Milchkrieg usw .....

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Badischer Schwarzwald
In Deutschland streiken Tausende Milchbauern, jetzt schließen sich Kollegen aus ganz Europa an. In Holland wollen Landwirte ihre Milch auf den Acker kippen, in Österreich sollen die Lieferungen um 50 Prozent reduziert werden. Molkereien fürchten bereits Versorgungsengpässe.




......

Quelle:


Preiskrieg: Milchbauern organisieren europaweiten Lieferboykott - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten



In diesem Punkt bin ich nun mal ganz auf Seiten der Bauern.

Schon als Kind habe ich es als schreiendes Unrecht angesehen, dass derjenige, der das ganze Jahr hart arbeitet und diese Nahrungsmittel eben überhaupt herstellt, dann kaum oder nur schlecht davon leben kann.

Aber derjenige, der die Nahrung mal eben so hin und herkauft und damit herumspekuliert, der verdient sich eine goldene Nase damit.

Auch wenn das nun mal so üblich ist, ist es dennoch eine Kulturschande.
 
  • hmmm... Deiner Argumentation stimme ich zu. Ordentlich bezahlt werden sollten die Bauern! Gleichzeitig finde ich, dass sich jeder ordentliche Milch leisten können soll, denn ich finde Milch sehr wichtig.

    Ich bin bereit, ein wenig mehr zu zahlen als jetzt, wenn ich dafür ein gutes Produkt kriege. Aber krass steigern sollten sie die Preise auch nicht...


    KiMi, trinkt manchmal literweise eisgekühlte Milch auf einmal... hmmmm... LECKER!
     
    Die Milchpreise sind eine Schande. Der Bauer füttert und hegt und pflegt sein Kühe und bekommt quasi nichts für seine Arbeit. Mineralwasser, das nur aufgefangen werden muss, kostet derzeit mehr.
     
  • Das ist stellenweise schon so schlimm das die Bauern teilweise sogar drauflegen....

    Bei uns haben viele Bauern umgestellt und züchten Pferde bzw. vermieten Boxen etc...das lohnt sich mehr.....

    Das schlimme ist, die Preiserhöhungen kommen meist gar nicht bei den BAuern an....
     
  • Das komische ist doch, dass weltweit der Milchverbrauch steigt. Eigentlich steigen dann in so einem Fall auch immer die Kosten für das Produkt - siehe Erdöl. Nur bei den Bauern kommt nichts an. Ich finde auch, dass sie mehr daran verdienen sollten. Es ist schon ein Jammer, dass die Verpackungsindustrie, die Logistik und der Supermarkt daran mehr daran verdienen, als der Hersteller und in diesem Fall müssen die wirklich dafür schuften.

    Nur steht dem gegenüber die Armutsstatistik. Viele Familien können sich dann irgendwann die Milch für die Kids nicht mehr leisten. Cola ist dann wahrscheinlich billiger. :(

    Fanny
     
    hallo,

    ja das schlimmste ist wohl das man das Gefühl hat das es nicht bei den Bauern ankommt.
    Vielleicht sollte man wirklich mal gucken wo in der nähe ein Bauer Milch verkauft. Das hätte auf jeden Fall mehrere Vorteile, zb. weniger Logistik, mehr Geld bei den Bauern. Allerdings hat das ganze auch Nachteile, nicht jeder kann sich das leisten, bei mir zb ist das Problem das ich im Supermarkt eh bin aber zum Bauern erst irgendwie hin kommen muss da ich kein Auto habe.
    Aber vll schaffe ich es doch mal.

    Weiß jemand ob dieser Preiskampf bei Bio-Milch im Normalen Supermarkt auch vorhanden ist? aber wenn ich mal darüber nachdenke bestimmt. Den der Liter kostet auch nur 99 ct.

    mfg enedwaith
     
  • Hi All,

    Ich bin schon dafür daß die Milchbauern einen vernünftiges Auskommen haben sollen. Auch Proteste sind eine legitimes Mittel um Interessen durchzusetzen (obwohl Milch auf'm Acker verschütten??).

