Kosmetik im Keller

  • Ersteller Ersteller käferli
  • Erstellt am Erstellt am
K

käferli

Guest
Hallo liebe Forengemeinde,

Mein Problem ist eigentlich nur ein Problemchen, und zwar kosmetischer Natur.

Unser Keller ist ein wirklich netter Keller mit einer (für einen Keller) ausgezeichneten Luftqualität. Nur an einigen Stellen zieht vom uralten Fundament her Feuchtigkeit in die Mauer, so dass im Bereich der unteren 20, teils 30 cm die Farbe vom Putz bröckelt. Streichen ist zwecklos, weil man den Anstrich laufend wiederholen müßte.

Das Bisschen Feuchtigkeit an sich stört mich nicht. Ich hätte nur gerne eine "Verkleidung" der betroffenen Stellen, durch welche die Feuchtigkeit entweichen kann, damit man die grauen Stellen nicht sieht.
Meine eigenen bisherigen Ideen überzeugen mich nicht 100-prozentig: einen Streifen weiß lackiertes Alu-Lochblech an der Wand montieren. Oder eine Tapetenbahn an der Unterkante der Wand ankleben - zum KLeben wäre genug trockene Fläche vorhanden.

Neu Verputzen mit Sanierputz plus Streichen mit spezieller Kalkfarbe wurde bereits beim Einzug erledigt, hat sich aber wie man sieht nicht als Dauerlösung erwiesen.
 
  • mein erst gemeinter Vorschlag ist eine Generalsanierung (Trockenlegung) der Kellermauern von außen;
    Folgen bei nur-kosmetischer Renovierung sind vorprogrammiert: das Mauerwerk (egal ob gemauert oder betoniert) "fault" und wird unter Umständen mittel- bis langfristig nicht mehr tragfähig sein!

    n.
     
    Wie sehr ich dir zustimme zeigt, dass eine Trockenlegung von außen bereits vor langen Jahren erfolgte. Das volle Standardprogramm zuzüglich nachträglichem Ersetzen der bröckeligen Original-"Fundamente" (was zuvor nur Estrichplättchen waren) in zeitraubendster Handarbeit, in Halbmeterstücken. Die Wirkung der Maßnahmen war auch recht gut, aber halt leider nicht hundertprozentig.

    Eine Nachbesserung dieser Arbeiten ist nicht vorgesehen, weil, eine solche Sauerei erträgt man nur einmal im Leben. Nachdem bisher nur die Farbe vom Putz bröselt und die Mauern schon neunzig Jahre zuverlässig tragen (als der gesamte Keller neu verputzt wurde, konnten wir auch die Qualität der Ziegel begutachten), mache ich mir wegen der Stabilität erst einmal kein Köpfchen.

    Mir geht es tatsächlich nur um die reine Kosmetik!
     
  • dann würde ich ein Lochblech als maximal mögliche Verkleidung vorschlagen, denn die Feuchtigkeit muß wech, sonst fängt das Mauerwerk dahinter zu schimmeln an! ... eine geziegelte Mauer, die länger durchfeuchtet wird, kann noch Jahrzehnte optisch gut aussehen, der Mauerfraß ist aber ein Kind des Teufels!

    n.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Was hältst du von der einfacheren Tapetenversion - reines Papier, versteht sich?

    Oder gibt es überhaupt noch eine bessere Maßnahme?
     
  • Hallo Käferli,

    du hast was von 'Kalkfarbe' geschrieben. Vielleicht meintest du 'Silikatfarbe'? Dann brauchste unten nicht zu lesen :grins:


    Hab innnem alten Haus auch Sanierputz mit weißer Silikatfarbe gestrichen. Die Farbe lässt die 'Wand schnaufen'. Es krisselt bisher nur ein klein wenig und das schon viele Jahre. Also, wenn du nur kosmetisch was machen willst, dann streich doch mit dieser Silikatfarbe. (zumindest hast du dann ein wenig länger Ruhe)

    Malerische Grüße :pa:
    Beni
     
    silikatfarbe im keller? hält dann etwa 5 monate länger, kostet auch fünf mal mehr.
    warum streichst du nicht mit der guten alten kalkmilch (kalk, wasser, prise salz für die abriebfestigkeit)
    ja, sicher, musst du wohl immer mal wieder neu machen, geht doch aber fix, kostet de facto so gut wie überhaupt nichts und ist immer wieder überstreichbar ohne jede vorbarbeit (außer abkehren).
    ich würde dir raten, den putz an der befallenen wand zu entfernen - fällt eh bloß runter nach und nach :D und rohes mauerwerk gestrichen mit klamilch sieht doch gut aus...
     
    Vielleicht meintest du 'Silikatfarbe'?


