korridor bevor es zum Kipppunkt bei solchen Maßnahmen kommt mehr oder weniger großzügig.
    Ein Ficus Microcarpa zeigt dir hier durch irreperable Schäden recht schnell den Mittelfinger.
    Ein Dehydrierungsmonster wie eine Euphorbia Ingens lacht sich darüber kaputt.
    Eine Caudex speichernde Beaucarnea Recurvata verfälscht das annehmbare Verhalten etwas.

    Ohne konkrete Livedaten u.v.a Verlaufskurven für den jeweiligen Baum ist das auf gesunden Niveau nicht möglich.
    Noch interessanter wird wenn du Verlaufskurven aller Bäume historisch übereinander legst.
    Das ermöglicht dir bspw. auch da heraus zu lesen wer hier wie transpiriert, und daher abzuleiten wie du welchen Baum wo bspw. auf einem Balkon mit Westauslage wie positionierst.
     
    Ich weiß auch so was meine Pflanzen mir sagen wollen.

    Da muss ich nicht erst am Laptop oder am Handy schauen.
    Was machst du wenn dir kein solches Gerät zur Verfügung steht ?
    Wunderbar wenn Du das kannst.
    Ich benutze schon aus sicherheitsgründe keine sog. "Mobil Telefone".
    Ständig starre ich da nicht drauf. In der Anfangsphase ist es natürlich mehr, als wie es mittel-, oder langfristig der Fall sein wird.
    Ich habe meine eigene Infrastruktur, die schon aus backup Gründe mehrmals in der Woche aktiv ist, und somit auch das Monitoring auf einer Workstation läuft, ob ich es benötige oder nicht.
    Ob der Eine nun sein Feuchtigkeitsmesser in den Boden rammt und jedes mal Wurzeln beschädigt, der Andere sein Gießwasser auf PPM, pH, µS/cm oder Temperatur misst, der andere auf die Skala für den Füllgrad seines Wassertanks schaut, der andere seine korrekte Düngermischung aufbereitet.... das hier ist nichts anderes.
    Die Kandidaten werden damit eher zu mehr Autonomie erzogen, so dass ich das monitoring nur unregelmäßig nach Bedarf für mehr Information meinerseits "nutzen kann" und nicht muss.
     
    Das ist reines Hobby. Ich wüsste nicht was hier zu kommerzialisieren sein würde?
    Na ja, z.B. für den Erwerbsgartenbau. Obwohl ich jetzt gar nicht weiß, ob Lechuza überhaupt gewerblich in größerem Maßstab genutzt wird. Wenn es auch in diesem Bereich genutzt wird, ist es wohl nur ein Nischensegment.

    Meine Frage war auch nicht wertend gemeint, sondern rein aus Interesse an Deiner sorgfältigen Arbeit.

    Ist es ein Flach- oder ein Tiefwurzler?
    Dass das natürliche Wurzelverhalten auf Pflanzgefäße anwendbar ist, wage ich zu bezweifeln. Bewegen wir uns doch bei den üblichen Pflanztopfhöhen eher in dem Bereich, der am Naturstandort nicht nur von Flachwurzlern, sondern von allen Wurzeltypen genutzt wird.

    Bezogen auf die Höhe von Pflanzgefäßen gebe ich Dir natürlich Recht, dass es tiefenabhängig gewaltige Unterschiede hinsichtlich der Substratfeuchtigkeit gibt. Das trifft besonders auf rein mineralische Substrate zu, insbesondere dann, wenn sie überwiegend gröbere Fraktionen enthalten.

    Wenn Du magst, schreibe gerne irgendwann noch mal ein paar Details zu Deinem beruflichen Arbeitsfeld. Ich bin sicher, dass das auch ein paar IT-Spezialisten in diesem Forum interessieren könnte.

    Grüße,
    Jörg
     
    Meine Frage war auch nicht wertend gemeint, sondern rein aus Interesse an Deiner sorgfältigen Arbeit.
    Meinste ich soll nen Beratungsservice anbieten? :D
    Ich hab keine Ahnung wie man das anstellt, und ob das zielführend wär.

