Vertragen sich Natursteinmauer und Holzkontruktion?

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03. Feb. 2016
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Hallo liebe Praktiker!

Ich möchte ein kleines Garten- bzw. Wochenendhäußen bauen - 4x8 Meter Grundfläche, ein geschossig, 2 Meter Raumhöhe plus Giebeldach, das ringsherum aus einer dicken Natursteinmauer (mit Trassbeton) besteht. Um für die nötige Stabilität vor allem für das Dach zu sorgen, "steht" das Haus selbst auf einer dann innenliegenden normalen Kontruktion aus Holzständern - bzw. Balken, d.h. auf der Natursteinmauer selbst liegt gar keine Last. Am schönsten fänd ich es, wenn der genannte Holzrahmen innen mit der Mauer "verschmilzt", also quasi ein Stück weit in die Mauer einsinkt bzw. von ihr etwas umschlossen wird (ca. halbe Balkendicke). Von außen sieht man somit nur Naturstein, und von innen den Holzrahmen mit den dazwischenliegenden Natursteinmauer-Fachungen.

Meine Frage ist, ob sich das so verträgt, oder ob irgendetwas gegen diese Verbindung von Natursteinmauer und Holzbalken spricht. Gäbe es andere Möglichkeiten, um so etwas zu realisieren? Wie hat man das früher bei dieser Bauweise gemacht? Einfach ein paar cm Platz zwischen der eigentlichen (Naturstein-)Wand und dem Holzrahmen gelassen? Oder gab es gar keinen Holzrahmen?

Ich hoffe ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken und danke allen im Voraus für Eure Antworten!

LG
David
 
  • Ich wüsste nichts, was dagegen spricht. Ich kann mir nach deiner Beschreibung das Ganze sehr gut vorstellen und denke, solange das Holz gut gegen Feuchtigkeit behandelt ist, sollte es auch ohne Zwischenraum gut haltbar und gut verträglich sein.

    Das einzige was ich nicht beurteilen kann ist das Raumklima im Haus selber. Ich nehme an, du machst auch ein paar Fenster, oder? Ein völlig geschlossener Natursteinraum dürfte wohl eher feucht sein, denke ich mal.

    Aber bestimmt melden sich noch die richtigen Fachfrauen und -männer. :)
     
    ich stell mir das im inneren irgendwie bißchen putzig vor mit der halb raus stehenden rahmenkonstruktion...so biss'l wie ich-will-und-ich-kann-nicht-fachwerk
    warum das ganze? warum nicht lieber ein ringanker, der ganze zusammenhält, wie man es zu allen zeiten gemacht hat?
     
  • Genau so haben jahrhundertlang Fachwerkhäuser ausgesehen. Es hört sich an als ob du noch nie in einem warst? Dann ehrlich Glückwunsch für die Phantasie würde die Balken nicht halb versinken könnten sie die Mauern nicht stützen. Aber dazu sind natürlich Fachleute Gefragt. Denn das muss dann durchgängig gemacht werden nicht nur senkrecht. Quasie erstellst du erst das Fachwerk und dann außenrum die Mauern.

    Suse
     
  • Fachwerk halb in der Mauer habe ich noch nie gesehen :rolleyes:

    Kann ich mir auch praktisch schwer vorstellen, wie das funktionieren soll.

    Ich kenne Fachwerk nur ausgemauert.
     
    ich kann mir auch nicht recht vorstellen, dass entweder ohne richtiges fachwerk oder ohne rinkanker das auseinanderdriften des hauses verhindert werden kann,
    auch wenn die dachlast allein auf dem holzständer liegt (oder gerade weil)
    mach einem termin bei einem statiker, das ganze projekt wird ja eh schon kein billiger spass - da werden die zwei, drei hunnis auch noch da sein.
    vermutlich ist das häuschen ja ohnehin nicht genehmigungsfrei
     
  • Hallo zusammen,

    erst einmal danke für die zahlreichen Antworten, die ja recht weitreichend sind von "ja, müsste gehen", über "könnte problematisch werden" bis hin zu "geht gar nicht"
    :confused:

    Ich weiß mein Vorhaben ist vielleicht etwas seltsam. Ich wurde dazu von verschiedenen Quellen inspiriert, z.B. aus Museen, schottischen Cottages, meiner Lieblingspizzaria (wobei da das Gebälk in einer Art hartem Putz versinkt) und z.T. auch - ich gebe es zu^^ - über die Fantasy-Schiene. Da sieht man sowas immer mal wieder und ich glaube, dass es viele Vorzüge hat. Wenn nach außen hin nur Naturstein ist und keinerlei Holz, dürfte es das ganze z.B. recht langlebig und pflegearm machen. Periodisches Streichen oder anderweitiges Behandeln entfällt komplett, die Mauer nimmt mit der Zeit Moos usw. an, was ich sogar noch schön finde. Da die Mauer nicht oder zumindest nicht allein das Dach trägt, muss sie auch nicht, übertrieben gesagt, einen Meter dick sein, um sicher zu stehen. Wenn dann zusätzlich innen ein Holzrahmen ist, wirkt es - zumindest für mich - einfach wohnlicher und die fachwerkähnlichen Balken erlauben eine vielseitigere Innenraumgestaltung. Geplant wäre in der Tat zuerst der Aufbau der Holzkonstruktion und anschließend das Mauern drum herum bzw. ein wenig hinein.

    Kleine Fensterchen sind ebenso geplant wie ein Ringanker für die Mauer, der natürlich nie schadet.

    Dass bei dem ganzen Vorhaben entweder offizielles Gedöhns (Genehmigung, Architekt usw.) hinzukommt oder ich die Größe eindampfen muss, ist mir bewusst. Mich interessiert zu diesem Zeitpunkt erst einmal die theoretische Machbarkeit des genannten Materialverbunds, unabhängig von verschiedenen Geschmäckern. Am liebsten würde ich ein reines low-impact Haus bauen, so rustikal wie möglich, mit Steinen aus dem Flussbett nebenan und Balken einer alten Scheune zwei Hügel weiter - nur damit ihr mal wisst, wie meine Motivation und ich ticken :-) Handwerklich bin ich recht geschickt, hab schon viele Dinge erschaffen, am liebsten alleine. Und da ich leider nie jemanden hatte, der mich in irgendeiner Form angelernt hat oder den ich in meinem Umfeld frage könnte, bin ich hier:rolleyes:
     
    kitsch as kitsch can, sorry.
    steine aus dem flußbett nebenan sind keineswegs ökologisch sinnvoll :rolleyes: und natürlich auch gar nicht erlaubt ;)
    wir sind hier nicht italien und unser klima ist ein gänzlich anderes: eine unverputzte wand die mit trasszement verfugt ist? nach dem ersten strengen winter ist die hälfte rausgebröckelt.
    deswegen macht in unserem klima putz auf wände oder läßt naturstein unverfugt.
    das ergebnis wird aussehen wie ein zu groß geratener setzkasten, der noch dazu ein schöner staubfänger ist.
    bauen mit großsteinen ist so ziemlich das unökologischste, was man sich denken kann, dafür werden ganze gebirge weggebaggert, ich empfehle einen heilsamen besuch in italien.
    selbstverständlich kann man gebrauchtware erwerebn, die preise sind entsprechend.
    natürlich kann man ein fachwerkhaus bauen - dann aber richtig. dass kann man ausfachen mit lehm oder ziegeln (in einigen gegenden vielleicht auch mit steinbruch aus lesesteinen vom feld) und innen und außen verputzen (oder auch nicht).
    lehm, ton und sand werden zwar auch irgendwo abgebaggert, aber gern gleich neben der autobahn und in weniger sensiblen bereichen.
    ein bekannter deutscher zeigelherstelle baggert z.b. direkt an der a9 bei gera und brennt auch gleich daneben - auf gewisse weise ist das schon nachhaltig - bauen verschlingt nun mal ressourcen.
    man kann auch ein ziegelhaus bauen und innen pseudoständer an die wand schrauben, wenn man es braucht - wo wir wieder beim thema kitsch wären.
    und der besitzer der scheune zwei hügel weiter weiß sicher um den wert seines altholzes, so es noch tragfähig ist ;) bauern wissen immer, was geld bringt.
     