    Ja genau, das war das Wort. Halt keine Dispersonsfarbe, sondern eine die "atmet". Die preiswertere Variante mit dem Kalk stand seinerzeit auch zur Diskussion.

    Hat ja auch eine gewisse Weile gut gehalten, aber leider nicht lange genug.

    Den Putz runterklopfen, und dann direkt die Ziegel zu streichen ist keine so schlechte Idee (den Vorschlag halte ich schon einmal in der Hinterhand, danke Billymoppel). Allerdings fehlt mir die richtige Lust, die Keller erst leerzuräumen und dann noch die Sauerei wegzuputzen.

    Es muss eine einfachere Lösung geben, irgend etwas zum Pinseln. Irgend eine Putzgrundierung vielleicht? Es gibt da eine milchige Flüssigkeit namens "Putzhärter", die man verwenden kann, um zum Beispiel das erneute Durchschlagen von Wasserschäden zu verhindern. Ist angeblich auch "atmungsaktiv".

    Hat jemand von euch mit so etwas Erfahrung?
     
    Wie sehr ich dir zustimme zeigt, dass eine Trockenlegung von außen bereits vor langen Jahren erfolgte. Das volle Standardprogramm zuzüglich nachträglichem Ersetzen der bröckeligen Original-"Fundamente" (was zuvor nur Estrichplättchen waren) in zeitraubendster Handarbeit, in Halbmeterstücken. Die Wirkung der Maßnahmen war auch recht gut, aber halt leider nicht hundertprozentig.


    Macht auch meist wenig Sinn, da die Feuchte meist wieder durch den Boden (Wände/Bodenplatte) nach oben steigt. Dagegen hilft nur absperren, da gibt ja so Mittel wo man Löcher in die Wand bohrt (Bodenplatte ggf. auch beachten)... oder Elektro-Osmose.



    Mir geht es tatsächlich nur um die reine Kosmetik!


    Würde wenn eine Vertäfelung mit Hinterlüftungsabstand montieren.
     
  • @ Käferli: Hmmm, keine leichte Entscheidung. Aber wenn du was vor die Wand baust: immer drauf achten, dass genügend Luft zirkulieren kann. Und immer nur lüften, wenn es draußen kälter ist, als in deinen Kellerräumen.

    @Billymoppel, so fürchterlich viel Ahnung habe ich nicht, aber Silikatfarbe ist halt meine 'gute' Erfahrung

    Als die ganze Aktion damals gemacht wurde, dachte ich: ob das seinen Preis wert ist???
    Ganze Aktion bedeutete: den kleinen Gewölbekeller Stück für Stück unterfangen (selbst). Dann kam ein Trupp, kratzte den Mörtel zwischen den Steinen ziemlich tief heraus, verfugte neu (mit Spezialmittel); dann wurde Sanierungsputz aufgetragen. nach dem Trocknen von mir mit Silikatfarbe gestrichen.

    Die Firma versprach uns nicht, dass der Keller trocken würde (was auch für Kartoffel, Kiwi.... nicht in deren Sinne ist), sondern, dass der Putz nicht mehr herunterfallen würde.

    Boden wurde betoniert, ne Treppe eingebaut (von uns).

    Nach ca. 15 Jahren war ich mal wieder dort und 'besichtigte' bevorzugt und sehr neugierig meinen alten Keller. Ich war sooo positiv überrascht. Das viele Geld hat sich mehr als rentiert.
    Das Haus ist mittlerweile 131 Jahre alt.

    Leider wird dir Käferli das alles nicht helfen, aber ich wollte einfach mal meine Erfahrungen berichten.

    Liebe Grüße und *daumendrück* dass du die richtige Entscheidung triffst :pa:
    Beni
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • ... aber ich wollte einfach mal meine Erfahrungen


    Sehr interessant, Beni. Ein alter Gewölbekeller, das hat Stil. :smile:


    Macht auch meist wenig Sinn, da die Feuchte meist wieder durch den Boden (Wände/Bodenplatte) nach oben steigt.


    Das habe ich vergessen zu erwähnen: die unterfangenen Fundamente wurden mit Schweißbahnen vom Mauerwerk getrennt. Und natürlich wurde die neue Bodenplatte nach unten isoliert (Styrodur und Schweißbahnen, glaube ich mich zu erinnern). Trotzdem scheint es so, als käme von unten her stellenweise immer noch ein wenig Feuchtigkeit durch.


    Würde wenn eine Vertäfelung mit Hinterlüftungsabstand montieren.


