Gartenboden für Zierstauden aufbereiten

Registriert
02. Apr. 2011
Beiträge
2.013
Ort
Oberbayern
Ich bin gerade dabei, meine Pflanzbeete für Blühstauden aufzubereiten.

Problem: die bisherige Gartenerde ist sehr lehmig und bis zur Kiesschicht sind es zum Teil auch nur 30 cm. Bisher ist jedoch alles gut gewachsen.

Aus verschiedenen Gründen sollen die Beete nun neu bepflanzt werden (außer Storchschnabel, Hibiskus und Wiesenehrenpreis - die bleiben drin).

Wie kann ich die Böden am Besten aufbereiten? Ich habe mir hochwertige Gartenerde besorgt, Sand und Bodenverbesserer.

Da ich alles per Hand ausgraben und in Eimern beim Wertstoffhof entsorgen muß, bin ich nicht in der Lage, den gesamten Boden im Beet auszutauschen. Etliche Pflanzen mögen ja auch lehmigen Boden.

Soll ich einen Teil des Lehmbodens entfernen und dann Gartenerde drunter mischen? Und vielleicht noch Sand?

Danke schonmal!

LG Shantay
 
  • Hallo Shantay!

    Ich würde den Lehm lassen, wo er ist und über die Jahre langsam und geduldig eine ordentliche Humusschicht aufbauen. Deine Gartenerde taugt bestimmt als Starter. Wenn dann jedes Jahr mit Kompost und Mulch gearbeitet wird, dann bekommst du schon einen ordentlichen Boden.

    Die Startbedingungen im Blumenbeet im väterlichen Garten waren ähnlich. Vom Vor-Vorbesitzer war ein geschotteter Parkplatz angelegt worden, darauf hatte unser Vorbesitzer dann zum Teil überschüssigen Lehm gekippt, sehr wenig Mutterboden drüber. Bei uns wurde da die Blumenkannte draus. Jeden Herbst bekommen die Stauden ordentlich Kompost, manchmal muß man Stauden auch "höhersetzen" und im Sommer wird häufig mit Grasschnitt gemulcht, damit der Boden nicht so schnell austrocknet. Das funktioniert wunderbar.

    Liebe Grüße, Pyromella
     
    Die Regenwürmer holen sich Gras und Blätter auch unter die Erde. Habs im Fernsehen mal gesehen und konnte es kaum glauben. Dadurch wird der Boden auch in tieferen Regionen aufgewertet. Dauert halt nen bißchen. Lehm ist so gesehen gar nicht so schlecht da er gut Wasser speichert. Ich hab sehr sandigen Boden. Bei Hitze schlepp ich mir nen Wolf.
     
  • Danke Euch beiden! Das erklärt dann wohl auch, warum bis jetzt alles schön gewachsen ist. Dann locker ich den Boden einfach auf, mische gute Gartenerde drunter. Meine Bette sind alle mit Pinienrinde dünn abgedeckt wegen der Optik und gegen Austrocknen. Bisher habe ich im Frühjahr die Pinienrinde einfach immer entsorgt und neu gemulcht. Soll ich Rinde im Frühjahr dann künftig einarbeiten?

    LG Shantay
     
  • Wir hatten minimal nur 10 cm Lehm, darunter einen alten Tagebau für Straßenschotter. Haben darauf fürs Staudenbeet dann jedes Jahr Kompost und Mulch gebracht. Das dauert, aber rausholen? Nie im leben.


    Ich hab die ganz festen Lehmklumpen beim Setzen von Pflanzen, allerdings nicht mit Sand gemischt, sondern mit billiger Blumenerde, hier vom Discounter. Denn guter Boden ist schwarz. Wie der Bördeboden 100 m von uns entfernt. Das ist einer der besten deutschen Böden. Hier werden seit Jahrzehnten Zuckerrüben geerntet. Lehm speichert das Wasser. Wenn er nicht wie unserer Als Baulehm taugen könnte. Sobald es heiß wird, wird der steinhart. Wozu man in Lehm Sand reinmachen soll, werde ich nie begreifen. Das wertet den Boden nicht auf, sondern Lockert ihn nur. Erde macht beides, Lockert auf und wertet auf.


    Die Pflanzenwurzeln finden sich beim rausholen/umsetzen zu 90% in der Blumenerde. Was meine Logik bestätig und der Brandenburger Sandboden den ich aus dem Haus meiner Kindheit kenne, war noch minderwertiger.


    Suse
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Ich laß den Sand weg, mische nur mit Gartenerde und hole mir von der Kompostieranlage noch ein paar Eimer Kompost.

