Semitransparenter Sichtschutzzaun aus Lärchenholz

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15. Aug. 2011
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Hallo,
nachdem ich bisher als Mitleser von diesem tollen Forum profitieren durfte, nun ein kleiner Beitrag, der vielleicht für einige eine Anregung ist.

Wir haben im vergangenen Jahr ein altes Siedlungshaus zu einem Passivhaus umgebaut. Das Haus und mit ihm die Terrasse steht recht hoch auf dem Grundstück, weil wir auf den vorhandenen Keller aufgebaut haben. Dadurch war es erforderlich einen recht hohen Sichtschutzzaun zu errichten. Dazu habe ich eine Lösung gewählt, die vom Material her zum Haus passt (wir haben ein Holzhaus), und die den gewünschten Sichtschutz zwar erreicht, aber dennoch transparent wirkt.

Verwendet habe ich einfache, rhombusförmige Leisten mit einem Querschnitt von 28 x 68mm und einer Neigung von 15 Grad. Der Trick ist, dass ich die Leisten von hinten, also unsichtbar, mit der Schmalseite an eine Unterkonstruktion geschraubt habe, so dass die lange Seite der Leiste im 15 Grad Winkel nach draussen geneigt ist. Zwischen den Leisten sind 1,8cm Zwischenraum. Das interessante an dem Zaun ist, dass von aussen keinerlei konstruktive Elemente sichtbar sind und der ganze Zaun wie aus einem Guss wirkt (und auch ist).

Die Herausforderung bei dieser Art der Konstruktion ist, dass ich die Zaunpfähle erst ganz zum Schluß aufstellen konnte und bis dahin an einer Hilfskonstruktion arbeiten mußte.
Wenn jemand nachbauen will, stehe ich gerne für detailfragen zur Verfügung.
Joerg
 

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  • Hallo,
    das ist wirklich sehr hübsch.
    Das Nachbauen halte ich für nicht allzu kompliziert.
    Was die Holzkonstruktion angeht.

    Woraus ist der Unterbau? Beton, oder gemauert und verputzt?

    Die Kosten würden mich noch interessieren!

    Sagen wir mal hochgerechnet auf zehn Meter!

    LG Anett
     
    Hallo,
    das ist wirklich sehr hübsch.
    Das Nachbauen halte ich für nicht allzu kompliziert.
    Was die Holzkonstruktion angeht.

    Woraus ist der Unterbau? Beton, oder gemauert und verputzt?

    Die Kosten würden mich noch interessieren!

    Sagen wir mal hochgerechnet auf zehn Meter!

    LG Anett

    Die Unterkonstruktion ist Beton, nicht verputzt. Die Oberflächenstruktur kommt dadurch zustande, dass ich für die Schalung OSB verwendet habe. Die Balkenschuhe wurden auf den Beton geschraubt. Dann Natursteinplatten drumrum gelegt und den Zwischenraum mit Epoxi verfüllt. An der Stelle des Zauns mußte ich zuvor eine alte Betonmauer abreissen, weil sie nicht tragfähig, und vor allem weil sie nicht im Wasser war, sondern dem Gelände folgte. Bei einem Zaun mit so langen horizontalen Linien stelle ich es mir recht schlimm vor, wenn er nicht waagrecht ist.

