Was will mir diese Pflanze zeigen?

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Magdeburg
Hallo liebe Gartenfreunde,

ich bin noch neu hier im Forum und wende mich gleich mal mit einer Frage an euch.

Ich möchte einen Garten übernehmen, der seit etwa 2 Jahren (mindestens) nicht bewirtschaftet wird.
Außer ein paar Obstbäumen und Brombeeren gibt es nur einen dichten Teppich von "Wildkräutern".
Jetzt weiß frau ja, dass diese Wildkräuter einiges über die Bodenbeschaffenheit aussagen. Sie sind die sogenannten Zeigerpflanzen.
Wenn ich jetzt dort Brennessel, Vogelmiere und ähnliches finden würde, wäre das ok. Denn der Garten ist in Magdeburg mit eigentlich gutem Bördeboden.
Ich habe mal eine der Pflanzen fotografiert, die neben ein paar Goldruten fast die gesamte Vegetation ausmachen. Leider kann ich sie nicht bestimmen.
Kennt einer diese Pflanze oder kann mir sagen, was sie mir zeigen will also wie der Boden wirklich beschaffen ist?
Nur zur Information: Der Garten wird seit etwa 30 Jahren genutzt und - so scheint es mir - wenig Beachtung auf die Bodenpflege gegeben.

Ich freue mich auf eure Postings

Ingrid
die ganz hibbelig ist, weil sie noch keine verbindliche Zusage für diesen Garten hat und lieber heute als morgen beginnen will
 

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  • Hallo barisana,

    danke für die schnelle und kompetente Anwort.
    Ja das ist die Pflanze und die hab ich dort flächendeckend :)

    Die Beschreibung bestätigt meine Befürchtung, dass man dort mit reichlich Gartenkalk versucht hat, den Boden zu "sanieren".

    Das wird eine interessante aber machbare Aufgabe daraus wieder den humosen guten Gartenboden zu machen, der dort eigentlich ist.

    LG
    Ingrid
    :o
     
  • Hi,

    wie schon gesagt worden ist, handelt es sich um das Kanadische Berufkraut (Conyza canadensis).

    Zeigerwerte nach Ellenberg:

    • Licht: 8 (Lichtpflanze)
    • Salz: 0 (nicht salzertragend)
    • Temperatur: 6 (Mäßigwärme- bis Wärmezeiger)
    • Feuchtigkeit: 4 (Trocknis- bis Frischezeiger)
    • Stickstoff: 5 (mäßig stickstoffreiche Böden anzeigend).
     
  • hallo ingrid,
    ich glaube, du unterliegst auch einem irrtum: kalk und guter boden haben alles und nichts gemeinsam. es gibt gute kalkhaltige böden und gute böden, die es nicht oder nur wenig sind. bis auf wenige ausnahmen mögen die meisten pflanzen ein bißchen kalk und die prächtisgsten blütenpflanzen wachsen eh auf ausgesprochen kalkhaltigen böden.
    berufkraut halte ich übrigens für eine typsische pionierpflanze, gerne auf schutt und in fugen. ein überlebenskünstler, aber sicher nicht besonders konkurrenzstark. kanadische goldrute wäre viel schlimmer. :D

    grüße aus dem muschlkalk im südl. sachsen anhalt mit gaaaanz vielen orchideen und vielen anderen botanischen sensationen
     
    ....
    ich glaube, du unterliegst auch einem irrtum: kalk und guter boden haben alles und nichts gemeinsam. ......

    Eine kleine Anmerkung noch: gibt es nicht ein Sprichwort dazu?

    Aus dem Gedächtnis und sinngemäß hieß es etwa so:

    'Den Boden gut kalken macht den Vater reich und den Sohn arm.'

    Also nicht übertreiben mit dem Kalken.

    Liebe Grüße :)
    Isar
     
  • Hallo Isar, hallo Billymoppel,

    danke für eure Gedanken zum Thema und die Hilfe.

    Natürlich gibt es kalkhaltige Böden mit der dafür typischen Vegetation.
    Hier haben wir es mit Bördeboden zu tun, der von der eigentlichen Struktur von kalkhaltigem Boden weeeeiiiit weg ist.

    Ich vermute, dass es durch recht intensive Nutzung in den letzten 30 Jahren zu Problemen kam, die man einfach mit viel Kunstdünger und Kalk beheben wollte.

    Ich gehe die Sache anders an und möchte den Boden mit natürlichen Mitteln wieder ins natürliche Gleichgewicht bringen. Das heißt erstmal Gründünger, mulchen, viel Kompost (den ich leider noch nicht habe :( ), Urgesteinsmehl und oberflächliche Bodenlockerung damit sich wieder eine Humusschicht bilden kann. Die ist schlichtweg mal kaum vorhanden.

    Ich bin schon gespannt, was meine neuen Gartennachbarn dazu sagen.;)

    LG
    Ingrid
     
    ...

    Ich vermute, dass es durch recht intensive Nutzung in den letzten 30 Jahren zu Problemen kam, die man einfach mit viel Kunstdünger und Kalk beheben wollte. So wird es sein!

    Ich gehe die Sache anders an und möchte den Boden mit natürlichen Mitteln wieder ins natürliche Gleichgewicht bringen. Das heißt erstmal Gründünger, mulchen, viel Kompost (den ich leider noch nicht habe :( ), Urgesteinsmehl
    Prima, prima, da bist du auf dem richtigen Weg und oberflächliche Bodenlockerung Sauzahn damit sich wieder eine Humusschicht bilden kann. Die ist schlichtweg mal kaum vorhanden.

    Viel Erfolg wünscht dir :cool:
    Isar
     
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