    Jetzt muß ich aber nochmal blöd nachfragen: Für mein neues Hostabeet hatte ich eigentlich eine Firma beauftragt den Aushub zu machen und mit Humus aufzufüllen. Aber wenn der Lehmboden gar nicht so schlecht ist, ist das dann überhaupt notwendig? OK, Grasnarbe abstechen ist jetzt nicht so lustig, aber wenn da nur wenig vom Boden weg muß und mit Gartenerde aufgefüllt werden muß, dann würde ich mich da selber dran wagen. Wenn da allerdings 40 cm Boden raus müssen, weil Lehm nichts für Hostas ist, dann muß das die Firma machen, weil 5 qm kann ich jetzt nicht selber ausgraben...

    LG Shantay
     
  • Shantay,

    mein Hostabeet sah so aus
    und jetzt so.
    Ich habe einfach das Gras umgeschmissen, die Hostas nach und nach gepflanzt.
    Dann habe ich nochmal gründlich sauber gemacht und ordentlich mit Mulch abgedeckt.

    17.06.12-03.webp 29.06.12-01.webp

    31.05.14-06.webp 25.05.15-13.webp

    Mach einfach in jedes Pflanzloch etwas Blumenerde und gut.
     
    Genauso sieht es bei mir auch aus! Vor die Hecke kommt ein kleines Fundament, ein Mäucherchen ca. 70 cm hoch und dann das Hostabeet 10 Meter lang. Es wird dann genau mit der linken Tür vom Gartenhaus abschließen und hat dort eine Breite von 80 cm.

    Ich werd mal was abstechen, denn worst case wäre, wenn die ganzen Thujawurzeln vom Nachbarn da drin sind. Dann sehe ich alleine alt aus und werde wohl eine Firma mit dem Ausgraben beschäftigen. Der Nachbar hat die Hecke gesetzt, ohne vorher Rasenkantensteine zu setzen und ich befürchte, daß die Wurzeln auf mein Grundstück wachsen. Wenn dem so sein sollte - dann war es das für die Thujenhecke, denn die Wurzeln auf meinem Grundstück werden gnadenlos entfernt...

    LG Shantay

    2014-06-23.webp
     
    Die Wurzeln sind aber eigentlich sehr fein.
    Machst du das Fundament und die Mauer selber ?
    Der Aushub wird wohl das schlimmste sein. Wenn das erledigt ist, müßtest du den Rest alleine schaffen, hab ich auch.
     
    Nein, das Fundament macht ein Freund von mir. Ihm ist es egal, ob schon ausgehoben ist oder nicht. Vielleicht sollte ich warten, bis er das Fundament gemacht hat, dann hab ich weniger Arbeit... :grins:

    LG Shantay
     
  • Wenn es ihm egal ist würde ich es auf jeden Fall machen.
    Lass ihn das ausbuddeln.
     
  • Noch drei (hoffentlich) letzte Fragen:

    Wieviel Kompost soll ich bei meinen Beeten pro Quadratmeter zugeben? Im Internet gehen die Angaben bei Pflanzbeeten von 3 - 6 Liter pro m² und das ist schon ein gewaltiger Mengenunterschied...

    Und wenn ich Kompost untermische, muß ich dann auch zusätzlich noch düngen (z. B. Rosen)?

    Und was ist mit Pinienmulch? Kann der "alte" auch mit in die Erde eingearbeitet werden oder soll ich den entsorgen?

    LG Shantay
     
    Den kanste auch einarbeiten. Dabei gilt nur zu beachten das der bei der Verrotung dem Boden Stickstoff entzieht. Nen paar Hornspähne löst das Problem.
     
    Noch drei (hoffentlich) letzte Fragen:

    Wieviel Kompost soll ich bei meinen Beeten pro Quadratmeter zugeben? Im Internet gehen die Angaben bei Pflanzbeeten von 3 - 6 Liter pro m² und das ist schon ein gewaltiger Mengenunterschied...

    Und wenn ich Kompost untermische, muß ich dann auch zusätzlich noch düngen (z. B. Rosen)?

    Und was ist mit Pinienmulch? Kann der "alte" auch mit in die Erde eingearbeitet werden oder soll ich den entsorgen?

    LG Shantay



    Ich schubs meinen Beitrag mal ganz ungeduldig ...:confused:

    Vielleicht kann mir noch jemand zu meinen ersten beiden Fragen einen Rat geben?

    Vielen Dank!

    Shantay
     
    Damit du ne Antwort bekommst.

