Vogelknöterich

braeunli

Neuling
Registriert
16. Sep. 2020
Beiträge
7
Guten Abend,

wir sind gerade dabei unseren Garten auf Vordermann zu bringen. Wie sich rausstellt, ist 90% (kein Witz) unseres Rasens von Vogelknöterich verdrängt worden. Wie würdet ihr vorgehen um diesen loszuwerden und eine ordentliche Neuanlage durchführen zu können?

Danke und liebe Grüße

René
 
  • Hi René,

    ich kenne diese Pflanze nicht und musste (weil ich ein wissbegieriger Mensch bin) mal nachlesen, was das denn für eine Pflanze ist.

    Das was ich gelesen habe, ist für eine Rasenfläche, nicht so zuträglich.
    Lange Wurzelausläufer, Samen die 250Jahre keimfähig bleiben, schnelle Samenbildung...

    Die ganzenbRasenprofis sollen mal was sagen, denn ich würde jetzt nach Gefühl alles versuchen raus zu bekommen, nebst Wurzeln und dann nochmal auflaufen lassen.
    Vermutlicher Weise, ist das jetzt zu Herbstbeginn aber keine schlaue Lösung...
     
    Hi René,

    ich kenne diese Pflanze nicht und musste (weil ich ein wissbegieriger Mensch bin) mal nachlesen, was das denn für eine Pflanze ist.

    Das was ich gelesen habe, ist für eine Rasenfläche, nicht so zuträglich.
    Lange Wurzelausläufer, Samen die 250Jahre keimfähig bleiben, schnelle Samenbildung...

    Die ganzenbRasenprofis sollen mal was sagen, denn ich würde jetzt nach Gefühl alles versuchen raus zu bekommen, nebst Wurzeln und dann nochmal auflaufen lassen.
    Vermutlicher Weise, ist das jetzt zu Herbstbeginn aber keine schlaue Lösung...

    Das ich habe dazu leider auch schon gelesen. Wenn ich auf 250m2 wirklich jede Pflanze zupfen muss, habe ich jedenfalls ein Mammutprojekt vor mir :/
     
  • Wenn Du die Fläche sowieso ganz neu machen musst, empfehle ich Dir in einer gewissen Tiefe ein Unkrautflies oder Maulwurfsschutz einzugraben.
    Damit kannst Du die Neuausbreitung zumindest verlangsamen.
     
  • Wenn Du die Fläche sowieso ganz neu machen musst, empfehle ich Dir in einer gewissen Tiefe ein Unkrautflies oder Maulwurfsschutz einzugraben.
    Damit kannst Du die Neuausbreitung zumindest verlangsamen.

    Noch hoffe ich, dass ich nicht so tief buddeln muss, um wirklich die gesamte oberste Erdschicht auszutauschen.
     
    Nee, @braeunli jede Pflanze einzelnd, das würde ich mal ganz weit nach hinten schieben.

    Da ich die Pflanze ja nun nicht kenne, bin ich mir nicht im klaren darüber, wie sehr sie sich durch Wurzelausläufer tatsächlich verbreitet und wie gut sie sich mit den "normalen" und ordendlichen Pflegemaßnahmen (Düngen, durchdringen, aber eher selten Wässern und regelmäßig mähen) im Zaum halten lässt.

    Bei ganz vielen Beikräutern, ist dieses Konzept das Mittel der Wahl.

    Warte mal auf @top_gun_de, @Kantenstecher, @Spezialist und wie die Profis noch so heißen...
     
  • Ich würde die komplette Fläche super tief mähen,
    tief vertikutieren um maximal viele wurzeln und co hochzuholen
    und die ganze Fläche mit nem Dachpappenbrenner abbrennen.
    Dadurch werden auch eventuelle Samen auf der Oberfläche zerstört ud es ist
    ökologisch gesehen weniger giftig als Unkrautvernichter und in diesem speziellen Fall wäre es sogar noch effektiver :-)

    Danach kannst Nivelieren, einsähen und abziehen.

    Schlauch vom Wasserhahn und Spritze bereitliegen haben falls es irgendwo zu brennen anfängt wo es nicht brennen soll :)

    Bei 250 m² solltst du dir aber mehrere 10KG Flaschen besorgen oder leihen.
     