    Ich habe die gehobelten Rhombuslatten im Format 28 x 61mm, 15 Grad geneigt, für 1,80 Euro pro lfm. eingekauft. Ist mengenabhängig, geht auch noch günstiger. pro Meter Zaunhöhe werden ca. 21 Meter Rhombuslatten und 2m Konterlatten (die bei mir 68 x 28mm sind und dasselbe kosten) benötigt. Das auf den Fotos sichtbare Stück Zaun ist 14 Meter lang und der Holzteil ist 170 cm hoch. Ich habe dafür 480m Rhombuslatten, ca. 40m Konterlatten und ca. 40m 9x9 Balken verbraucht. Es ist wichtig, die Länge der Latten und das Rastermaß der Stützkonstruktion vor Bestellung der Latten festzulegen, so dass der Verschnitt minimiert werden kann. Bei mir haben die Ständer 100cm Abstand und ich habe keine Stützlatten zwischen den Ständern verbaut. Die Rhombuslatten habe ich in 4m Länge bestellt.
    Denkbar wäre auch, die Balken mit einem Abstand von 125cm zu setzen, bei 62,5cm eine Stützlatte zu schrauben und die Latten in 5m Länge zu bestellen. Mehr als 100cm Abstand zwischen den Verschraubungspunkten darf nicht sein, weil sich sonst die Latten zu sehr verziehen können.
    Für die Balken (Douglasie) habe ich ca. 3 Euro pro Meter bezahlt. Dann noch 700 Edelstahlschrauben 6x60 für 13 Euro pro 100 Stück, 16 verzinkte Balkenschuhe für ca. 4 Euro das Stück und 16 verzinkte Hütchen auf den Balken für etwa 6 Euro das Stück.
    Jetzt darfst Du rechnen.

    Das Holz muß im Fachhandel bzw. direkt beim Sägewerk besorgt werden, der Baumarkt ist da nicht die geeignete Anlaufstelle. Ich habe mir 2000m liefern lassen und baue den Sommer über alles mögliche damit, wie zB. eine Fahrradgarage, Verkleidung für Mülleimer und Wärmepumpe, und wenns reicht dann noch ein Gartenhäuschen. Aber das ist eine andere Geschichte.
     
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  • Sieht spitzenmässig aus! Wow!
    Wie sieht es mit dem Wind aus? Eher durchlässig, oder hält es ihn ab?

    Zeig uns doch bitte meeeeeeeeehr Fotos von eurem Heim!!!

    Ich schau ja soooo gern anderen Häuser und Gärten an!


    Lieben Gruß aus Ö und schönen Abend noch!
    Michisternchen
     
    Sieht spitzenmässig aus! Wow!
    Wie sieht es mit dem Wind aus? Eher durchlässig, oder hält es ihn ab?

    Zeig uns doch bitte meeeeeeeeehr Fotos von eurem Heim!!!

    Ich schau ja soooo gern anderen Häuser und Gärten an!


    Lieben Gruß aus Ö und schönen Abend noch!
    Michisternchen

    Hallo,
    der Zaun ist als Windschutz nicht geeignet, da sehr durchlässig.
    Was interessiert Dich denn besonders an unserem Haus? Hier mal ein paar Fotos aus der Bau- und Sanierungsphase (wir haben einen Altbau zu zwei Dritteln abgerissen und als Holzhaus etwas größer neu aufgebaut. Das Haus entspricht nun dem Passivhausstandard.
     

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  • Himmel, A**** und Zwirn !

    Sieht das gut aus, Respekt! - sowohl für Haus als auch für Zaun ...

    Auf die Idee, ein Haus zum Teil abzureißen und dann sooo neu aufzubauen bzw. zu sanieren ... da muß man erstmal drauf kommen ....

    Mutts ... neidlos sprachlos

    Danke ;)
    Naja, das bestehende Haus war ja nicht gerade attraktiv. Die Entscheidung für Teilabriss + Sanierung an Stelle Komplettabriss + Neubau hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört sicher, dass man weniger behördliche Aufwände hat und dass man von der KfW ein paar günstige Euros bekommt. Viel günstiger als beim Neubau eines Passivhauses.
    Zu den Nachteilen gehört allerdings der immens viel höhere Aufwand, vor allem im Bereich der Eigenleistung. Weil halt vieles bei der Planung nicht vorher gesehen wurde (liegt natürlich auch an den beteiligten Planern, aber das ist eine andere Geschichte) und dann durch Eigenleistung glatt gebügelt werden musste.
    Und bei einer derart radikalen energetischen Sanierung (wir haben den Heizenergie-Verbrauch im Vergleich zum Bestandsbau um mindestens 97% reduziert und mußten im letzten Winter trotz Raumtemperatur über 21 Grad überhaupt nur an 3 Tagen heizen) muß die Überwachung der Handwerkerleistungen l-ü-c-k-e-n-l-o-s sein. Alleine die luftdichte Ausführung von Leitungsdurchführungen (Wasser, Strom, Lüftung...) durch die thermische Hülle scheint etwas zu sein, das Handwerker trotz DIN und "State-of-the-Art" jeden Tag von neuem lernen müssen und dann am nächsten Tag wieder vergessen haben. Ausserdem mußten wir an einigen kritischen Stellen (Treppenhaus et.) mit unkonventionellen Dämmaterialien (Vakuumpanels, Resol-Hartschaum) arbeiten.
     
