Alte Erde als Anzuchterde?

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Für Aussaaten soll man ja nach Möglichkeit Anzuchterde benutzen, die, wenn ich es richtig verstand, wenige Nährstoffe hat und damit das neue Pflänzchen dazu bewegt, sich mit den Wurzeln kräftig nach Nährstoffen zu strecken und so ein starkes Wurzelwerk ausbildet.

Nun habe ich auf dem Balkon die übrige Erde aus diesem Jahr, die durch Tomaten & Co ausgezehrt ist. Soll heißen: viel zu beißen gäbe es darin auch nicht.

Spricht etwas dagegen, diese Erde als Anzuchterde zu verwenden? Evtl durch eine kleine Menge Dünger aufgepeppt, wenn gar keine Nährstoffe doch ein bisschen sehr wenig wären? Oder kommen da noch mehr Dinge zum Zug, die ich gerade nicht im Blick habe?

Gruß,
Knofilinchen
 
  • Hi,

    die alte Erde ist oft mit Pilzmycel, Kleinstinsekten (bzw Eier) oder u.a. unerwünscht Mikroorganismen "verseucht". Sterilizierenlassen (alten Topf, Erde rein, in Backofen 1 Std bei 90° und abkühlenlassen) und dann kannst Du es ungedüngt verwenden als Anzuchterde.

    LG,
    Mark
     
    Genau so sehe ich das auch, wie Mark. Wenn dann müsstest du sie steril machen. Viele machen das auch mit gekaufter Anzuchterde. Nein, ich aber nicht.

    Dünger glaub ich noch nicht mal, dass notwendig wäre. Bzw. ich habe das Gefühl, dass du die Erde dann schnell versauen könntest, sprich für zarte Keimlinge überdüngen könntest.

    In meinen Töpfen im Garten wachsen in der alten, ausgelaugten Erde zurzeit auch wild gekeimte Tomaten. Und die Erde ist wirklich ausgelaugt. Das klappt in Sofern.

    Es kommt auch darauf an, wie du Deine Tomaten anziehst. Da geht ja jeder seinen eigenen Weg. Je nach dem wie du rangehst lässt sich Deine Frage, ob und wie sich die Erde verwenden lässt, anders beantworten. In jedem Fall würde ich sie aber steril machen.

    Grüßle, Michi
     
  • Klingt auf jeden Fall nachvollziehbar, also werde ich demnächst wohl mal Erde "backen". Zumindest, wenn ich alte Töpfe auftreiben kann, so spontan fällt mir da nämlich nicht ein, ob ich überhaupt noch etwas habe.

    Wenn ich die Erde dann dünge, müsste ich sie ja auch ganz normal weiter verwenden können, also nicht als Anzuchterde, sondern für bereits bewurzelte Pflanzen. Oder spräche da etwas dagegen?

    Anzucht wäre für mich übrigens einfach ein Samen in die Erde und schauen, dass sich etwas Grünes zeigt. Ich möchte mir nur einfach nicht noch mehr Erde oder spezielle Sorten kaufen, wenn ich doch hier noch so viele übrig habe. Balkon kann in der Hinsicht echt teuer werden.
     
  • Also ich kenne viele, die z.B. ihre Erde, welche sie für ihre Topf und Kübeltomaten wiederverwenden. Solange sich die Pflanzen vom Vorjahr keine bodenbürtigen Krankheiten eingefangen haben, kann man sie sicherlich wieder aufgebereiten (mit Dünger, Hilfsstoffen, ...).

    Oder man schmeißt die Erde auf den Kompost (so mach ich es) und verwendet sie Jahre später wieder.

    Grüßle, Michi
     
    Moin,

    die Idee mit der "gebackenen" alten Erde finde ich richtig genial!

    Oder man schmeißt die Erde auf den Kompost (so mach ich es) und verwendet sie Jahre später wieder.

    Ich bisher auch, aber Anzuchterde kostet Geld, und das könnte man sich also sparen.