    Dazu müssen die Samen aber direkt auf der Oberfläche liegen. Ich habe schon einmal eine ehemalige Rasenfläche regelrecht ausgeglüht, weil ich auch die Hoffnung hatte, damit Poa annua Samen unschädlich zu machen. Aber an den Stellen wo vorher Annua war sind später wieder reichlich Annua Gräser gewachsen. Mein Fazit dazu: Die paar Stunden Zeit und etliche Kilogramm Propangas hätte ich mir sparen können. Ganz zu schweigen von dem Gestank.
     
    Wow, viel Aufwand steht dir bevor. Als Gärtner könnte ich nur ein freiverkäufliches
    selektives Herbizid empfehlen. Also, das Gras ist einkeimblättrig, der Knöterich zweikeimblättrig.
    Nur: Die Anwendung sollte während der Vegetationszeit erfolgen, sonnige Wochen wären optimal.
    Auch die Aufwandmenge sollte genau eingehalten werden, sonst kann der Rasen Schaden nehmen.
    Viele sind nach einer Behandlung sehr enttäuscht, was wirklich vom Rasen übrigbleibt,
    oder besser: Wieviel Fläche von fremden Unkräutern belegt wurde. Eine Arbeit für
    Ende Frühjahr/Anfang Sommer, Ausbringung dann ohne direkte Sonneneinstrahlung
    und ohne drohenden Regen. Google mal: selektives Herbizid im Rasen.
    Viele Grüße vom Bernd
     
    Jegliches Gift was Du anwenden würdest, bekämpft nur das was zu Zeit grün ist (und schädigt daneben die Umwelt).

    Wie oben gelesen, sollen die Samen mehrere hundert Jahre überdauern und die werden von „selektiven“ Herbiziden nicht mit erwischt....
    Bleibt im Endeffekt..... die Umwelt wurde geschädigt und der Knöterich bleibt und treibt fröhlich wieder aus...
     
  • @Bernd Ka. das ist ein Rat, so wirklich für die Mülltonne.
    @feiveline hat es etwas humaner formuliert.

    Klar, es ist viel einfacher irgendein Herbizid auf die Fläche zu knallen und dann "erstmal" Sorgenfrei zu sein-wie lange? Zwei Monate?

    Das Zeug bildet schon im Juni reifes Saatgut aus, da wird es wirklich schwer eine sonnenreiche Periode, ohne Regen abzupassen.

    René, mach dir die Arbeit und mache es dann jetzt einmal venümpftig, anstatt jeden Monat da mit der Giftsprizte zu stehen!
     
  • Vogelknöterich? Kannte ich auch nicht. Nun weiß ich wenigstens womit ich mich hie und da herumplage.

    LG, Tilda
     
    Dazu kommt jetzt ein unpopulärer Rat.

    Pflanzen die 25cm tiefe Wurzeln bilden bekommt man nicht ausgerissen, auch nicht abgebrannt. Wenn sie dann noch ausläuferbildend sind, können sie sich häufig aus Wurzelresten regenerieren.

    Bei dieser Menge hilft nur eine Neuanlage. Da Vogelknöterich auf stickstoffreichem Boden gedeiht, kann man ihn auch nicht wie zB Klee durch intensive Pflegemaßnahmen und starkes Düngen bekämpfen und hoffen dass sich das Gras durchsetzt.

    Da die Pflanze einjährig ist, wird dir akut auch ein Selektivherbizid alleine nicht mehr helfen, denn die Samen sind schon unterwegs. Es gilt jetzt, Platz zu schaffen und die Fläche mit Rasen zu besetzen so dass der Knöterich schlechter nachwachsen kann. Ab dem nächsten Jahr ist dann verstärkte Rasenpflege angesagt, um es den keimenden Samen schwer zu machen.

    Aktueller Handlungsvorschlag:

    1.) Pflanzen entfernen, Bodenfläche öffnen. Dazu wäre optimal eine Motorhacke und anschließendes Glätten. Wenn Du die nicht mieten willst, kannst Du auch die unpopuläre Variante nehmen: Mit WeedEx totspritzen, 7 Tage später wenn das Pflanzenschutzmittel (WeedEx ist kein Gift) in der Wurzel ist mehrfach auf tiefster Stufe vertikutieren, längs und quer.

    2.) Mit einer Qualitätsmischung neu einsäen. Die Jahreszeit ist gut dafür, wir erwarten knapp 20° tagsüber, nachts 10°. Besser kann man es nicht treffen. Und Du schaffst so einen dichten Bewuchs bevor die nächste Generation von dem Zeug keimt.