    Hallo,
    und dann noch ein kleines Update zum Zaunthema: Zwischenzeitlich sind die beiden Torflügel montiert. Noch nicht fertig, passt aber einigermaßen und vor allem: Die Beschläge halten. Mit H x B 210 x 150cm wiegt jedes der beiden Tore deutlich über 100kg. Da die Torfronten außen bündig mit den Pfeilern und wiederum ohne sichtbare Konstruktionselemente sein sollen, mußte ich die Torriegel innen an den beiden Pfeilern anbringen, nicht seitlich. Mit Dübeln und normalen Schrauben wollte ich da nicht arbeiten, denn da würden eher früher als später die Schraubenköpfe abbrechen. Stattdessen habe ich an den Riegeln die Bohrungen für die Befestigung aufgebohrt und jeden der Riegel mit 4 Bolzenankern M8 x 70 befestigt. Siehe Foto.
     

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  • Hallo Jörg,


    der Zaun ist eigentlich genau das was ich auch bauen will. Kannst Du mir noch ein paar Tipps geben ? Mein Zaun ist auch ca. 14 m lang und wird auch eine Natursteinmauer gesetzt, die ich gerade bauen lasse.
    Wie hast Du die Rhombus Profile verschraubt ? Hast du spezielle Clips benutzt, um nicht von außen verschrauben zu müssen ? Hast Du einfache Abstandshalter genutzt, um die 1,8 cm Abstand zwischen den Profile sauber hinzukriegen ? Hast Du die Profile immer versetzt abgebracht ? Also unten mit 2 m Länge angefangen und dann die Leisten darüber mit 1 m Länge und danach wieder 2 m Länge ?
    Hoffe Du hast die Zeit kurz zu antworten. Vielen Dank und auch mein Kompliment für das schöne Haus. LG aus dem Sauerland


    Andreas
     
  • Hallo Andreas,

    willkommen im Forum. Joerg wird dir wahrscheinlich nicht mehr antworten, er war jedenfalls 2014 das letzte Mal im Forum. Ich hoffe, dass dir ein anderer der Aktiven weiterhelfen kann, vom Zaunbau habe ich leider keine Ahnung.

    Liebe Grüße, Pyromella
     
    Aber klar doch werde ich antworten. Nur nicht gerade jetzt während des Spiels Italien - Spanien ;)
    Joerg
     
    So, nach einem wunderschönen Fussballspiel nun ein kurzes Gedächtnisprotokoll.

    Schau Dir bitte nochmal alle Fotos an, die ich in meinen paar Beiträgen gepostet hab.

    Ich verwendete 27x68 mm 15 Grad Rhombusleisten aus Lärche, die ich mit einem Abstand von 18mm "verkehrt", also um 90 Grad verdreht zur eigentlich vorgesehenen Verwendung lamellenartig montiere.

    Einzig erforderliches Montagematerial sind 5x60 Edelstahl Terrassenschrauben. Um am fertigen Zaun keinerlei Schrauben zu sehen, weder von aussen noch von innen, werden die Rhombusleisten nicht direkt auf die 90x90 Pfosten geschraubt, sondern auf 90mm breite und 27mm starke Latten. Diese Latten werden für die Montage der Rhombusleisten mittels Hilfskonstruktionen aus Dachlatten etc. so aufgestellt, dass sie später genau zwischen den Pfosten und den Rhombusleisten sind. Wichtig: die Hilfskonstruktion muss stabil genug sein, um den fertig montierten Zaun zu halten.
    Die Edelstahl-Balkenschuhe für die 90x90 Pfosten habe ich übrigens als allererstes montiert, da kommt man später nicht mehr richtig dran. Unbedingt Edelstahl-Schwerlastanker verwenden.