    Danke für diesen Tipp!

    Grüßle
    Billa
     
  • Naja, einen Hintergrund hat die Erde schon, den ich durchaus auch nachvollziehbar finde und glaube. :-) Aber du hast natürlich Recht: vieles geht auch anders. Ich würde mir auch nie Anzuchterde kaufen; bisher funktionierte es immer in normaler Blumenerde; die Wurzeln waren immer stabil und gut ausgebildet. (Noch dazu ich stark gefiltertes Licht habe und die Pflanzen auf jeden Fall vergeilen.)

    Nur wenn ich die Erde jetzt quasi in "Anzuchtform" vorliegen habe, kann ich es ja natürlich auch mal testen. :-)
     
    Wobei 'ne Anzuchterde gewissermaßen auch vorgedüngt ist. Nur nicht in der Menge wie bei einer normalen Blumenerde.

    Grüßle, Michi
     
    Hi,

    die alte Erde ist oft mit Pilzmycel, Kleinstinsekten (bzw Eier) oder u.a. unerwünscht Mikroorganismen "verseucht". Sterilizierenlassen (alten Topf, Erde rein, in Backofen 1 Std bei 90° und abkühlenlassen) und dann kannst Du es ungedüngt verwenden als Anzuchterde.

    LG,
    Mark

    Wenn du den Topf in die Mikrowelle stellst, sparst du noch Strom.

    Kannst du übrigens auch mit Abwaschschwämmen und -lappen machen.

    Aufpassen, dass es feucht ist und nicht anfängt zu brennen.
     
  • Hallo,
    ich werde mir meine Anzuchterde in der kommenden Saison selber machen und zwar so:

    50% billige Blumenerde (die kommt vorher 10 Min in die Mikrowelle - höchste Stufe)
    50% scharfer Sand - der wird auch sterilisiert. Man kann auch weniger Sand und stattdessen Perlit zusetzen 40 % Sand und 10% Perlit

    Bevor ich die so gemischte Erde in meine Becher fülle, wird sie gut nass gemacht, dem Wasser ein Tropfen Spülmittel zugesetzt, (Spülmittel entspannt das Wasser und so kann dieses gut von der Erde aufgenommen werden)
    Die richtige Feuchtigkeit der Anzuchterde seht Ihr so:
    Aus der Erde einen Schneeball formen - der Ball muß zerfallen, wenn er aus der Hand rollt. Dann kann es losgehn!
    LG Anneliese
    PS: bitte macht die Erde und den Sand feucht, bevor Ihr die in die Mikrowelle stellt - sonst brennt der "Miki"
     
  • also wenn ich sehe, dass dieses Jahr aus den Fugen der Pflastersteine bei uns eine riesige Tomatenpflanze gewachsen ist, ohne das irgendjemand da was gemacht hat, da frage ich mich, ob wir nicht ein bisschen zu viel des Guten machen? Sie hat im Herbst sogar Blüten angesetzt, aber dann haben die Hunde sie zerfetzt, leider. :d

    Überlegt doch mal, wir bereiten Erde vor, düngen, giessen und pflegen, tun was gegen Schädlinge und so weiter.... und dann wächst aus einer Millimeterfuge, eine kräftige Pflanze?!?!??!
     
    Vieles funktioniert auch problemlos ohne "Trara". Das "Trara" erhöht lediglich die Chance, dass das, was wir haben wollen, auch wirklich funktioniert, denn die Natur entscheidet da ja nicht immer zu unseren Gunsten.
     
    und dann wächst aus einer Millimeterfuge, eine kräftige Pflanze?!?!??!

    Ich packe meine Garten nicht in die Mikrowelle.:grins:

    Aber im Haus zur Anzucht schon. Da herschen andere Verhältnisse.
    Man weiss ja nie, was in den Erden drin ist. Steht wohl auf dem Sack....
    Pilze, Ungeziefer und das grösste Problem falsch und nass gelagert,
    alles möglich. Viele Produkte enthalten Recycling Erde. Keine Ahnung was da verarbeitet wurde und ob sie ab Werk genügend sterilisiert wurde.
     