    3.) Konsequent feucht halten über 3 (!) Wochen. In der ersten Woche tut sich was, das sind aber nur die enifachen Weidelgröser die schnell hochschießen, aber keine Dichte erzeugen. Du bist darauf angewiesen, dass auch die langsameren Rotschwingel- und Rispengräser aus der Mischung keimen, die sorgen für den dichten Bewuchs.

    4.) Sobald der Rasen keimt, noch einmal regulären Rasendünger (ca. 20-8-10) ausbringen. Herbstdünger erst Ende Oktober, wenn die Temperaturen unter 10° bleiben.

    5.) Noch unbeliebter: Im nächsten Jahr eine Unkrautspritze mit WeedEx oder Banvel Quattro (ist das Gleiche) bereit halten, und jede frisch durchkommende Pflanze sofort gezielt leicht anspritzen. Der Samen ist ja schon in der Erde und will wieder raus. Das muss umgehend unterbunden werden. Im Folgejahr wird es dann besser.

    6.) Ab nächstem Frühjahr konsequente Rasenpflege: Spätestens alle 2 Monate mineralisch düngen, mindestens wöchentlich möhen. Die 1/3-Regel einhalten, d.h. nicht mehr als ein Drittel der Halmlänge darf gekappt weden. Bei 6cm Länge z.B. nicht kürzer als 4cm mähen.

    Das klingt jetzt nach einem langen Projekt, und das ist es auch. Man sagt, wenn man einen Rasen vernachlässigt dann braucht man die gleiche Zahl Jahre um ihn wieder hinzubekommen.
     
    Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
    Mit WeedEx totspritzen, 7 Tage später wenn das Pflanzenschutzmittel (WeedEx ist kein Gift) in der Wurzel ist mehrfach auf tiefster Stufe vertikutieren, längs und quer.
    Ich finde es fatal hier so zu tun, als ob es sich bei einem hochwirksamen Totalherbizid quasi nur um eine liebevolle Düngung handelt... :sick:
    Besonders wenn der Fragesteller evtl. gar nicht mit Gift arbeiten möchte und dann solchen Angaben vertraut...

    Denn warum schreibt sonst selbst der Hersteller:
    Hoch wirksames Rasenherbizid zum gießen und spritzen mit sehr breiter Wirkung über Wurzel und Blatt
    (...)
    Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung
    Und dazu die Quelle: Celaflor 3579 Rasen-Unkrautfrei Weedex, Hochwirksamer Unkrautvernichter zur Bekämpfung von schwer bekämpfbaren Unkräutern im Rasen, Konzentrat, 400 ml Flasche: Amazon.de: Garten
     
    Hallo zusammen,

    danke schon einmal für die vielen Antworten!

    Verstehe ich es also richtig, dass ein passendes vorgehen wie folgt aussehen könnte:

    1. Grundstück (so wie es jetzt ist) umfräsen mit einer Motorhacke
    2. Grundstück glätten und einebnen mit einer Rasenwalze
    3. So schnell wie möglich Rasensamen und Starterdünger ausbringen und für die nächsten 3 Wochen ordentlich feucht halten und auf eine schnelle flächige Keimung hoffen (habe da schon einen bestimmten Samen im Auge, bin mir aber nicht sicher ob ich das Produkt hier nennen darf)
    4. Sobald der Rasenkeimt noch mal 20-8-10 Dünger ausbringen.
    5. Ab nächstem Frühjahr dann konsequente Rasenpflege: Spätestens alle 2 Monate mineralisch düngen, mindestens wöchentlich mähen. Die 1/3-Regel einhalten, d.h. nicht mehr als ein Drittel der Halmlänge darf gekappt weden. Bei 6cm Länge z.B. nicht kürzer als 4cm mähen -> Wobei mir hier der Mähroboter zu gute kommen sollte.

    Passt das so? Soll ich vor dem Umfräsen noch mal mit dem Gasbrenner ran oder macht das keinen Sinn?

    Falls ich nicht um Gift drumherum kommen sollte, müsste ich glaube ich sowieso bis nächstes Jahr warten. Ich bin letzte Woche mit nem Rasenlüfter durchgefahren um das Ausmaß der Verbreitung abschätzen zu können, dabei wurden aber ein Großteil der Blätter vom Vogelknöterich gerissen und das Gift wird ja so wie ich das verstehe über die Blätter aufgenommen?