    Grundsätzlich isses so daß Erzeuger von allen Naturrohprodukten das geringste Teil aus der Wertschöpfungskette erzielen. Geld wird mit Veredelungsprozesse verdient (bzw. bei Landwirtschaftlichen Produkten durch Ein-/Ausfuhrsubventionen).

    Die Landwirte sind zum Teil selber Schuld weil auch die verfehlte Subventionspolitik sehr wohl in Anspruch genommen wird - die auch Marktmechanismen außer Kraft setzten. Handel mit Milchquoten, pauschale Ünterstützung von Landwirtschaftlichen Betriebe usw. erschweren eine Umgestaltung der vorhandenen Vertriebsstrukturen.

    Veilleicht kommen wir bald dahin wenn EU Agrarmarktreformen greifen (können), und die Landwirte mehr unternehmerisches Denken anwenden - neue Vetriebswege usw..

    SG,
    Mark
     
    Natürlich sollten die Bauern für Ihre Milch einen angemessenen Preis bekommen, anders herum muss die Milch aber auch bezahlbar bleiben.
    Es werden allerdings im Fernsehen fast immer Bauern(schicksale) vorgestellt die "nicht nur jeden Monat nichts verdienen, sondern immer Geld mit einbringen müssen". Wie machen die das? Wie decken die Ihre Lebenshaltungskosten? Ist ja eine berechtigte Frage, oder? Also wenn mein Gehalt ausbleibt sieht es bei uns ganz schön mau aus. Und bei den Spritpreisen kann ich mir die Fahrt zur Arbeit als Pendler bald nicht mehr leisten.

    Aber wo liegt denn die Schmerzgrenze beim Milchpreis? Da meine Frau und ich nur laktosefreie Milch trinken ist die Schmerzgrenze von fast 1,50 Euro bald erreicht.
     
    Es werden allerdings im Fernsehen fast immer Bauern(schicksale) vorgestellt die "nicht nur jeden Monat nichts verdienen, sondern immer Geld mit einbringen müssen". Wie machen die das? Wie decken die Ihre Lebenshaltungskosten? Ist ja eine berechtigte Frage, oder? Also wenn mein Gehalt ausbleibt sieht es bei uns ganz schön mau aus. Und bei den Spritpreisen kann ich mir die Fahrt zur Arbeit als Pendler bald nicht mehr leisten.

    Hi Marc4Mac,

    Häufig werden in solchen Fällen nicht über die verschiedene "Flächen /Bewirtschaftungserschwernissgebunden" Einkünfte nicht gesprochen, sondern lediglich die direkten Vergleich zwischen Produkt/Produktionskosten in Betracht gezogen.

    Gruß,
    Mark
     
  • Ja ja, die liebe Quotenregelung. Erst wurde die Milchquote eingestampft, dann war sie wichtiger denn je.
    Morgen sollen die Kühlregale in den Supermärkten leerstehen - Boykott der
    Milchbauern.

    Die Landwirte leben schon lange nicht mehr von reiner Landwirtschaft, traurig, aber wahr. Viele beziehen ihr Einkommen durch Nebenerwerb wie Pensionspferdehaltung oder Bauernhofcafes. Immer mehr bauen sich auch ein 2. Standbein durch Umbau der Ställe zu Ferienwohnungen auf oder betreiben es als Haupterwerb.
    Wer gut vermarkten kann, ist damit gut bedient.
     
    Die Landwirte leben schon lange nicht mehr von reiner Landwirtschaft, traurig, aber wahr. Viele beziehen ihr Einkommen durch Nebenerwerb wie Pensionspferdehaltung oder Bauernhofcafes.

    Nun, immer mehr Haushalte kommen auch nicht mit nur einem Einkommen aus.
    [Sarkasmus]Und den Politikern geht es auch nicht besser, auch die müssen immer mehr Nebentätigkeiten ausüben um über die Runden zu kommen.[/Sarkasmus]
    016.gif
     
    Nun, immer mehr Haushalte kommen auch nicht mit nur einem Einkommen aus.
    [Sarkasmus]Und den Politikern geht es auch nicht besser, auch die müssen immer mehr Nebentätigkeiten ausüben um über die Runden zu kommen.[/Sarkasmus]
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    Hi Marcus,

    Jep, die großen haben's immer besser und die Mittelklasse wird nach unten geschoben.