    Ich dünge NIE.
    Mische den Lehm NUR WENN ER GELB UND KLOBIG IST, damit er nicht hart wird, dann läuft das Regenwasser nämlich einfach darüber weg 50/50 beim setzen von Pflanzen. Heißt der rausgeholte Lehm wird halb ersetzt.
    Klobig heißt Kugelig die Vorform von den Typischen Lehmsteinen. Die meisten verstehen unter Lehm was viel Sanfteres was ganz normale Gartenerde ist und absolut nichts mit Lehm zu tun hat, weder gelb ist noch klebt und keine Steine bildet unser hier ist fast Baulehmfarbig. Ein Foto vom Puren Boden mit Lehmkugeln und mit einer gesetzen Gießhilfe siehst du unten, daneben einen Lehmstein.

    Wenn du unsicher bist, hol einen Spaten Erde raus, am besten feucht. Echter Lehm ist gelb hat schon Kugeln. Drück sie leicht zusammen. Was dann noch klebt ist Lehm. Alles andere ist Normale Gartenerde.


    Zur Erklärung:
    Dünger gehört für mich zum Thema Chemie, und sowas gehört für mich einfach nicht in einen Garten. Ich bin ja kein MassenBauer. Wenn doch Bauer würde ich mit Grünpflanzen oder halt Bio heißt Stalldung Düngen.
    Kommt daher:
    Aufgewachsen bin ich mit dem Inhalt der Klärgrube auf den Gemüsebeeten, das war jeden Herbst Schwerstarbeit das wurde nämlich manuell untergegraben. Und das bis zur Wende.


    Suse
     
    Shantay,

    ich verteil den Kompost und fertig.
    Ich fang doch nicht an den abzumessen.
    Ansonsten dünge ich auch nicht.
     
    Danke Chrisel!

    Da ich bisher noch nie mit Kompost irgendetwas gemacht hatte, bin ich halt unsicher gewesen bezüglich der Menge.

    Ich wußte nicht, daß Kompost auch ein Düngerersatz ist und ich mir den Dünger bei Einsatz von Kompost sparen kann. Ich will ja auch nicht zuviel Düngen. Bleibt nur noch die Frage, ob ich dann den sog. "Bodenverbesserer" (das sind 50 g / qm) auch noch einsetzen soll oder nicht.

    @Marsusmar

    Ich habe mich jetzt zumindest schon mal soweit entschlossen, daß ich wenigstens 1/4 bis 1/3 meines Lehmbodens gegen gute Gartenerde austauschen werde, da er im Sommer furztrocken ist. Dann kommt in diesem Jahr noch Kompost dazu, da die Beete leer sind. Ansonsten verwende ich normalerweise mineralischen Langzeitdünger, aber das ist wohl Geschmackssache.

    LG Shantay
     
    Shantay, für Kompost kann ich dir zu keinen Mengenangaben raten - bei uns wird das, was die eigenen Komposthaufen (drei Stück in unterschiedlichen Reifegraden) abwerfen immer dann verteilt, wenn der älteste Kompost fertig ist. In den Kompost wird immer mal wieder schon beim Aufschichten Pferdemist und Kalk untergemischt. Ansonsten kommt maximal bei einigen Neupflanzungen mal eine Handvoll Hornspäne ins Pflanzloch, aber mehr Dünger bekommen unsere Blumen nicht. Am besten beobachtest du deine Pflanzen, dann siehst du ja, ob eine kümmert und vielleicht beim nächsten Mal eine Schüppe Kompost mehr an die Füße bekommt.

    Nach Suses Definition haben wir auch echten Lehm als Untergrund, wunderbar klebrige, gelbe Masse, die mein Vater sogar schon mal für Töpferarbeiten ausprobiert hat. :)
     
    Danke Dir Pyromella. Ich sehe schon, hier düngen viele gar nicht außer mit Kompost. Vielleicht ist das ja doch besser ... ich muß mal sehen. In diesem Jahr gibt es eh keinen mineralischen Dünger und im Katzenfreigehege sowieso nur Hornspäne ;-)

    LG Shantay
     
    Ich bin, was das anbelangt kein Experte, meine aber mal gelesen zu haben, daß die mineralischen Dünger nicht gut für die Mikroorganismen im Boden sind. Wenn du also auf Dauer einen gesunden Boden haben möchtest, dann hältst du dich besser an organische Düngung (Kompost, Mist, Hornspäne, Gründünger), damit fühlen sich die Bodenlebewesen jedenfalls wohl. Gar nicht zu düngen halte ich, besonders bei Gemüsebeeten, wo man ja in Form der Ernte auch Energie entnimmt, langfristig für problematisch. Du willst den Boden ja nicht auslaugen.
     
  • Zurück
    Oben Unten