    Dazu kommt jetzt ein unpopulärer Rat.

    Pflanzen die 25cm tiefe Wurzeln bilden bekommt man nicht ausgerissen, auch nicht abgebrannt. Wenn sie dann noch ausläuferbildend sind, können sie sich häufig aus Wurzelresten regenerieren.

    Bei dieser Menge hilft nur eine Neuanlage. Da Vogelknöterich auf stickstoffreichem Boden gedeiht, kann man ihn auch nicht wie zB Klee durch intensive Pflegemaßnahmen und starkes Düngen bekämpfen und hoffen dass sich das Gras durchsetzt.

    Da die Pflanze einjährig ist, wird dir akut auch ein Selektivherbizid alleine nicht mehr helfen, denn die Samen sind schon unterwegs. Es gilt jetzt, Platz zu schaffen und die Fläche mit Rasen zu besetzen so dass der Knöterich schlechter nachwachsen kann. Ab dem nächsten Jahr ist dann verstärkte Rasenpflege angesagt, um es den keimenden Samen schwer zu machen.

    Aktueller Handlungsvorschlag:

    1.) Pflanzen entfernen, Bodenfläche öffnen. Dazu wäre optimal eine Motorhacke und anschließendes Glätten. Wenn Du die nicht mieten willst, kannst Du auch die unpopuläre Variante nehmen: Mit WeedEx totspritzen, 7 Tage später wenn das Pflanzenschutzmittel (WeedEx ist kein Gift) in der Wurzel ist mehrfach auf tiefster Stufe vertikutieren, längs und quer.

    2.) Mit einer Qualitätsmischung neu einsäen. Die Jahreszeit ist gut dafür, wir erwarten knapp 20° tagsüber, nachts 10°. Besser kann man es nicht treffen. Und Du schaffst so einen dichten Bewuchs bevor die nächste Generation von dem Zeug keimt.

    3.) Konsequent feucht halten über 3 (!) Wochen. In der ersten Woche tut sich was, das sind aber nur die enifachen Weidelgröser die schnell hochschießen, aber keine Dichte erzeugen. Du bist darauf angewiesen, dass auch die langsameren Rotschwingel- und Rispengräser aus der Mischung keimen, die sorgen für den dichten Bewuchs.

    4.) Sobald der Rasen keimt, noch einmal regulären Rasendünger (ca. 20-8-10) ausbringen. Herbstdünger erst Ende Oktober, wenn die Temperaturen unter 10° bleiben.

    5.) Noch unbeliebter: Im nächsten Jahr eine Unkrautspritze mit WeedEx oder Banvel Quattro (ist das Gleiche) bereit halten, und jede frisch durchkommende Pflanze sofort gezielt leicht anspritzen. Der Samen ist ja schon in der Erde und will wieder raus. Das muss umgehend unterbunden werden. Im Folgejahr wird es dann besser.

    6.) Ab nächstem Frühjahr konsequente Rasenpflege: Spätestens alle 2 Monate mineralisch düngen, mindestens wöchentlich möhen. Die 1/3-Regel einhalten, d.h. nicht mehr als ein Drittel der Halmlänge darf gekappt weden. Bei 6cm Länge z.B. nicht kürzer als 4cm mähen.

    Das klingt jetzt nach einem langen Projekt, und das ist es auch. Man sagt, wenn man einen Rasen vernachlässigt dann braucht man die gleiche Zahl Jahre um ihn wieder hinzubekommen.
     
    Kein GHS06 kein Gift.

    So einfach ist das.

    Das ist ein Pflanzenschutzmittel, das WeedEx, es schützt deine Kulturpflanze "Rasen" vor Fremdbewuchs.

    @top_gun_de
    Bei Knöterich wird's aber nicht helfen. Der ist zu zäh...
     
    Ich würde nach dem Fräsen noch so viele Wurzeln wie möglich herausrechen.

    Sonst passt es, und lass bitte die Finger von den Herbiziden, auch im nächsten Jahr. Damit tust du dir keinen Gefallen. Tief wurzelnder Vogelknöterich + überdauernder Samen bieten keine Angriffsfläche für das Herbizid, also kannst du es auch weglassen.
     
  • Zurück
    Oben Unten