    Diese Lösung ist viel zu hoch aufgehängt für mein Mini-Problemchen. Es geht um ein paar kleine Streifen, an denen im Laufe von 15 Jahren die Farbe vom Putz gebröselt ist (muss mal ein Foto machen, falls ich dran denke)

    Entweder kann ich alles so lassen wie es ist, dann bröselt nix mehr, aber es sieht halt grau aus. Oder ich husche mal schnell mit einem Heizkörperpinsel über die betroffenen Stellen, dann ist es momentan zwar schön weiß, wird aber eines Tages wieder bröseln.

    Meine vielleicht etwas ungeschickt formulierte Eingangsfrage lautet also, mit anderen Worten:

    Was kann ich an diesen Stellen auf den Putz auftragen, das die Oberfläche festigt, im Idealfall "atmet" und sich dauerhaft überstreichen läßt? Oder gibt es Ideen für einfache(!) luftdurchlässige Verblendungen?
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Was kann ich an diesen Stellen auf den Putz auftragen, das die Oberfläche festigt, im Idealfall "atmet" und sich dauerhaft überstreichen läßt? Oder gibt es Ideen für einfache(!) luftdurchlässige Verblendungen?
    Nun, ich fürchte das niwashi völlig Recht hat. Man kann die betreffende Stelle zwar behandeln, bsw. mit Bohrschlämme - das kann man streichen, spachteln oder auch putzen - hält die Feuchtigkeit gut ab und ist überstreichbar, aber dafür sucht sich die Feuchtigkeit einen anderen Weg. Am besten ist halt immer noch, dafür zu sorgen, dass die Feuchtigkeit außen erst gar nicht an die Kellerwände herankommt.
     
    und ich noch mal: die gute alte kalkmilch, der kelleranstrich, der jahrhunderte seinen dienst getan hat. festigt lose fugen und gebrösel - und nicht erhschrecken beim streichen: ist erst fast durchsichtig, wird erst weiß beim trocknen. beimischungen von sand (für putzanmutung) sind möglich. jederzeit und immer wieder überstreichbar. in 5 minuten angerührt, in 10 minuten mit dem pinsel auf die wand geklatscht. nur handschuhe sind pflicht. wirkt zudem fungizid wie jeder kalkanstrich.
    ich streiche damit so etwa alle 2 jahre ne denkmalgeschützte außenmauer meines grundstücks. die hat mal zu einem gebäude gehört, das nicht mehr existiert - der denkmalschutz wollte keine grundlegende sanierung (und ich ehrlich gesagt auch nicht), weil es ein erheblicher bestandseingriff gewesen wäre. mit der kalkschlämme können sie leben, auch wenn die mauer nun weiß statt ziegelfarbig ist - aber es stellt halt keinen irreperablen eingriff in den orginalbestand dar. ich verhindere damit frostschäden (sind ja keine hartbrandziegel) und das gebrösel aus den fugen.
    meinen keller (luftfeuchte zw. 60%-95% - da fließt gelegentlich ein bächlein durch, ist aber nach der sanierung komplett nach oben gesperrt) streiche ich auch so aller zwei jahre.
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Hi billymoppel,

    nur zur Auffrischung meiner Erinnerung: mir ist so als hätte ich mich seinerzeit gegen die Kalkmilch zugunsten der Silikatfarbe entschieden, weil es hieß, dass die Kalkmilch "abfärbt" (wohl eher "abstaubt"), wenn man drankommt. Korrekt?

    Bei den jetzt zur Bearbeitung anstehenden kleinen Flächen würde das nichts ausmachen. Ich fürchte nur, nachdem die Silikatfarbe abgebröselt ist, wird das wahrscheinlich auch die Kalkmilch tun. Aber ausprobieren kann ich es mal (ist ja wirklich nicht viel Aufwand), Versuch macht kluch.

    Es gibt zusätzlich eine einzige Stelle, die seinerzeit aufgrund besonderer Umstände nicht trockenzulegen ging und die wirklich übel aussieht. Für diese neige ich nach deinem Tipp dazu, den Putz so weit wie möglich runterzuklopfen und tatsächlich die nackten Ziegel mit der Kalkmilch zu streichen.

    Kann man das, nach deinen Erfahrungen, auch auf dauerfeuchten Mauerziegeln machen, ohne dass die Farbe abplatzt oder bröselt? Anders gefragt, wieso streichst du deinen Keller eigentlich alle zwei Jahre?

    Und, letzte Frage: wo kriegt man das Kalkpulver, gibt's das auch im Baumarkt?
     