    Fürstin v. Thurn & Taxis bekommt knappe €3.000.000,00 (p.A.) EU Landwirtschaftsbeihilfen. Naja, wer's hat bekommt auch noch mehr.

    Gruß,
    Mark
     
    Ihr schreibt immer nur von den Bauern,
    die Leute in der Molkerei wollen ja auch noch
    ihren Lohn...

    Und wie schon geschrieben wurde , sind ja nicht viele Leute
    bereit mehr für den Liter Milch auszugeben.
    Alles muss / sollte so billig wie möglich sein.


    LG Feli
     
    Ja ja, die liebe Quotenregelung. Erst wurde die Milchquote eingestampft, dann war sie wichtiger denn je.
    Morgen sollen die Kühlregale in den Supermärkten leerstehen - Boykott der
    Milchbauern.

    Die Landwirte leben schon lange nicht mehr von reiner Landwirtschaft, traurig, aber wahr. Viele beziehen ihr Einkommen durch Nebenerwerb wie Pensionspferdehaltung oder Bauernhofcafes. Immer mehr bauen sich auch ein 2. Standbein durch Umbau der Ställe zu Ferienwohnungen auf oder betreiben es als Haupterwerb.
    Wer gut vermarkten kann, ist damit gut bedient.

    Jepp das mit der Pferdpension kann ich auch bei uns häufig beobachten..außerdem haben hier einige auch im großen Stil angefangen zu züchten...wir haben hier einen Bauern der hat vorher Rinder , Schweine etc...gehalten und nun nur noch Pferde....allerdings Quarterhorses...da kannst dann für ein PFerd je nach AUsbildung und Zucht schon mal so ich würde mal sagen ab die 8.000 Euro bis mal eben locker 80.000 Euro hinlegen..
    Im Nachbarort der züchtet Araber und die Kunden kommen tatsächlich von überall her sogar aus dem Ausland ...
     
    Im Nachbarort der züchtet Araber und die Kunden kommen tatsächlich von überall her sogar aus dem Ausland ...

    wußte garnicht das die gezüchtet werden!!!:D

    spass beiseite.
    das grundproblem stellt sich meineserachten in unserer gesellschaft.
    wir wollen topqualität die nichts kostet. und das geht nun mal nicht.
     
    Wieso muss ich jetzt an den Gammelfleischskandal denken? Ein sinkendes Einkommen kann man eben nicht mit steigenden (Lebenshaltungs)Kosten auf einen Nenner bringen.

    ...das grundproblem stellt sich meineserachten in unserer gesellschaft.
    wir wollen topqualität die nichts kostet. und das geht nun mal nicht.


    Und genau so sehe ich das nicht. Also ich bin gerne bereit für eine gewisse Leistung mit entsprechender Qualität einen angemessenen Preis zu bezahlen. So, und wenn Anbieter A für die gleiche Leistung einen höheren Preis nimmt als Anbieter B dann beziehe ich eben diese Leistung von dort her.
    Hinzu kommt noch dass sich hier bei uns einige wenige Herrschaften bei uns die Taschen extrem füllen, viele andere wiederum gehen mehr oder weniger leer aus und stehen mit dem Rücken an der Wand. Aber das ist ein anderes Thema. Fest steht allerdings für mich dass bei vielen Leistungen und Gütern die Schmerzgrenze preislich schon überschritten ist. Ich bin nicht bereit für ein Brötchen 28 ct, für einen Kinoeintritt 9 € und für 5 Scheiben Tomaten mit Mozzarella beim Italiener nebenan 4 € zu bezahlen. Leider können wir auf Milch nicht verzichten...

    Nachdenkliche Grüße aus Rheine
    Marcus
     
    vieleicht habe ich mich ein bisschen blöde ausgedrückt.
    ich meine folgendes:
    zur zeit haben alle mitleid mit den armen bauern, die nichts verdienen.
    wenn aber die milch wieder 20 cent teurer wird, schreien genau die gleichen
    leute das das wucher und abzocke sei.
     
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