    Das Problem mit der falsch und nass gelagerten Erde kenn ich. Diese Erfahrung habe ich auch schon gehen müssen. Da hilft dann aber auch keine Mikrowelle oder Backofen mehr. Die ganzen Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, hats da komplett ausgewaschen. Da wächst nix mehr drin. Allenfalls kann man so eine Erde verwenden, wenn man die Keimlinge sehr zeitig in nährstoffhaltige andere Erde pikiert, da die Keimlinge selbst ein Nährstoffdepot mitführen die bis zum Ausklappen der Keimblätter ausreicht. Aber dann brauch eigentlich wiederrum keine Anzuchterde. Dann kann ich die Tomaten gleich ähnlich wie Kresse keimen lassen und pikiere sie in nährstofhaltige Erde. Bei mir müssen Tomaten in Anzuchterde wachsen können.

    Zweite Erfahrung, die ich erst gestern früh beim Abernten meiner Beete gemacht habe: In den Töpfen sind bei mir wilde Tomaten aufgegangen. Nun wollte ich sie vor dem Frost retten und pikieren. Leider sind die meisten dieser Keimlinge verstorben. Auflaufkrankheiten. Ich weis von der Erde (Recyclingerde), dass die kontaminiert mit Fusarium und/oder Verticillium ist.

    Grüßle, Michi
     
    So krass meinte ich es nicht, dass sie ausgewaschen ist.
    Erde, egal welche wird trocken verarbeitet.
    Es heisst ja Xy Entnahme Menge 40 Ll
    Wenn die Erde nass wäre sind es mehr als 40 l, nasse Erde pappt ja zusammen.
    Also kein Geschäft für den Hersteller.
    Auch wäre sie Schwerer und es hätten weniger Paletten auf dem LKW Platz.
    Wieder kein Geschäft für den Hersteller.
    Dann wird sie gepresst und verpackt. Kleine Luftlöcher damit sie nicht erstickt.
    Palettiert und von oben mit einer dichten Folie die vor Regen und Nässe schützt nochmals eingepackt.
    So verlässt sie das Werk.
    Jetzt kommen aber die Baumärkte und sonstige Händler die die Erden vor dem Laden oder irgenwo im Regen stehen lassen.
    Geiz ist geil. Erde ist nur ein Zusatzgeschäft. Dafür sind die gedeckten Plätze zu teuer. Sie werden durch die Luftlöcher nass und.....
    Seriöse Händler haben ihre Erden in gedeckten Hallen.
    Vielleicht halt etwas teurer, aber um Welten besser.
    Es kann aber auch einem seriösen Händer passieren, dass auf dem Transport die Umhüllung Löcher hat.
    So, klugscheissmodusaus
    PS. Ich verkaufe auch Erde vor dem Laden. Aber regengeschützt unter einem Vordach. Ich kaufe meine Erde bei mir. Trotzdem kommt sie für die Indorranzucht in die Mikrowelle.
     
    Würde mich mal interessieren, wie die Natur das geregelt hat, bevor der Mensch den Planeten übernommen hat?
     
    Würde mich mal interessieren, wie die Natur das geregelt hat, bevor der Mensch den Planeten übernommen hat?


    Da gab es den Garten Eden. Adam und Eva lebten herrlich und in Frieden.
    Es gab keine Störenfriede, keine Würmer, kein Ungeziefer. Der erste Apfel hatte noch keinen Wurm. Nur den Nachteil, dass sie aus dem Garten vertrieben wurden.

    Es kam das böse Teufelchen und streute all die störenden gefräßigen Würmer, alles überwuchernde Beikräuter und Keime auf die Erde.

    Als sich dann die Menschen wieder einen Garten anlegen wollten, mußten sie Anzuchterde keimfrei bekommen.

    :grins::grins:



    Seitdem müssen wir die Mikrowelle benutzen. :grins:
     
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