    Zuletzt bearbeitet:
    tatsache, kalkmilch neigt bissl zum abstauben, die beimengung von salz (darf ruhig ohne jod und fluor sein :D) vermindert das aber.
    auf dauerfeuchten oder auch ex-dauerfeuchtem mauerwerk (bis nach einer trocknung alle gelösten salz aus dem zoegel auskristallisieren dauert es jahre) hält natürlich nicht ewig - es ist halt einfach eine frage des aufwandes und der kosten: silikatfarbe ist s-klasse - hochdiffusionsoffen, stabil, in grenzen ja sogar abwischbar und auf putz mit einer völlig anderen anmutung als dispersion - habe ich auch im ganzen haus - kalkmilch ist ein bißchen pferdefuhrwerk, aber wenn ich da einen liter zuviel anrühre, muss ich nicht einen monat trockenes brot essen :D
    und trocken ist der kalk unbegrenzt lagerfähig und ich habs immer zur hand, wenn ich es grad brauche oder lust auf streichen habe. ich muss auch nicht en block arbeiten. zu verarbeiten ist sie bis auf die handschuhe wirklich leicht und bequem, weils ja so flüssig ist. und wenns dann anfängt zu bröseln, sehe ich keine euro-scheine auf dem boden liegen :D dann kehre ich ab und hole gut gelaunt den pinsel raus und mache mich ohne weitere vorarbeit ans werk.
     
    Ja genau, das war das Wort. Halt keine Dispersonsfarbe, sondern eine die "atmet". Die preiswertere Variante mit dem Kalk stand seinerzeit auch zur Diskussion.

    Hat ja auch eine gewisse Weile gut gehalten, aber leider nicht lange genug.

    Es muss eine einfachere Lösung geben, irgend etwas zum Pinseln. Irgend eine Putzgrundierung vielleicht? Es gibt da eine milchige Flüssigkeit namens "Putzhärter", die man verwenden kann, um zum Beispiel das erneute Durchschlagen von Wasserschäden zu verhindern. Ist angeblich auch "atmungsaktiv".


    Wie lange hat denn genau die Silikatfarbe gehalten?

    Putzhärter ist sicher kein Fehler (da kommt meist nur die Feuchte dann wo anders zum Vorschein), aber so wie ich dich verstanden habe, hält der Putz... war ja ein Zementputz.

    Würde die lose Farbe abbürsten und wieder mit der selben Silikatfarbe streichen. Hält doch dann wieder Jahre... vielleicht war es ja auch nur Restfeuchte, da ihr ja alles gemacht hattet.
     
    Vielen Dank für euer Vorschläge und Anregungen. Sie haben mir sehr geholfen bei einer Frage, die mich schon des Längeren bewegt.

    Wie immer ist die einfachste Methode die beste. Statt mühsam irgendwelche Verblendungen zu montieren, wähle ich den Weg des geringsten Widerstands und greife einfach zum Pinselchen.

    Nachträglich hier die angekündigten Fotos:

    Hier ist die ganze rechte Wand betroffen. Es ist aber nur das abgebildete Stück zu behandeln, weil diese Wand voll mit Regalen (mit Abstand montiert) ist - hinter denen darf es ruhig grau bleiben :

    400_6330353965636165.jpg
    400_6431616561353633.jpg




    Und hier der eigentliche Schandfleck:

    Was früher ein gemauerter, mit Kies gefüllter Schacht war, auf dem die oberen Treppenstufen ruhten, ist heute eine saupraktische Nische für Getränke. An der rechten Wand versagten die obigen Methoden, weil sich dahinter das Originalmaterial unter den rechten Treppenstufen befindet. Eine Horizontalsperre mit den hochgelobten Tropfinjektionen hat nicht wirklich etwas gebracht:

    400_3166323265373465.jpg
    400_3136313064336238.jpg


    Hier werde ich den Putz (so weit lose oder bröckelig) abklopfen und die Ziegel einpinseln. Hab mich für die Kalkmilch entschieden.
     
    und ich noch mal:


    billymoppelchen, lass dich knutschen

    So viele Likes, wie dein genialer Vorschlag verdient, gestattet die Forensoftware leider nicht.

    Weil es mir zu "heiß" war, mit dem aggressiven Kalkpulver zu hantieren, habe ich mir fertig gelöschten ("gesumpften") Sumpfkalk besorgt. Der erste Anstrich mit saudünner Mager-Kalkmilch (Verdünnung 1:5) saugte sich so schnell in den angefeuchteten Putz, dass es eine reine Freude war. Der zweite Magermilchanstrich hat sogar schon leicht gedeckt, sobald er trocken war.

    Dann noch zwei Anstriche mit fetter Vollmilch (1:3 und 1:2,5) darübergehuscht, und der Keller schaut wieder aus wie neu.

    edit: übrigens war die Aktion extrem preiswert. Ein 10-Liter-Gebinde Sumpfkalk, das sich - je nach Verdünnung - zu 35 bis 60 Litern Kalkmilch strecken läßt, kost' keine zehn Euronen! In rund zwei Jahren werde ich vermelden, wie gut die Pracht gehalten hat.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Zurück
    Oben Unten