    Da ist aber jemand besonders gut im Schlechtmachen, sorry ;-)

    Auf die Belehrungen zur Nachhaltigkeit, die zu weiten Teilen auf Spekulationen beruhen, gehe ich nicht weiter ein, da ich nicht viel Sinn darin sehe. Ein Stück weit ist das ja auch eine Philosophiefrage. Ich sehe jedenfalls einiges anders als Du und unterschiedliche Ansichten sind da wohl ebenso üblich wie unterschiedliche Geschmäcker.

    Meine ursprüngliche Frage konntest leider auch Du trotz Deiner vielen Schwenks hierhin und dorthin nicht beantworten.

    Hier um die Ecke steht übrigens eine alte Burg mit vielen alten Mauern aus großen Steinen, die verfugt sind und weitaus mehr strenge Winter ohne Bröckeln überstanden haben, als es für mein Projekt auch nur entfernter Anspruch wäre.:cool:
     
    Aus solchen Steinen ist das ganze Dorf hier gebaut und die sind sowas von solide und nicht kitschig. Müssen nicht mal gedämmt werden. Sind teilweise wieder mit Lehm verputzt worden. Besser kann man nicht bauen. Nur hatten wir nicht das Glück eines vererbt zu bekommen.

    Ein Fachwerkspezialist ist mir die letzten Jahre hier im Forum auch nicht über den Weg gelaufen
    Bei den Baurettern auf RTL und sonntags auf NDR wenn es um die Mecklenburger Kleinschlösser Privatsanierungen geht aber ab und zu schon.
     
  • Wie schön, wenn Magdeburg nicht so weit weg wäre würde ich mir Dein Dorf glatt mal anschauen!

    Mit Lehm verputzt dann innen oder außen?

    Hach ja... soll Leute geben die sowas erben :d
    Danke:o
     
  • Draußen denke ich eher nicht, da Lehm ja immer wieder Feuchtigkeit anziehen würde. Wie gesagt sind nicht unseres. Aber davon gibt jedenfalls in der Gegend (Börde) hier einige Dörfer. Wir sind Zwangs Eingemeindet worden. Zwischen den Stadtausläufern und dem uralten Dorf ist dann in den Achtzigern eine Plattenbausiedlung entstanden eigentlich der völlige Widerspruch........

    Auf den ersten Blick sieht man es beim langgehen den sanierten Häusern ja gar nicht an, auf den zweiten nur an den superbreiten Fensterbrettern innen. Da konnte man auch als Erwachsener mit Kleinkind super sitzen. Und Autos gucken. Die meisten an der alten B1 haben hinten raus und innen schon Ziegelsteinwände nur im echten Ortskern sind die Außenwände noch vollständig aus Feldsteinen. Den kann man gut auf den Satellitenfotos erkennen.
     
    hallo DKsteinfaust


    zu deiner hauptfrage "vertragen sich..........."kann ich nur sagen dem steht nichts im wege.zur Erklärung mein grossvater hat 1915 maurer gelernt hat also das ganz alte Maurerhandwerk erlernt,als ich geboren wurde hat er zwar nicht mehr in dem Beruf gearbeitet hat aber immer noch nebenbei bei den Bauern oder in Kirchen Ausbesserungsarbeiten oder kleine Neubauten erstellt.als ich dann so 7 oder 8jahre alt war bin ich,wenn es möglich war, mit ihm mit weil mich das einfach interressiert hat und das ende vom lied war ich hab auch maurer gelernt.
    nun aber wieder zu deinem Thema wenn ich das richtig verstehe willst du eine holzkostruktion erstellen einem carpot ähnlich nur mit Türen und fenstern drin über die statik brauch ich glaub ich nichts zu erwähnen da die holzkostruktion bestimmt ein Fachmann erstellt.die zwischenräume kannst du ausmauern oder ummauern mit was du möchtest du musst nur eins beacheten.da holz ja bekanntlich arbeitet solltest du zwischen holz und Mauerwerk eine dehnungsfuge
    einarbeiten denn das ist wichtig.ich hab hier einmal eine tür und 3 fenster in ein
    Gebäude eingebaut b.z.w.in ein Mauerwerk,was ich selbst noch nicht kannte es bestand aus holzstücke wie man sie als kaminholz kennt und der mörtel war kalk
    und sand der ja als etwas elastisch bekannt ist.


    v.g.Bernd
     
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