    Die Rhombusleisten werden von innen an die 90x27 Latten geschraubt, von unten nach oben. Ich habe mir 18mm starke Abstandshölzchen zurechtgesägt und zur Montage einer Leiste auf die darunterliegende gelegt. Für mich war es sehr wichtig, dass der Zaun ohne sichtbare Nahtstellen wie aus einem Guss wirkt. Deshalb habe ich die Rhombusleisten so verlegt, dass die Stöße nicht an derselben Befestigungslatte sind, also fortlaufend im wilden Verbund.

    wenn dann die Leisten komplett montiert sind, dann werden die 90x90 Pfosten in den Balkenschuhen befestigt. Von aussen werden dann die 90x27 Latten, an denen die Rhombusleisten befestigt sind, an die montierten Pfosten geschraubt. Um die Schrauben zwischen den Leisten in die 90x27 Latten treiben zu können, braucht man einen langen Bithalter. Das ist der Trick. Man stellt die Pfosten erst dann, wenn der Zaun ansonsten fertig ist.

    Auf diese Weise werden die Schrauben, mit denen die Rhombusleisten befestigt sind, unsichtbar, da die 90x90 Pfosten davor stehen. Und die Schrauben, mit denen die 27x90 Latten an die Pfosten montiert werden, verschinden zwischen den Rhombusleisten.

    Abstand zwischenn den Pfosten: 100 cm ist das äusserste der Gefühle, ca 80 wär besser (und bei 400cm Leistenlänge gäbe es wenig Verschnitt)
     
    Finde ich von innen aber nicht schön aussehend. Würde von innen wieder das Gegenstück aufschrauben.

    Aber seit wann brechen Schraubenköpfe ab?

    Unser Billiger Kiefer Jägerzaun, auch mit von meiner Frau damals handgesägten und gebauter Eingangstür und Tor fürs Auto, steht seit 25 Jahren. Da ist keine Schraube abgebrochen. Oder durchgerostet. Und wenn sie weit genug eingeschraubt werden (auch von Hand, wir hatten weder Strom, noch Akkugeräte zur Hand), sieht man sie auch im Holz nur, wenn man beim spazieren gehen stehenbleibt. Und die Blindköpfe der Schrauben (die ja Selbsthalter haben, um beim aufdrehen der Mutter nicht mit zu drehen!) für die Torriegel zur Straße gehören einfach dazu. Der Aufwand ist also völlig unnötig.

    Und Irgend eine rumliegende Latte wird sich doch wohl finden, den immer gleichen Abstand der Latten zu erreichen. Notfalls nimmt man 3 Holzbausteine aus dem Kinderzimmer.
     
    Meckern geht immer!
    Besserwisser kriegen fast nie selbst was zustande! Von mich...
    Gehört in den Sprücheklopferthread; du auch!

    Auch wenn es stimmt, was du sagst, was soll das?
     
    Tja so ist das im Leben.

    Wer etwas selbst gebautes im Internet Prästiert, muss damit leben dass es nicht nur Gute, sondern auch ehrliche, konstruktive Hinweise gibt.
    Wer damit nicht klarkommt, sollte seine Bauten gar nicht erst darstellen.

    Mir persönlich, sind die konstruktiven oder viele negative Hinweise lieber, als nur <<super gemacht, klasse, sieht gut aus>> die helfen nämlich nicht weiter beim nächsten Projekt.

    The World
     
    Du willst doch jetzt nicht ernsthaft einen Jägerzaun als Beispiel...
    Okay, konstruktiv vielleicht, aber optisch? Bitte!
     
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