    Dass das natürliche Wurzelverhalten auf Pflanzgefäße anwendbar ist, wage ich zu bezweifeln. Bewegen wir uns doch bei den üblichen Pflanztopfhöhen eher in dem Bereich, der am Naturstandort nicht nur von Flachwurzlern, sondern von allen Wurzeltypen genutzt wird.
    Stimmt. Meinte damit dass kultivierte Pflanzen, bspw. besagte Flachwurzler oder ähnliche, bei herkömmlicher Haltung nie in die Lage kommen tief zu wurzeln obwohl sie dies könnten, und mit Wassertanks gar förderlich wäre. Das ist oft bei schicke aber wenig sinnvolle Töpfe zu sehen die weitaus weniger Tiefe aber Breite aufweisen. Begünstigt wird der Effekt auch noch damit, dass diese an Feuchtigkeitsgaben von oben gewöhnen, und abhängig werden.

    Wenn Du magst, schreibe gerne irgendwann noch mal ein paar Details zu Deinem beruflichen Arbeitsfeld. Ich bin sicher, dass das auch ein paar IT-Spezialisten in diesem Forum interessieren könnte.
    Beruflich bin eher der infrastrukturelle Systemadministrator. Dasselbe betreibe ich auch Privat aus eigenen Interesse. Ich habe Daheim mein eigenes Rechenzentrum, und gehöre daher zu den bekloppten die ein homelab betreiben. ;)
     
    Meinste ich soll nen Beratungsservice anbieten? :D
    Keine Ahnung, ich will niemanden zu irgendetwas überreden.
    Mir fällt nur auf, wie intensiv Du Dich mit der Fragestellung beschäftigst. Eine Kombination von Pflanzen und Technik in dieser Art ist hier eher selten, wenn nicht sogar außergewöhnlich.

    Beruflich bin eher der infrastrukturelle Systemadministrator. Dasselbe betreibe ich auch Privat aus eigenen Interesse. Ich habe Daheim mein eigenes Rechenzentrum, und gehöre daher zu den bekloppten die ein homelab betreiben. ;)
    (y)
    Sehr schön ! Jetzt kenne ich hier schon 3 Nutzer, die sich beruflich mit IT beschäftigen.
     
    Eine Kombination von Pflanzen und Technik in dieser Art ist hier eher selten, wenn nicht sogar außergewöhnlich.
    Wenn Du das sagst. :)

    Ich weiß aber, dass Home Assistant recht weit verbreitet ist, und es noch weitere Plattformen gibt, die ähnliches bieten.
    Es hängt auch immer davon ab womit derjenige der es umsetzen will zurecht kommt, und welche Ansprüche derjenige setzt.
    Home Asisstant ist nicht auf irgend ein Thema fixiert wie das monitoring von Pflanzen oder so.
    Damit könnte man auch eine Barby Cam steuern wenns sein müsste ;)
    Recht verbreitet ist es für Energiemanagement und Steuerung Daheim zu realisieren.
    Die Grenzen der Zweckentfremdung liegen nur zwischen den Ohren des betrachters.

    Meine Interessen haben vielfältige Schnittpunkte die sich überlappen.
    Was machen die denn und was tust Du?
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Home Asisstant ist mir ansatzweise bekannt. Ich nutze das System aber noch nicht.

    Mit "außergewöhnlich" meinte ich Deine Kombination von IT mit Pflanzenexperimenten.

    Was die anderen beiden ITler genau machen, weiß ich nicht. Bin ja nicht vom Fach. Ich glaube, einer ist Programmierer und der Andere auch Administrator.
    Korrigiert mich bitte, wenn nötig, @Sunfreak und @The8thorder.

    Ich bin nur Gärtner, fast im Ruhestand. Habe noch einen 2. Beruf, der auch den Labor-Bereich berührt. Da ich ihn nicht ausübe, steht er auch nicht in meinem Profil.

    Würde mich interessieren, was @Supernovae zu diesem Thema sagt. Sie hat Berufserfahrung in der Pflanzenforschung.
     
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