Garten im Vollschatten

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16. Feb. 2026
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Hallo liebe Garten Community,

Wir sind gerade in eine neue Wohnung gezogen, die uns einen langjährigen Traum erfüllt: Einen eigenen kleinen Garten.
Dieser hat jedoch ein deutliches Problem: Es liegt auf der Nordseite des Hauses (ein Teil auch nach Nordosten, ein noch kleinerer Teil nach Osten) ist recht schmal und wird von einem Blickdichten Zaun begrenzt. Sprich: Ein großer Teil liegt im Vollschatten oder kriegt nur wenige Sonnenstrahlen ab. Nur der Teil nach Nordosten bis Osten kann mit einigen Stunden Sonnenlicht oder Halbschatten dienen. Der Teil der sich jedoch für Beete und eigentlich eine Rasenfläche eignen würde, liegt eher schattig. Also brauche ich Rat und Erfahrungen, um aus der aktuellen Matschlandschaft einen richtigen Garten zu machen. Meine Ziele:

- Einen Bodendecker, der statt Matsch zu einer grünen Fläche führt. Er muss zumindest für unseren Hund trittfest und ungiftig sein, dass ich für ich selbst eher mit Trittplatten arbeiten werden muss, ist mir schon bewusst geworden. Er sollte auch zügig Abhilfe schaffen und nicht erst in 2-3 Jahren eine grüne Fläche erkennen lassen. Das ist mein Hauptproblem aktuell. Was für ein Bodendecker könnte sich hier eignen? Ich hatte erst Richtung Sternmoos überlegt, doch dafür haben wir fast zu wenig Licht. Sonst Golderdbeere? Einfache Moosplatten?

- Ein Blumenbeet, gerne mit einigen mehrjährigen Pflanzen. Dieses plane ich zum Teil am Zaun, da reichen wenigstens ein paar Sonnenstrahlen hin, es ist aber immer noch viel Schatten. Der andere Teil liegt in dem Nordosten bis Osten Bereich und hat mehr Halbschatten und ein paar Stunden Sonnenlicht , hier habe ich überlegt z.B. Hortensien zu pflanzen. Kennt ihr Pflanzen (gerne auch ein paar, die blühen), die sich hier für die Beete eignen würden?

- Eine kleine Sitzecke: Hier geht es viel um persönliche Präferenz, einen Bodendecker kann ich hier natürlich noch schlechter verwenden, also überlege ich eher in Richtung Kieselsteine, Rindenmulch oder Sand. Was sind eure Erfahrungen und Empfehlungen hierzu?

Mir ist klar, dass es wirklich doofe Grundvorraussetzungen sind und ich an der ein oder anderen Stelle definitiv Abstriche machen muss. Aber ich möchte auf keinen Fall nur überall Kiesel verteilen. Ein bisschen Leben soll in den Garten kommen und ich bin auch bereit dafür viel Arbeit reinzustecken. Ich bin dankbar für jeden Ratschlag!
 
  • Hallo und herzlich willkommen im Forum.

    Klar, auf die Sonnenanbeter unter den Pflanzen musst du verzichten, aber es gibt auch wunderschöne Schattenpflanzen.
    Schau dich mal bei den Hosta um:


    Farne gibt es auch wunderschön verschiedene.

    Als Bodendecker kommt mir das Pfennigkraut (Lysimachia) in den Sinn, es wächst bei meinem Vater auch in der absoluten Schattenecke.

    Begonien sollten sich in den Bereichen mit ein ganz klein wenig Sonne wohlfühlen.

    Es kommen bestimmt noch mehr Ideen, das waren jetzt nur meine allerersten Ideen.

    Liebe Grüße,
    Pyromella
     
    Vielen Dank für die Antwort, das ist tatsächlich schon super hilfreich! Pfennigkraut hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm, das klingt optimal
     
  • Hosta, Heuchera, Elfenblumen, Geranium nodosum, Farne, Winterharte Alpenveilchen (gibt es herbst- und Frühjahrsblühend), Narzissen, Begonia grandis, Leberblümchen, Lenzrosen u.v.m.
    Es gibt viele wunderschöne Schattenpflanzen, unter anderem tolle Blattschmuckpflanzen, die ganzjährig gut aussehen, da musst du nicht mit einer tristen Bodendeckerfläche arbeiten.
    Nimm dir vor dem Pflanzen Zeit für eine ausführliche Recherche, dann wirst du einen wunderschönen Schattengarten anlegen können.
    Und bei Detail-Fragen kannst du hier jederzeit Hilfe bekommen.
    Vielleicht kannst du mal Fotos einstellen, das ist immer hilfreich
     
  • Die Bepflanzung sehe ich jetzt hier nicht als das große Problem - wie schon vorgeschlagen, gibt es Unmengen toller Schattenpflanzen. Aber was überlebt den Hund?
     
  • Ein Nordgarten ist tatsächlich gar nicht so „doof“, wie man oft denkt 🙂 Gerade im Sommer bleibt es dort länger angenehm kühl und viele Pflanzen kommen mit weniger Sonne besser zurecht, als man oft meint. Wichtig ist vor allem, zwischen Vollschatten und hellem Schatten zu unterscheiden – und den Boden gut im Blick zu behalten (Matsch deutet oft auf Verdichtung hin).

    Für stark schattige Bereiche mit Hund würde ich ehrlich gesagt von reinem Moos eher abraten – das sieht schön aus, ist aber nicht besonders trittfest.

    Bewährt haben sich z.B.:
    – Golderdbeere (Waldsteinia) → robust, halbimmergrün
    – Kleines Immergrün (Vinca minor) → sehr schattenverträglich
    – Elfenblume (Epimedium) → gut für trockenen Schatten

    Wichtig ist aber:
    Wenn es aktuell eine „Matschlandschaft“ ist, würde ich zuerst den Boden verbessern (lockern, evtl. mit Sand/Kompost strukturieren). Sonst kämpfen auch Bodendecker.

    In schmalen Nordgärten sehe ich häufig, dass weniger das Licht das Problem ist, sondern verdichteter Boden + fehlende Drainage.

    Für den Nordost-/Ostbereich habt ihr deutlich mehr Möglichkeiten. Hortensien sind eine gute Idee, besonders Bauernhortensien oder Rispenhortensien. Ergänzen könntet ihr z.B.:
    – Funkien (Hosta)
    – Astilben
    – Tränendes Herz
    – Herbst-Anemonen
    – Farne für Struktur
    So bekommt ihr auch im Schatten Blüte + Struktur.

    Für eine Sitzecke würde ich persönlich eher zu einer festen Lösung greifen (z. B. Platten auf gut vorbereitetem Untergrund), da Kies in schmalen Gärten schnell wandert – vor allem mit Hund. Rindenmulch funktioniert kurzfristig, muss aber regelmäßig erneuert werden. Eine kleine befestigte Fläche mit umgebender Bepflanzung wirkt meist ruhiger und pflegeleichter.

    Mit einem klaren Plan kann aus einem Nordgarten wirklich ein sehr stimmungsvoller, ruhiger Rückzugsort werden. Man muss nur etwas anders denken als bei einem Südbalkon 🙂
     
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