Was kann ich bei samenfesten Tomatenpflanzen selektieren?

Elfin

Mitglied
Registriert
09. Jan. 2020
Beiträge
38
Hallo zusammen, ich habe in diesem Jahr das erste Mal einige Tomaten verhütet, um mir Samen zu nehmen. So auch von der German Pink, die bisher eine einzige Riesenfrucht produzierte, die allerdings leider etwas wässrig schmeckte. Von einer weiteren German Pink Pflanze, die ich nicht verhütet hatte, erhalte ich köstlichste Früchte, deren Samen ich auch sicherheitshalber genommen habe. Meine Frage ist nun, würde ich mit dem Samen der ersten wässrigen Frucht im nächsten Jahr auch geschmacklich weniger gute Pflanzen bekommen, als mit der sehr guten (unverhüteten) zweiten? Die erste Pflanze steht im Garten unter einem Unterstand, die zweite etwas geschützt auf dem Balkon. Mich würde sehr interessieren, ob ich die Wässrigkeit dann für die nächste Generation „selektieren“ würde, bzw. welche Informationen geben samenfeste Früchte weiter? Auch z.B. Standortbedingungen? Habt ihr da Erfahrungen?
 
  • Mhm, das ist schwer zu beurteilen. Es müssten alle Faktoren (Wassergabe, Sonne, Düngemenge etc. ) gleich sein, um sagen zu können, dass es am genetischen Erbgut liegt.
    Ich denke, die Wässrige wurde mehr gedüngt und mehr gegossen. Stimmt?
     
    Im vergangenen tomatenfeindlichen Sommer war deutlich zu erkennen, dass Sonnenintensität, Hitze, Kälte, Regelmäßigkeit bei der Wasserzuführung, ...., zu erheblichen Unterschieden in Geschmack und Beschaffenheit führen können. Sogar auch während der Fruchtreife!
    Meine Agrappoli d' Inverno, die zu Beginn des Reifezeitraums unwiderstehlich waren, schmeckten trotz Beschattung nach der Hitzeperiode nicht mehr.
     
  • Elfin, ich würde von beiden Pflanzen erst einmal Samen nehmen. Ertrag kann man auch selektieren. Denn es ist schon Rätselhaft, dass die Pflanze in der Erde weniger Ertrag hat, als die, die im Topf steht. Und noch dazu schlechter schmeckt. Ich würde auf jeden Fall auch von der leckeren Tomate Samen nehmen. Vielleicht hast Du ja Glück.
    Aber nochmal zu der Frage, welche Information weitergegeben werden:
    Um Selektion nach Standortbedingungen zu machen, brauchst Du eine große Menge von Pflanzen einer Sorte. die Du zu gleichen Bedingungen anbaust. Von denen nimmst Du Samen, von der Pflanze, die am besten mit den Gegebenheiten klarkommt, am besten wächst, schmeckt etc.
    Im Folgejahr ziehst Du von dieser einen wieder ganz viele Pflanzen an und baust sie zu gleichen Bedingungen an. Und wieder nimmst Du Samen, von der, die am besten unter den Bedingungen wächst. Dieses Spiel machst Du über mehrere Jahre (5-6). Dann hast Du die Sorte, die vielleicht ursprünglich aus Kaliforniern stammte nach Deinen Bedingungen angepasst.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Vielen Dank Tubi und Opitzel, tatsächlich wurde der Unterstand vor der Bepflanzung versehentlich zweimal gedüngt, einmal von mir und ein weiteres Mal von meiner Freundin, mit der ich den Garten teile. Hier hatte es dieses Jahr sehr viel geregnet und einige Tomaten schmecken etwas wässriger. Gießen brauchte ich kaum.
    Die Pflanze im Unterstand hatte sich mit der Riesenfrucht anscheinend verausgabt und fast alle weiteren Blüten ignoriert, ein paar Früchte schafft sie aber wohl noch.
    Tja, also die Selektion nach Standort hört sich nach einem größeren Projekt an. Das finde ich schon interessant; im kleineren Umfang und in wahrscheinlich noch mehr Jahren passiert das dann wohl natürlich, wenn man immer wieder eigenen Samen nimmt. Das heißt, die neuen Erbinformationen brauchen demnach eine längere Zeit der Wiederholung, um sich bemerkbar zu machen. Vielleicht baue ich im nächsten Jahr mal ein paar mehr Pflanzen der German Pink an.
     
  • Ich glaube, das werde ich auch machen. Allerdings wird meine Liste auch immer länger, vor drei Jahren noch 6 Pflanzen gekauft, letztes Jahr bereits 8 Sorten gesät und in diesem Jahr bin ich schon bei 30! Sorten, wird langsam voll.
     
  • In diesem Jahr sind fast alle bei mir sehr lecker. Keine, die wegen Geschmacklosigkeit ziehen würde. Das habe ich in anderen Jahren schon gemacht.
     
  • Hier im Südosten hatte es dieses Jahr unglaublich viel geregnet und es war recht kühl zwischenzeitlich, ein paar Pflanzen haben deshalb geschmacklich wohl nicht ihr Potenzial erreicht, trotz Unterstand. Erstaunlich gut haben sich dafür einige im Freiland gehalten.
    Richtig, Tomaten sind schon verdammt verführerische Dinger.
     
  • Zurück
    Oben Unten