Alter Apfelbaum Schneebruch

Yashaz

Neuling
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19. Feb. 2026
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Hallo rundum!
Heute früh hatte ich den Schnee noch heruntergeschüttelt, aber vergebens: Als ich am Nachmittag wiederkam, war ein großer Ast an recht ungünstiger Stelle herausgebrochen. :(
Der Apfelbaum ist sicher über sechzig Jahre alt und wurde in den letzten schätzungsweise 10-20 Jahren nicht gepflegt. (Bitte nicht schimpfen - ich wohne hier erst seit wenigen Monaten.)
Hat jemand eine Idee, was man hier machen kann, um dem Baum zu helfen? Wunde aussägen? Einen der mitbetroffenen Äste kappen? Ich mag den Baum gern (kenne ihn aus meiner Kindheit), auch wenn er nicht mehr viel trägt - die Äpfel waren immer lecker, Cox Orange. :)
Vielen Dank!
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  • Hallo und herzlich willkommen hier!

    Das ist schade, aber keine Katastrophe.

    Wenn du gut an die Wunde kommst, versuch sie etwas glatter zu machen, also so, dass es eine glatte Fläche ohne viele Fasern gibt. Dann mit einem Jin-Mittel die Fläche bestreichen, damit möglichst wenig Pilze eindringen.

    Dabei kannst du dann gleich den Baum etwas pflegen. Falls du Hilfe brauchst: bitte etwas aussagekräftigere Fotos mit möglichst ruhigem Hintergrund. Jetzt ist übrigens gleich die beste Zeit dafür.

    Hier schimpft übrigens niemand. Das wäre auch nicht angebracht. Wir helfen gerne. :)
     
    Vielen Dank für die freundliche Antwort! Jin-Mittel musste ich jetzt googeln - eigentlich für Bonsais? Auf das Angebot mit der Hilfe bei der Pflege komme ich gern zurück, werde bei besserem Licht versuchen, sinnvolle Fotos zu machen. (Der Hintergrund ist allerdings oft recht unruhig, fürchte ich, stehen irgendwie immer noch Bäume dahinter... aber gegen die Hauswand wird es gehen. Oder auch von oben, ich schau mal.)
    Mit einer Leiter komme ich auf jeden Fall an die Wunde. Sie ist nur blöderweise so lochförmig. Ich dachte, mit einer kleinen E-Astsäge kann man das glätten, aber ich bin nicht sicher, was das für die benachbarten Äste bedeutet. Andererseits wird's für die wohl kaum schlimmer werden...
     
  • Ja, da Jin-Mittel wird für Bonsais benutzt, mache Bonsais haben extra Totholz, um es natürlicher oder bizarrer aussehen zu lassen. Das Jin-Mittel soll das Holz konservieren. Und es hilft auch bei normalgrossen Bäumen, dass die Wunde als Eintrittspforte geschlossen wird.
     
  • Ich meine nicht das Mittel, sondern die Größe der Wunde.
    Hinzu kommt, dass die Wunde hohl und ausgerissen ist - denkbar ungünstig für eine ordentliche Verheilung.

    Daher würde ich die Bruchstelle komplett wegschneiden, auch wenn dadurch der Ast teilweise geopfert werden muss.
    Dann besteht die Möglichkeit, dass die Wundränder überwallen.
     
    Wer die Hohlwunde möglichst glatt haben will muss einen Kugelfräser nehmen oder einen spindelförmigen.
    Eine Flex mit 115mm-Gummiteller und grober Fiberscheibe sind auch gut verwendbar.
    Ich hatte dann erst mit Korn 16 das Gröbste weggeschliffen,
    dann K24 und K36, zum Schluss K60,
    erst dann das jinmittel aufgesprüht.

    Aber @JoergK's Bedenken teile ich auch.
    Warum ist grad dort der Ast abgebrochen und nicht im Bereich des sich biegenden Astes.
    Wahrscheinlich ist der Bereich der Bruchstelle das Holz schon mürbe, denn dort ist ja mal der senkrechte Ast entfernt worden und solche Gabelungswunden faulen schnell.
    Der eingerahmte Fräser ist etwas größer als ein Hühnerei Fräser_Schleifstifte.webp Zum Größenvergleich, in der weißen Schale unten, war mal Milram-Frühlingsquark ;) .
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Dein Vorschlag, @Galileo, wäre eine gut Möglichkeit, die Oberfläche der Bruchstelle glatt zu bekommen, was die Wundheilung zweifelsohne fördert.
    Ich befürchte allerdings (ohne das auf den Fotos genau erkennen zu können), dass dann zu wenig Holz übrig bleibt, um die verbleibenden starken Äste dauerhaft tragen zu können.

    Hinzu kommt der halbkreisförmige dunkle Riss im unteren Bereich des Bruchs (Foto 2). Er reicht evt. tief in die Gabelung hinein und destabilisiert sie dann dauerhaft.

    @Yashaz
    Da der Baum mit ~60 Jahren seine Vollertragsphase erreicht oder schon überschritten hat, halte ich einen Verjüngungsschnitt mit der Kettensäge für eine Möglichkeit, den Baum noch viele Jahre am Leben zu erhalten und kleinere Mengen Früchte ernten zu können.
    Für diesen Schnitt wäre jetzt nach Ende des Frost der richtige Zeitpunkt.
     
    Oha, Ihr habt richtig vermutet: Diese Stelle war bereits angezählt. Das Holz in der Mitte der Bruchstelle ist weich, man kann stellenweise mit dem Finger kleine Stücke herausholen. Pilz vermutlich? Ein Blick von oben hat es dann klar gemacht - und der Ast zeigt auch noch Richtung Wetterseite...:
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    Fault sicher schon eine Weile vor sich hin. Ich werde also wohl diesen Ast/Stamm großzügig rausnehmen müssen? Hier sind noch ein paar Silhouettenbilder:

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  • Gut, dass Du Dir die Wunde aus der Nähe angesehen hast. Nun sind wir schon einen Schritt weiter.
    Das morsche Holz muss nicht unbedingt durch einen Pilz verursacht sein. Dein Baum ist ja, wie bereits geschrieben, unter den veredelten Obstgehölzen bereits ein "Opa".

    Ich würde den Ast auch nicht sofort komplett herausnehmen. Du könntest ihn scheibchenweise zurückschneiden, bis Du wieder im festen, nicht morschen Bereich bist.
    Das macht den Apfel nicht gerade schöner und wird auch viele Wasserschosse erzeugen. Die kannst Du aber im Juni / Juli weitgehend entfernen bzw. einkürzen und den Seitenast nach und nach neu aufbauen.

    Was mir noch auffällt, sind die sehr ausladenden und im Außenbereich stark beasteten Seitenäste.
    Hier könnte es im belaubten Zustand insbesondere bei Sturm zu weiteren Brüchen kommen.
    Es wäre also zu überlegen, die Krone insgesamt zu verkleinern. Daher auch meine Empfehlung zu einem Verjüngungsschnitt.

    Eine genaue Schnittempfehlung für´s behutsame Auslichten kann ich Dir aufgrund der vielen dicht stehenden Äste aus der Ferne leider nicht geben.
     
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